Am Sonntag, 13. September, in VS
: Was beim Denkmaltag geboten wird

Der Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 13. September, steht in diesem Jahr unter dem bundesweiten Motto „Netzwerke: Denkmale und Infrastruktur“.
Von
Jochen Schwillo
Villingen-Schwenningen
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Bürgermeister Detlev Bührer (vorne rechts) und die Progtagonisten des Tages des offenen Denkmals, stellten das umfangreiche Programm vor.

Bürgermeister Detlev Bührer (vorne rechts) und die Progtagonisten des Tages des offenen Denkmals stellten das umfangreiche Programm vor.

Jochen Schwillo
  • Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 13. September, in Villingen-Schwenningen
  • Motto „Netzwerke: Denkmale und Infrastruktur“ – Denkmale als Teil größerer Zusammenhänge
  • Führungen: Epfentalbrücke, Schwesternhaus Tannheim, Uhrenfabrik Würthner, Charlottenbrunnen
  • Münster Villingen: Führungen 12.30 bis 17 Uhr, Hubsteiger ausgebucht, 16.30 Uhr Orgelvorstellung
  • Infostand Franziskanermuseum 13 bis 16.30 Uhr, Stadt- und Museumsführung „Ausgepackt“

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Bei der Vorstellung des Programms im Schwenninger Rathaus betonte Bürgermeister Detlev Bührer zunächst die Bedeutung des Aktionstages für die Stadt.

„Natürlich hoffe ich, dass wir einen erfolgreichen Tag haben werden“, wünschte sich der Bürgermeister und dankte allen Beteiligten, den Ehrenamtlichen, den Mitarbeitenden der Verwaltung und den Unterstützern, für ihr Engagement.

Museumsleiterin Anita Auer, Ortskuratorin der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, erläuterte das aktuelle Motto und machte deutlich, dass der Begriff „Netzwerke“ zunächst abstrakt klinge, aber im Alltag allgegenwärtig sei. „Wir sprechen immer vom Netzwerken – also davon, dass wir Kontakte aufnehmen, Verbindungen nutzen, um Dinge zu bewirken“, sagte sie.

Netzwerke hätten ganz unterschiedliche Funktionen, je nachdem, wie Menschen sie verstehen: als soziale Beziehungen, als technische Infrastruktur oder als kulturelle und religiöse Verbindungen. Viele Denkmale ließen sich unter diesem Aspekt betrachten – Brücken etwa als klassische Infrastruktur, Kirchen und Klöster als Teil größerer geistlicher und historischer Gemeinschaften. „Es gibt seelsorgerische und religiöse Netzwerke, aber auch solche der Trinkwasserversorgung oder der Kunst.“ Am Denkmaltag wolle man zeigen, dass Denkmale nicht nur ästhetische oder historische Bedeutung haben, sondern „tatsächlich auch einmal einen Nutzen hatten und bis heute Teil größerer Zusammenhänge sind“.

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Besondere Brücke

Jörg Dieter Klatt stellte die Epfentalbrücke bei Marbach vor. Er lenkte den Blick auf die historische Bedeutung: Die Brücke sei das letzte erhaltene Bauwerk aus der Gründerzeit der Bahnstrecke zwischen Rottweil und Villingen. Besonders spannend ist jedoch, „was unter der Brücke passiert“, denn dort verbänden sich Netzwerke zwischen Baden und Württemberg, die „nicht trennen, sondern verbinden“.

Dominik Blessing stellte das ehemalige Schwesternhaus in Tannheim vor, das heute als Heimatstube genutzt wird. Die Schwestern hatten ab den 1920er-Jahren die Kinderbetreuung und Krankenpflege im Ort übernommen. „Die haben dann im Sinne der Caritas gearbeitet und gleichzeitig die Kinderbetreuung übernommen“, sagte Blessing. Bis 1975 seien die Schwestern im Ort präsent gewesen, bevor das Gebäude später zur Heimatstube wurde. „Da haben wir heute eine Seite für das Gebäude – Schlafzimmer, Wohnzimmer, alles kann man sehen“, erklärte er.

Thema Zwangsarbeit

Harald Maier kündigte eine Führung durch die ehemalige Uhrenfabrik Würthner in Schwenningen an. Er erinnerte an die wechselvolle Geschichte des Unternehmens. Während des Krieges sei die Produktion auf Zündmittel und andere kriegswichtige Güter umgestellt worden. „Da spielte die Geschichte der Zwangsarbeiter eine Rolle“, sagte Maier und verwies auf die Initiative zur Aufarbeitung der NS-Zwangsarbeit in Schwenningen. Die Führung werde auch die Eigentumsverhältnisse und die typische Bauweise der Fabrik beleuchten.

Hans Martin Weber vom Schwenninger Heimatverein informierte über die Wasserversorgung am Charlottenbrunnen. Er erläuterte die historischen Quellen, die Versorgung der Bevölkerung und die technischen Entwicklungen, die notwendig wurden, als Schwenningen wuchs. „Man sieht die Dinge oft nicht mehr, obwohl sie da sind“, sagte Weber. Der Blick auf die Wasserschichten und die Brunnenanlagen sei ein gutes Beispiel dafür, wie Infrastruktur im Alltag unsichtbar werde.

Münster aus der Nähe

Ein besonderer Höhepunkt des Denkmaltags ist die Möglichkeit, das Villinger Münster mit einem Hubwagen aus der Nähe zu betrachten. Dominik Bader berichtete, dass alle 80 Plätze für die Fahrten bereits ausgebucht seien. „Es ist ein besonderer Moment, da oben an der Stufe zu stehen und auf die Stadt zu schauen“, sagte er. Die Bühne sei 50 Meter hoch und werde am Südturm platziert. In 15-Minuten-Takten würden die Besucher hoch- und wieder heruntergefahren.

Bader erklärte, dass die Sanierung des Münsters in mehreren Abschnitten erfolge und über zehn Kilometer Fugen – von mittelalterlichen Originalfugen bis zu breiten Zementfugen aus späteren Sanierungsphasen – konserviert werden müssten. „Diese kleinen Netzwerke zwischen den tausenden Mauersteinen halten das Gebäude zusammen“, sagte er.

Am Alten Rathaus in Villingen kann man mit Anit Auer eine Stadt- und Museumsführung zur Sonderausstellung „Ausgepackt! Schätze aus der Sammlung“ unternehmen. Sie führt den Rundgang zum Hans-Kraut-Haus ans Steinerne Haus und das Alte Rathaus. Anhand von Objekten könne man historische Netzwerke nachvollziehen – etwa die engen Verbindungen der Patrizierfamilien, die „früher nur untereinander heirateten“ und weit über die Stadt hinaus vernetzt waren.

Das Programm

  • Epfentalbrücke/Terrabrücke, Alemannenbahn Rottweil–Villingen, in Marbach, Führungen 11, 12 und 13 Uhr mit Jörg Dieter Klatt und Wolfgang Riedel, Treffpunkt Terra Wohnpark 6.
  • Ehemaliges Schwesternhaus/Heimatstube Tannheim, Führungen 14, 15 und 16 Uhr mit Britta Neininger, Jürgen Schreiber und Dominik Blessing, Treffpunkt Tannheimer Ring 25.
  • Ehemalige Uhrenfabrik G. Würthner Schwenningen, Führungen 11, 12.30 und 14 Uhr mit Harald Maier, Matthias Stotz, Florian Kemmelmeier, Valerij Cherniavskij, Treffpunkt  Rottweiler Straße 27.
  • Ehemalige Trinkwasseranlage Charlottenbrunnen Schwenningen, Führungen 13, 15 und 16 Uhr mit Hans-Martin Weber, Treffpunkt Silcherstraße 16.
  • Münster Villingen, Führungen 12.30 bis 17 Uhr um und in das Münster mit Josef Fischer, Andreas Turner, Henry Greif und Dietmar Bader. Hubsteiger-Führungen sind ausgebucht. 16.30 Uhr Orgelvorstellung und kleines Konzert mit Roman Laub, Treffpunkt Münster Südseite.
  • Stadt- und Museumsführung „Ausgepackt“ Villingen, Führungen 13 und 15 Uhr mit Anita Auer, Treffpunkt Rathausgasse 1.
  • Informationsstand Franziskanermuseum Villingen, 13 bis 16.30 Uhr, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Ortskuratorium VS, Standort: Rietgasse 2.