Von Tübingen nach St. Georgen: Junge Pfarrerin freut sich auf die Arbeit im Schwarzwald

Seit Anfang März ist Lena Dignus die neue Pfarrerin in der evangelischen Kirchengemeinde St. Georgen/Tennenbronn.
Helen MoserDen Schwarzwald kennt Lena Dignus gut – auch wenn es 14 Jahre her ist, dass die neue Pfarrerin der evangelischen Kirchengemeinde St. Georgen/Tennenbronn zuletzt in der Region gelebt hat. Der Entschluss, in die Bergstadt zu kommen, fiel ihr dennoch alles andere als schwer, berichtet die 33-Jährige. „Ich bin sehr glücklich, wieder unter Tannen zu wohnen“, meint sie.
Mit dem März hat ihre Zeit als Seelsorgerin in St. Georgen offiziell begonnen – und der erste Eindruck ist mehr als positiv, sagt Dignus. Überall sei sie bislang sehr herzlich empfangen worden, freut sie sich. Noch immer lerne sie an jeder Ecke neue Menschen kennen. „Die meisten Gesichter sind neu für mich.“
Und auch St. Georgen lerne sie nun noch einmal ganz neu kennen, sagt Dignus. „Ich nehme die Stadt jetzt ganz bewusst und auch mit anderen Augen wahr“, meint sie – im Vergleich zu dem Blick, den sie als Jugendliche hatte. Denn ganz fremd ist St. Georgen der neuen Seelsorgerin nicht. Ihre Schulzeit verbrachte Dignus komplett in Königsfeld, also nur wenige Kilometer von der Bergstadt entfernt.
Wobei der Berufsweg der heutigen Pfarrerin da noch in eine etwas andere Richtung wies: An den Zinzendorfschulen absolvierte sie nämlich die Ausbildung zur Erzieherin. Wie es schließlich zum Richtungswechsel in der Karriere kam? Eine schlagartige Entscheidung sei das nicht gewesen, sagt Dignus. „Es hat eben immer Schritt für Schritt aufeinander aufgebaut.“
Herz schlägt für Theologie
Dass es für sie direkt nach dem Abschluss in Königsfeld zum Studium der Religionspädagogik und Gemeindediakonie nach Freiburg ging, habe sich beispielsweise schon während der Ausbildung abgezeichnet. Schon damals habe sie gespürt, dass ihr die religionspädagogischen Themen besonders viel Freude bereiteten, erklärt Dignus – das Studium sei der folgerichtige Schritt gewesen.
Und der nächste folgte: Während des Studiums habe sie ein Praxissemester in der Klinikseelsorge in Mannheim verbracht – und dort immer wieder gehört, dass sie in die Theologie gehen und Pfarrerin werden solle. „Das war nicht mal ein ’vielleicht solltest du’, sondern eine ganz sichere Einschätzung“, sagt Dignus. Und eine Einschätzung, die sie auch selbst teilte: „Ich habe damals gespürt, dass mein Herz so sehr für die Theologie schlägt, dass ich da noch mehr machen möchte“, erinnert sie sich.
Begegnungen sind wichtig
Gehört, gesagt – und getan. Dignus nahm ihr Studium an der Theologischen Hochschule Reutlingen auf. Zudem erwarb sie im Anschluss daran noch einen Master in Supervision an der Evangelischen Hochschule in Freiburg. Vor etwa 5,5 Jahren trat Dignus dann eine Stelle als evangelisch-methodistische Pastorin in Tübingen an.
Nun kehrt die 33-Jährige, die mittlerweile Mutter eines kleinen Sohns ist, mit ihrer Familie in den Schwarzwald zurück – und freut sich auf die neue Herausforderung in St. Georgen. Besonders am Herzen lägen ihr bei ihrer Arbeit die Menschen, erzählt Dignus. Egal ob in der Seelsorge, im Gottesdienst oder im Tauf- oder Trauergespräch – diese Kontakte machten den Beruf aus, findet die Pfarrerin.
In der Freizeit wird’s musikalisch und sportlich
Mit viel Entdeckerfreude macht sie sich zudem an die Predigtvorbereitung – besonders bei Bibelstellen, mit denen nicht jeder auf Anhieb etwas anfangen könne. „Das ist jedes Mal eine Herausforderung, an der ich auch selbst wachse“, sagt sie.
Abseits ihres Berufs ist Dignus gerne sportlich in der Natur unterwegs – beim Wandern oder im Sommer auch mit dem Kajak. Im Winter hofft die 33-Jährige auf viel Schnee – immerhin möchte sie gerne ihre Langlauf-Fähigkeiten verbessern, wie sie sagt. Darüber hinaus ist Dignus sehr musikalisch: Sie spielt nicht nur Trompete, Gitarre und Klavier, sondern singt auch noch seit Jahrzehnten in verschiedenen Chören.
Willkommen mit Musik
Gottesdienst
Offiziell in der Kirchengemeinde begrüßt wird Lena Dignus am Sonntag, 29. März, von Dekan-Stellvertreterin Elke Schott. Da sie zunächst noch als Pfarrerin auf Probe eingestellt ist, handelt es sich nicht um die offizielle Einführung ins Amt. Musikalisch umrahmt wird der Kantatengottesdienst, der um 10 Uhr in der Lorenzkirche beginnt, von der Kantorei. Vor der Predigt erklingt die Bach-Kantate „Himmelskönig, sei willkommen“. Tabea Nolte (Alt), Klemens Mölkner (Tenor) und Florian Schmitt-Bohn (Bass) übernehmen die Soli, begleitet von Kantatenorchester und Chor. Im Anschluss an den Gottesdienst ist Kirchencafé in der Lorenzkirche – mit der Gelegenheit, die neue Pfarrerin persönlich kennenzulernen.
