Sozialdemokraten in Triberg: Türk-Nachbaur spricht über Krisen, Kriege und Autokraten

Auf Einladung der SPD Triberg-Schonach-Schönwald mit ihrem Vorsitzenden Raphael D'Avis (rechts im Hintergrund) sprach die Bundestagsabgeordnete Derya Türk-Nachbaur (links) sehr lebendig über außenpolitische Themen mit dem Schwerpunkt auf Autokraten.
Hans-Jürgen Kommert- SPD-Veranstaltung in Triberg: Derya Türk-Nachbaur spricht über Autokraten und Krisen.
- Sie nennt Putin, Erdoğan, Xi, das iranische Regime und Trump als Gefahr für Frieden.
- Afrika rückt in den Fokus – größte humanitäre Katastrophe laut ihr im Sudan.
- Ukraine-Krieg und Nahost belasten Europa, Deutschland müsse mehr in Rüstung investieren.
- Völkerrecht und klare Haltung seien zentral, auch gegenüber Israel und den USA.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
„Wenn Autokraten den Weltfrieden gefährden“ – ein schweres Thema, das sich die SPD der Raumschaft Triberg auf die Fahnen geschrieben hatte. Zu diesem Thema hatten sie sich eine hochkarätige Referentin eingeladen – die Bundestagsabgeordnete und parlamentarische Geschäftsführerin der SPD-Fraktion, Derya Türk-Nachbaur.
Türk-Nachbaur ist zudem Mitglied der Parlamentarischen Versammlung des Europarates und unter anderem auch der Parlamentarischen Gruppe Östliches Afrika. Sie verfügt über eine riesige außenpolitische Erfahrung.
Ihr Engagement führte sie in viele Länder der Welt, unter anderem an eine deutsche Schule in Pakistan, wo viele hoch ausgebildete Fachkräfte Deutsch lernen. Eine Ärztin habe ihr dort gesagt, sie überlege ernsthaft, nicht nach Deutschland zu gehen – sie passe ja nicht ins „Stadtbild“. Allerdings – so betonte die Parlamentarierin – benötige man hochrangige Fachkräfte in Deutschland, jedes Jahr aufs Neue.
Autokraten stehen im Fokus
Doch im Übrigen ging es tatsächlich um Autokraten, um Männer wie Putin, Erdoğan, Xi Jinping oder das iranische Mullah-Regime. Aber auch um Donald Trump, der versucht, die größte Demokratie der Welt umzuwandeln. Sie alle seien verantwortlich für eine „unfassbar lange Liste an Konflikten, Krisen und Kriegen“, betonte Türk-Nachbaur.
Und viele von ihnen griffen auf den „vergessenen Kontinent“ zu: Afrika. Auch dieser Kontinent werde von Krisen und Kriegen geschüttelt. Die derzeit weltweit wohl größte humanitäre Katastrophe spiele sich im Sudan ab, wo nach Jahren der Hoffnung nach dem Sturz von Langzeitdiktator Omar al-Baschir ein blutiger Machtkampf zwischen Armee und der Miliz RSF stattfindet. Der Ukraine-Krieg, aber auch der Nahe Osten mit Israel, dem Iran und der USA zeige, dass bei solchen Konflikten die Rechnung anderswo bezahlt werde.
Die Preissteigerungen seien brutal. Sie sah auch Auswirkungen auf Europa und vor allem Deutschland – hier müsse deutlich mehr in Rüstung investiert werden, was zu Kürzungen im Sozialstaat führe.
Wann ist der Krieg zu Ende?
„Autokraten kennen zurzeit keine Grenzen, da auch der Westen uneins ist“, betonte die Politikerin. Die Unterstützung der Ukraine diene auch der eigenen Sicherheit. „Wenn wir jetzt nicht Stopp sagen, sind wir die Nächsten“, räumte sie ein. Deutschland habe eine dunkle Geschichte, daher brauche man klare Regeln und eine klare Haltung – auch zu Israel. Völkerrecht sei unverhandelbar, und auch wenn man zu Israel stehe, könne man nicht alles durchgehen lassen. So gebe es im Libanon einen gewählten Präsidenten, der gegen Hisbollah und Huthi vorgehe – und Israel greife dort direkt ein, die USA zögen ihre Truppen aus dem UNIFIL-Mandat ab.
Auch die USA selbst schreckten vor diversen Gewaltakten nicht zurück, wie der Entführung des venezolanischen Präsidenten. Und sie mache sich lächerlich mit einem vollkommen strategielosen Angriff auf den Iran, der dann Gegenmaßnahmen auch gegen USA-Verbündete ergreife.
Auch das Auditorium kam nicht zu kurz. Derya Türk-Nachbaur hatte zwar nicht für alle Fragen die passende Antwort, konnte aber viele Dinge beim Namen nennen. Kritisch wurde es am Ende: Der jüngste Teilnehmer wollte wissen, wann denn der Krieg zwischen den USA und dem Iran vorbei sei – das könne sie nicht einschätzen, sie hoffe nur, bald.
