50 Jahre Villinger Folk-Club
: Von der Scheuer zur Kultadresse

Als der erst 17‑jährige Schüler im September 1976 in der Villinger Scheuer einen Club gründete, konnte noch niemand ahnen, dass dies eine 50-jährige Erfolgsgeschichte werden würde.
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(red/pm)
VS-Villingen
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Ein Foto von 1986: ein Konzert des Folk-Clubs in der Scheuer in Villingen.

Ein Foto von 1986: ein Konzert des Folk-Clubs in der Scheuer in Villingen.

Folk-Club
  • Der Folk-Club Villingen feiert 50 Jahre und blickt auf Anfänge in der Scheuer zurück.
  • Der Club wuchs ab 1977 mit 20 Konzerten und einem Open-Air in Schwenningen.
  • 1991 entstand ein Neubau am Jugendhaus, 1996 folgte eine Krise und ein Vorstandswechsel.
  • Heute arbeitet ein kleines Team, der Club blieb trotz veränderten Publikums aktiv.
  • Jubiläum: 23.–27. September mit Film, HISS, Dawson & Breuer, Open Night und The Bakery Brothers.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Doch in diesem Monat feiert der Folk-Club Villingen tatsächlich sein 50-jähriges Bestehen – und damit auch 50 Jahre Kultur in der Scheuer an der Villinger Kalkofenstraße, denn im Laufe der Jahre kamen weitere Vereine und Initiativen hinzu.

Der neu gegründete Club entwickelte sich prächtig. 1977 gab es schon 20 Konzerte und ein erstes Open-Air-Festival: auf einer Wiese in Schwenningen.

1986 konnte der Club sein zehnjähriges Bestehen feiern. Mittlerweile war er zu einer der besten Adressen für Bluegrass und akustische Musik in Europa geworden.

„Doch leider wurde die alte Scheuer immer baufälliger und das Dach immer undichter“, blickt der Club zurück. 1991 gab es dann endlich grünes Licht für einen Neubau – nun als Anbau an das bestehende Villinger Jugendhaus.

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Die Attacke

„Die nicht nur räumliche Nähe zum Jugendhaus bereitete dem Club aber auch immer wieder Probleme: 1996, nach einer Verbal-Attacke des damaligen Stadtjugendpflegers, verließ der Gründer Hansjörg frustriert die Stadt und fand in Bayern ein neues Betätigungsfeld. Der Folk-Club geriet dadurch in seine erste große Krise, doch er überlebte. Mit Rüdiger Klotz als neuem Vorsitzenden wurde der Club nun auch zum e.V.“, schreibt der Club.

1976 gab es dieses Konzert in der Scheuer.

1976 gab es dieses Konzert in der Scheuer.

Folk-Club

Das 25-Jahr-Jubiläum feierte der Verein noch mit einem Festival und einer eigenen Festschrift. Doch danach wurde es auch für den Folk-Club schwieriger.

Was sich verändert hat

„Das Veranstaltungsgeschäft begann sich zu verändern, eine Entwicklung, welche bis heute anhält und die insbesondere für kleinere Veranstaltungssäle das Überleben zunehmend schwieriger macht. Dies natürlich auch bedingt durch einen sich verändernden Publikumsgeschmack, welcher heute eher große Eventveranstaltungen bevorzugt als kleine, intime Clubkonzerte wie in den 1970er-Jahren“, skizziert Richard Hehn für den Folk-Club.

Trotz zahlreicher Krisen konnte der Folk-Club jedoch immer überleben. Als sich Rüdiger Klotz im Ruhestand nach Berlin verabschiedete, übernahm Erbse Ebers das Ruder.

„Doch der Folk-Club war schon immer ein wohltuend anti-hierarchischer Verein. Schon immer wurde er von einem Team aus drei oder vier Personen geleitet“, blickt Hehn zurück.

Wie es weitergeht

Und gibt eine Standortbestimmung: „Heute ist der Club ein gänzlich anderer, nicht mehr vergleichbar mit seinen frühen Anfängen. Es musste sich alles ändern, damit alles so bleiben konnte, wie es sein soll. Wir sind ein bisschen stolz. Fast alle anderen, in den 1970er Jahren entstandenen Folk-Clubs sind längst Geschichte“, so Richard Hehn.

Das jetzt anstehende 50-Jahr-Jubiläum feiert der Folk-Club an fünf Abenden – vom 23. bis 27. September, im Folk-Club in der Kalkofenstraße 3a in Villingen.

Das Jubiläums-Programm

Die Veranstaltungen

  • Mittwoch, 23. September, 20.15 Uhr, Film The History of Sound,  in Kooperation mit dem Kommunalen Kino Guckloch, Spielfilm von Oliver Hermanus,  USA 2025. Zwei junge Männer machten sich während des Ersten Weltkriegs auf, das Leben, die Stimmen und die Musik ihrer amerikanischen Landsleute aufzuzeichnen.
  • Donnerstag, 24. September, 20 Uhr, HISS – für eine Handvoll Cent. Seit 1995 ist die Kapelle HISS nun unterwegs. Seit 1995 liefern HISS lyrische Lebenshilfe für alle Lagen des Daseins, den Rhythmus für ausgelassene Tanzabende, den Soundtrack zu unserem Alltag. Und das, ohne viel zu fordern: Tosender Applaus, etwas Wein, eine Brotzeit und ein paar Münzen sind ihnen Lohn genug. „Für eine Handvoll Cent“ heißt daher auch ihr neuer Tonträger, der im 30. Jahr ihres Bestehens erschien und uns mit mehr als einer Handvoll neuer Songs erfreut.
  • Die Band HISS spielt in der Scheuer in Villingen.

    Die Band HISS spielt in der Scheuer in Villingen.

    Elisabeth Oechsle
  • Freitag, 25. September, 20 Uhr, Julian Dawson & Thomas C. Breuer. Sie haben Songs und Geschichten im Gepäck, nicht nur aus alten Tagen, sondern auch aktuelles Material, denn sie sind immer noch unterwegs. Breuer und Dawson begegnen sich dabei auf Augenhöhe, schon von der Körpergröße her (beide über 1,90 Meter), aber auch, was ihr künstlerisches Schaffen angeht: Jeder hat Tausende von Auftritten absolviert und zahlreiche Tonträger und Bücher produziert. Die Kombination Dawson/Breuer im betagten Folk-Club Villingen – das passt, das wird ein ganz besonderer Abend, den man sich keinesfalls entgehen lassen sollte, heißt es in der Ankündigung.
  • Julian Dawson kommt auf Einladung des Folk-Clubs nach Villingen.

    Julian Dawson kommt auf Einladung des Folk-Clubs nach Villingen.

    K-M Hofer
  • Samstag, 26. September, 19 Uhr. Open Night. Es wird wieder ein vielfältiges und spannendes Programm mit bekannten und unbekannten Künstlern aus der näheren und weiteren Region geben. In den Pausen gibt es Einblicke in die bewegte 50-jährige Geschichte des Villinger Folk-Clubs: Gäste, Gespräche, Storys und Präsentationen.
  • Sonntag, 27. September, 20 Uhr. The Bakery Brothers. Ein Brüderpaar, zwei Stimmen, viele Saiten. The Bakery Brothers sind innerhalb ihrer musikalischen Laufbahn schon den ein oder anderen Kilometer gereist. Und doch zieht es die Brüder Johnny und Basti immer wieder hin zur intimen Zweisamkeit des akustischen Duos und zu den unendlichen Weiten amerikanischer Musik von Folk, Old Time, Country, Bluegrass und hier und da einer Prise Rock & Roll.