Acht Ortschefs der VS-Ortsteile
: Überraschungen in Obereschach und Marbach

In den acht Ortsteilen von Villingen-Schwenningen wurden am Donnerstag die Ortsvorsteherinnen und Ortsvorsteher gewählt.
Von
Uwe Klausner, Elena Baur, Ursula Kaletta, Kurt Weiß, Willi Zimmermann und Ingrid Kohler
Oberndorf
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Das ist der Ortschaftsrat von Weilersbach.

Silke Lorke

Nach der Vereidigung im Franziskaner-Konzerthaus in Villingen tagten die jeweiligen Ortschaftsräte nahezu zeitgleich.

Sie kamen zu ihren konstituierenden Sitzungen zusammen. Wichtigster Punkt: die Wahl der Ortsvorsteherin oder des Ortsvorstehers.

In drei Ortsteilen wird es auf jeden Fall neue „Ortschefs“ geben: Marbach, Obereschach und Weigheim, in zwei Teilorten jedoch nicht sofort.

Weilersbach In Weilersbach wurde Silke Lorke erneut zur Ortsvorsteherin gewählt. Die Abstimmung fiel einstimmig aus. Keine Veränderung gab es auch bei den Stellvertretern: Das sind weiterhin Roland Schuler und Christoph Stern. Neu im Ortschaftsrat sind Denise Braun, Siglinde Nowack, Dominik Hauger und Christoph Wiehl. Tobias Lorke, Kurt Hattler und Christian Glatz vervollständigen das Zehner-Gremium in Weilersbach.

Das ist der Ortschaftsrat von Rietheim.

Foto: Elena Baur

Rietheim Auch in Rietheim gab es keine Überraschungen. Bernd Bucher wurde als einziger Kandidat für den Ortsvorsteher mit neun Stimmen und einer Enthaltung wiedergewählt. Ebenso sein erster Stellvertreter Roland Martin Meßmer. Über die vergangen fünf Jahre stand Eberhard Robert Bertsche im Amt des zweiten Stellvertreters. Altersbedingt möchte dieser allerdings kürzer treten und gab das Amt an Michael Käfer ab. Auch hier gab es eine Zustimmung von neun Ja-Stimmen und einer Enthaltung.

Neu formiert geht der Marbacher Ortschaftsrat in die nächste Legislaturperiode.

Foto: Ursula Kaletta

Marbach In Marbach wurde gleich zu Beginn der Ortschaftsratssitzung festgestellt, dass es für Ortsvorsteherin Diana Kern-Epple vorerst keine Nachfolgerin und keinen Nachfolger gibt. Aus den Reihen der Räte kamen keine Vorschläge, so dass Kern-Epple als Interims- Ortsvorsteherin tätig sein wird. Sie gab bekannt, dass es für die Dauer von drei Monaten sein wird, länger möchte sie nicht tätig sein. Sollte sich für dieses Amt, was sie jedoch nicht hoffe, abermals keine Person zur Verfügung stellen, würde das an Lebensjahren älteste Gremiumsmitglied als Interim-Rathauschef eingesetzt. In Marbach wäre das Bernd Lohmiller (SPD).

Problemlos konnten dann die beiden Stellvertreter bestimmt werden. Zum ersten Stellvertreter wurde in Abwesenheit Matthias Lachnit (CDU) gewählt, zur zweiten Stellvertreterin Melanie Gundelsweiler (SPD), beide jeweils einstimmig.

Das ist der Ortschaftsrat Obereschach.

Foto: Kurt Weiß

Obereschach In Obereschach endete die Wahl eines Ortsvorstehers und seiner beiden Stellvertreter mit einer Überraschung. Nachdem sich im Vorfeld der konstituierenden Sitzung die Suche nach einem Nachfolger von Klaus Martin als Ortsvorsteher als schwierig erwiesen hatte, schlug Wolfgang Zimmermann von der CDU-Fraktion Klaus Martin, der nicht mehr dem Ortschaftsrat angehört, zur Wahl vor. Da keine anderen Vorschläge kamen, erklärte dieser, dass er bereits im Vorfeld deutlich gemacht habe, dass er nach seinem Ausscheiden die Ortschaft nicht im Stich lasse werde und erklärte sich bereit, die Amtsgeschäfte ein Jahr lang bis zum 31. Juli 2025 weiterzuführen, falls er gewählt werde. In dieser Zeit dürfte es möglich sein, ein Mitglied des Ortschaftsrates mit den Aufgaben eines Ortsvorstehers vertraut zu machen.

So stimmten alle neun anwesenden Mitglieder des Gremiums für Martin, der auf die großen anstehenden Projekte, wie die Gründung einer Nachbarschaftshilfe, der weitere Ausbau der Breitbandverlegung und des Lückenschlusses B 523 verwies. Auch die beiden Stellvertreter Jürgen Goltz als erster Stellvertreter und Simone Winterhalder als weitere Stellvertreterin wurden einstimmig gewählt.

Auch in Pfaffenweiler tritt ein neuer Ortschaftsrat an.

Foto: Willi Zimmermann

Pfaffenweiler „Ich schlage mich nicht selbst vor, erklärte der bisherige Ortsvorsteher von Pfaffenweiler, Martin Straßacker. „Aber wir schlagen dich vor“, kam es unisono mehrstimmig zurück. „Dann mache ich meine Arbeit in den nächsten Jahren so gut es möglich ist“, erwiderte Martin Straßacker zu seiner dritten Amtsperiode. Als seine gleichberechtigten Stellvertreterinnen schlug er Verena Meßmer (Freie Wähler) und Ulrike Hettich Willmann (CDU) vor. „Es war eine mehr als vertrauensvolle Zusammenarbeit“ in den vergangenen Jahren, fügte er hinzu. Einstimmige Zustimmung. Neu am Ratstisch sitzen Stefan Nierholz, Thomas Jung und Andreas Schuhbauer.

Auch in Herzogenweiler ist der neue Ortschaftsrat zusammengetreten.

Foto: Willi Zimmermann

Herzogenweiler Eine ganz schnelle konstituierende Sitzung gab in Herzogenweiler. Der bisherige Ortsvorsteher Andreas Neininger ist als Stimmenkönig auch der Neue, und auch sein Stellvertreter Wolfgang Meder wurde einstimmig wiedergewählt. Andreas Neininger bedankte sich für das in ihn gesetzte Vertrauen. Neu im Gremium ist Jan Laubis. Große Reden gab es in dieser Sitzung keine, das komme von selbst, wurde gesagt.

Der neue Ortschaftsrat von Tannheim ist im Amt.

Foto: Willi Zimmermann

Tannheim In Tannheim war die konstituierende Sitzung nach 34 Minuten beendet. Das Gremium war sich einstimmig einig, dass die bisherige Ortsvorsteherin Anja Keller eine weitere Legislaturperiode im Amt bleibt. Auch ihre Stellvertreter Clemens Breinlinger und Janik Volk wurden per Akklamation einstimmig gewählt. Wäre es danach gegangen, dass derjenige mit der höchsten Stimmenzahl nach der Ortsvorsteherin das Stellvertreteramt bekommt, wäre dies Guido Ganser gewesen. Dieser hatte jedoch aus persönlichen Gründen verzichtet. Neu im Ortschaftsrat sind Armin Berck, Marina Kaltenbach und Maximilian Wolfram.

Weigheim In der ersten Sitzung des neuen Ortschaftsrates von Weigheim, geführt von Noch-Ortsvorsteherin Ursula Mosbacher, galt es als einzigen Tagesordnungspunkt ihren Nachfolger und dessen Stellvertreter zu wählen. Die Arbeit eines Ortschaftsrates sehe für Außenstehende meist leicht und unbeschwert aus „wer dies jedoch annimmt, der täuscht sich“, betonte Ursula Mosbacher „ganz abgesehen vom teilweise enormen Zeitaufwand werden die Beschlüsse nicht immer nur mit Beifall angenommen“, richtete sie ihre Worte an den gerade vereidigten Ortschaftsrat. „In der Entscheidung zählt sich der Einzelne, sondern das was gut ist für die Ortschaft“, gab sie mit auf den Weg.

Heute werde eine wichtige Entscheidung getroffen mit der Wahl des neuen Ortsvorstehers. Einen Wahlvorschlag machten die Ortschaftsräte nicht, griffen ohne jemanden zu benennen zum Stift. Mit Ausnahme von Selina Jaisser, deren Urlaub schon lang zuvor gebucht war, stimmten die neun Anwesenden Ortschaftsräte in geheimer Wahl einstimmig für Holger Fetzer. Günter Schilling, der in den zurückliegenden Amtsperioden bereits Ortsvorsteher-Stellvertreter gewesen war, stellte sich erneut für das Amt zur Verfügung und wurde ebenso einstimmig wiedergewählt.

Mit der Wahl von Holger Fetzer (Mitte) zum neuen Ortsvorsteher endete am Donnerstag die 25-jährige Ära von Ursula Mosbacher (links) als Ortsvorsteherin von Weigheim. Als Stellvertreter wurde Günter Schilling (rechts) wiedergewählt.

Foto: Ingrid Kohler

Fetzer bedankte sich bei seinen Räten für das Vertrauen und freute sich auch, dass etliche Bürger bei dieser Wahl anwesend waren. Heute sei ein bedeutsamer Tag für Weigheim, meinte Fetzer mit Blick auf Ursula Mosbacher, die 25 Jahre lang die Geschicke von Weigheim führte und deren Ära mit dem heutigen Tag zu Ende gehe. Sie hinterlasse sehr große Fußstapfen. Die Worte, „wer neue Spuren hinterlassen will, darf nicht in die alten treten“, habe er sich zu Herzen genommen und „ich möchte Weigheim weiterbringen“, wobei ihm klar sei, dass die Aufgaben immens seien. „Ich hoffe, ich bekomme alles genauso hin wie Sie“, sagte er zu Ursula Mosbacher gewandt, und mit Blick auf Straßen, Schule, Themen der Umwelt und der Nachhaltigkeit „der Ortschaftsrat wird mit vollem Engagement dabei sein müssen“. Er hatte auch die Antwort auf seine gestellte Frage „ändert sich jetzt alles?“ dabei. „Natürlich wird es Änderungen geben, aber alles was gut war, wird beibehalten“.

Neue Ära mit einem Glas Sekt begossen

Er werde immer ein offenes Ohr für die Bürger haben und Änderungen anstoßen, denn „viele kleine Änderungen können große Auswirkungen haben“. In den kommenden Tagen werde er sich einen Überblick verschaffen, was so alles anstehe. Sein Schreibtisch sei schon voll, betonte Ursula Mosbacher. Gemeinsam mit dem Ortschaftsrat werde er eine klare Agenda aufstellen und Dinge priorisieren. „Lasst uns die neue Ära gemeinsam anpacken“, forderte der neue Ortsvorsteher auf. Diese neue Ära wurde mit allen Anwesenden mit einem Glas Sekt begossen.

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