Bereit für den Arbeitskampf
: IG Metall VS zeigt klare Kante

Klare Worte, kompromisslose Haltung: Die IG Metall VS bekennt sich zur Demokratie, plant die Tarifrunde 2026 – und zeigt Solidarität mit Streikenden.
Von
(cos/pm)
Oberndorf
Jetzt in der App anhören

Volle Solidarität gegenüber den Beschäftigten der Firma Tria/Avnet signalisiert man bei der IG Metall in VS. Auch selbst rüstet man sich für deinen möglichen Arbeitskampf.

IG Metall Villingen-Schwenningen

Es ist eine besondere Zeit, in die die dritte Versammlung der Delegierten die IG Metall Villingen-Schwenningen gefallen ist.

Rund 60 Teilnehmer trafen sich am Montagabend im Theater am Ring in Villingen, um aktuelle gewerkschaftliche und gesellschaftspolitische Themen zu diskutieren.

Und dabei wurde klar: Auch 2026 ist man zum Arbeitskampf bereit.

Schwieriges Umfeld

Ralf Kleiser, Zweiter Bevollmächtigter der IG Metall Villingen-Schwenningen, begrüßte unter anderen den ehemaligen ersten Bevollmächtigten, Günter Güner, den Vorsitzenden des Seniorenarbeitskreises, Herbert Hirt, und Tanja Silvana Nitschke von der IG Metall Bezirksleitung Baden-Württemberg, sowie Chaja Boebel vom Vorstand.

Das Schwarzwälder BAARometer
Montag - Freitag um 7.00 Uhr
Alles Wichtige aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis Montag bis Samstag im kompakten Überblick.

Thomas Bleile, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Villingen-Schwenningen, informierte über die Mitgliederentwicklung und die wirtschaftliche Lage. Dabei sprach er auch über internationale Entwicklungen, denn das Umfeld für die Wirtschaft ist schwierig und herausfordernd: Der Ukraine-Krieg und die politische Unsicherheit in den USA machen sich bemerkbar.

In Bezug auf die innerdeutsche Politik und die diskutierten Gesetzesvorhaben wurde Bleile beim Thema Arbeitszeitgesetz besonders deutlich: „Finger weg vom Arbeitszeitgesetz! Wir haben in der Vergangenheit hart für den Achtstundentag gekämpft und werden auch jetzt wieder zusammenstehen, um ihn zu verteidigen.“

Das ist der Fahrplan für die Tarifrunde

Im Mittelpunkt der Versammlung stand der Vortrag von Chaja Boebel vom IG Metall Vorstand. Unter dem Titel „Wie wir wurden, was wir sind – Alles andere als neutral“ machte sie deutlich, warum sich die IG Metall aktiv gegen jede Form von Rechtsextremismus positioniert. Grundlage dafür ist der zweite Paragraph der Satzung, der die Verteidigung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung festschreibt. „Neutralität ist keine Option, wenn die Demokratie bedroht wird“, so Boebel. Sie zeigte anhand der Geschichte der Arbeiterbewegung, wie tief diese Haltung in der Gewerkschaft verankert ist – und wie sie bis heute gelebt wird. Ihr Beitrag wurde mit großem Applaus gewürdigt.

Anschließend stellte Bleile den Fahrplan für die Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie im Herbst 2026 vor. Mit dem Laufzeitende des Tarifvertrages am 31. Oktober 2026 könnten ab dem 1. November Arbeitskampfmaßnahmen starten. Bis dahin gelte es, eine starke Forderung zu entwickeln.

Delegierte bekunden ihre Solidarität

Ein bewegender Moment war die Berichterstattung von Uwe Acker, Gewerkschaftssekretär der IG Metall Villingen-Schwenningen. Er informierte über die Situation bei der Firma Tria/Avnet in Eschbach. Nach einer Aufspaltung in vier neue Betriebe verhandeln der Arbeitgeber und die Gewerkschaft seit längerem um die Tarifbindung. Bei zwei Betrieben konnte bereits die Tarifbindung wieder hergestellt werden. Da es bei den restlichen zwei Betrieben kein Vorankommen gab, stimmte die Belegschaft am 14. Juli für den unbefristeten Streik, in dem sie sich noch heute befinden. Acker bat um ein solidarisches Zeichen für die Belegschaft von Tria Technologies und Avnet Integrated Solutions. So standen die Delegierten für ein gemeinsames Bild zusammen. Die vorderste Reihe trug Trikots, auf denen „Tarif jetzt“ zu lesen war.

Im Anschluss von guten und konstruktiven Diskussionsbeiträgen beendete Ralf Kleiser die Delegiertenversammlung und verabschiedete die Delegierten in ihren wohlverdienten Feierabend.