Umzug in St. Georgen: Bergstadt außer Rand und Band

Die Fohrebobbele sind zahlreich vertreten beim närrischen Umzug durch die Innenstadt.
Richard SchusterDas könnte einer der Höhepunkte der diesjährigen Straßenfasnet werden: Inzwischen genießt der große Umzug der Narrengemeinschaft der heimischen Zünfte mit seinem farbenfrohen Spektakel und toller Atmosphäre einen ausgezeichneten Ruf unter den Narren – und das weit über die Bergstadt hinaus.
Insgesamt 64 Zünfte und Gruppen, einige aufwendig ausstaffierte Motivwagen, Guggemusiken, zahlreiche Fußgruppen, darunter beispielsweise Hexen, Teufel, Geister, Ritter oder Clowns formierten sich in der Sommerauer Straße und standen parat, um den bereits voller Ungeduld wartenden Zuschauern einen bunten stimmungsvollen Aufzug durch die Innenstadt zu bieten. Für die zahlreichen feierbereiten und oft kostümierten Narrole an der Strecke gab es meist kaum ein Durchkommen bis hin zum Straßenrand. Natürlich wollte jeder den besten Blick auf das närrische Geschehen haben und dabei den unzähligen Hästrägern besonders nahe sein.
Dann, Punkt 14 Uhr: Die freudig angespannte Erwartung löste sich. Plötzlich rhythmisch dröhnende Trommelschläge. Der kraftvoll intonierte Bobbelemarsch der Stadtmusik erklang zünftig – das war natürlich Musik in den Ohren der Narren. Endlich setzte sich der närrische Lindwurm durch die Hauptstraße in Richtung Bärenplatz in Marsch.
Einheimische Zünfte vorneweg
Zuvorderst präsentierten sich stolz die einheimischen Zünfte: Die Schofstriezi’s, die Peterzeller Bürgerwehr, deren Kanoniere ihr mitgeführtes Geschütz unter ohrenbetäubendem Knall abfeuerten, die Engelegoaschter. Toll anzusehen war die beachtliche Formation von Fohrebobbele und Kräuterwieble der Narrenzunft, angeführt von Zunftmeisterin Alexandra Pies.

Keine Straßenfasnet ohne die Peterzeller Bürgerwehr. Mit dabei ist ein Geschütz, das mit lautem Knall abgefeuert wird.
Foto: Richard SchusterEs folgten die schwarz-violett gekleideten Nesthexen, die Hohwalddeufel mit ihren Wälderschnäpf, die gruseligen Weiher-Hexen und der FV-DJK. Die Spielgemeinschaft Fanfarenfetzer haute ordentlich auf die Pauke.
Das begeistert mitfeiernde närrische Volk umjubelte ausnahmslos alle Teilnehmer des Umzugs. Gerade auch die zahlreichen auswärtigen Gruppen und Hästräger, die den närrischen Zug, wie in den Jahren zuvor, toll kostümiert und ausgelassene Stimmung verbreitend, wieder sehr bereicherten, wurden mit ihrem jeweiligen Zunftgruß von den beiden Ansagern Sascha Trubarac und Dominik Rotzinger (Hohwalddeufel) herzlich willkommen geheißen.

Die Schofstriezi’s sind mit Kind und Kegel am Start und zeigen Präsenz beim Umzug.
Foto: Richard SchusterUnd was gab es da nicht alles zu sehen: Furchtbare Hexen, die, Schabernack treibend, es besonders auf die junge Weiblichkeit abgesehen hatten, schreckliche Teufel und angsteinflößende Dämonen, aber auch bunte Clowns, hübsche Gardemädchen und toll dekorierte Motivwagen.

Die können’s auch närrisch: Die Stadtmusik in Aktion.
Foto: Richard SchusterJede Menge Gutsele und andere Süßigkeiten wurden verteilt – na klar! Narri-Narro-Rufe, wuchtige Trommeln, Rasseln, fetzige Posaunen und Trompeten der begeisternd aufspielenden Guggenmusiken und Musikkapellen schallten durch die Straßen der Innenstadt, um die ausgelassene Stimmung immer noch weiter anzufachen – alles genau so, wie es der feiernde Narr so sehr liebt.
Über die Bahnhofstraße ging es dann weiter durch die Gewerbehallenstraße bis zum Schulhof der Robert-Gerwig-Schule, wo das Narrendorf eingerichtet war.
Und klar - mit dem Durchmarsch all der Narrole zur oberen Gerwigstraße war deren Tag noch lange nicht gelaufen: Im Narrendorf konnten sie sich bis offiziell 21 Uhr zünftig stärken und noch ausgiebig weiterfeiern.