Sogambo nun in Unterkirchach: Wahl-Areal verkauft – was heißt das fürs Unternehmen in Peterzell?

Geschäftsführer Fabio Schmitz hat die Schlüsselgewalt - übernommen vom Unternehmen Wahl, das einst in den Räumen in Unterkirnach produzierte und derzeit in Peterzell sitzt.
Daniela SchneiderZieht das Unternehmen Wahl von Peterzell zurück an seinen alten Standort in Unterkirnach? Oder sind die Gebäude doch schon verkauft worden? Auf Anfrage unserer Redaktion schweigt das Unternehmen bislang. Doch der neue Eigentümer der Unterkirnacher Räume stellt sich schon vor. Und er heißt Sogambo.
Wer und was verbirgt sich hinter dem Namen? Die neuen Eigentümer des verkauften Wahl-Areals in Unterkirnach sind Wolfgang und Fabio Schmitz aus Trossingen, Vater und Sohn, Markengründer und Unternehmer mit „heißen“ Ambitionen sowie neuerdings also auch Investoren.
Die beiden Männer haben dem Unternehmen Wahl, das Unterkirnach 2022 verlassen hat, um sich dann im Neubau an der Bundesstraße 33 bei Peterzell niederzulassen, seine bisherigen Liegenschaften Roggenbachweg 9 und Villinger Straße 12 bis 14 abgekauft. Der Gebäudekomplex, der über Jahrzehnte gewachsen und immer wieder ergänzt worden ist, umfasst Werkhallen, Büros, Sozialräume und mehr.
Aber wer sind die beiden denn nun eigentlich und was haben sie hier vor? Die Antwort geben sie selbst bereitwillig – und dabei wird schnell klar: Diese Männer wollen kommunizieren und sind interessiert daran, dass man in Unterkirnach und darüber hinaus weiß, was sie mit ihrem „Sogambo-Gewerbepark“ auf die Beine stellen wollen.
Grills lösen Haarschneidemaschinen ab
Sogambo ist dabei erst einmal ein Markenname. Und den hat Wolfgang Schmitz selbst ersonnen. Der heute 69-Jährige, früher Mitarbeiter der Trossinger Firma Hohner, kam – natürlich beim Grillen – auf die Idee, hochwertige Keramikgrills aus China zu vertreiben. Zehn Jahre ist das her. Dazwischen liegen die Markeneintragung und der Beginn des Vertriebs der Grills über den eigenen Online-Shop.

Zeugnis der Vergangenheit: Selbst Überbleibsel des früheren Unternehmens Moser finden sich noch in dem Gebäude. 1946 in Unterkirnach gegründet, wurde die Kuno Moser GmbH 1996 von der amerikanischen Wahl Clipper Corporation übernommen.
Foto: Daniela SchneiderBislang werden die Sogambo-Grills in angemieteten Räumen in Aldingen gelagert – immer wichtiger, in Zeiten, in denen Transportwege und -kosten unsicher sind. Sogambo fährt die Strategie einer möglichst umfassenden Lagerhaltung, zu der auch Ersatzteile gehören. Und es kristallisierte sich heraus: Man brauchte Platz, am besten eigenen – und vor allem genügend.
In Immobilienportal entdeckt
„Vor gut einem Jahr“, erzählen die Unternehmer, seien sie über ein Inserat in einem Immobilienportal auf das Gebäude im Roggenbachweg aus den 1960er-Jahren aufmerksam geworden. Nach einer ersten Besichtigung der erstaunlich gut erhaltenen Räume wussten sie: Das kann passen.
Dann allerdings änderten sich die Umstände: Plötzlich war klar, dass das Anwesen nur als Einheit zu haben war, also inklusive der Gebäude an der Villinger Straße. Vater und Sohn machen keinen Hehl daraus, dass sie angesichts dieser Dimensionen erst einmal schwer schluckten. Mehr als 16.000 Quadratmeter Grundfläche sind es, davon rund 9000 Quadratmeter Nutzfläche.
Komplex Ende April übergeben
Etwa 1400 Quadratmeter für Lager, einen Showroom und zwei Büros möchte Sogambo selbst nutzen. Der Rest kann – etwa in Form eines Gewerbeparks – von anderen angemietet werden. Die beiden Unternehmer können sich hier aber noch mehr vorstellen – unter anderem ein Feuerwehrgerätehaus auf dem Unternehmensareal. Mitte April wurde der Kaufvertrag unterschrieben, Ende April der Komplex übergeben.
Wie geht es für Wahl weiter?
Auch wenn das ehemalige Wahl-Areal damit nicht mehr im Eigentum des derzeit in Peterzell ansässigen Unternehmens ist, ist ein Umzug zurück nach Unterkirnach nicht ausgeschlossen. Im November 2025 hatte das Unternehmen mitgeteilt, dass die Produktion in Peterzell eingestellt wird und man sich künftig auf Marketing und Vertrieb konzentriert – allerdings perspektivisch in anderen Räumen. Weniger Mitarbeiter, weniger Funktionen vor Ort – es zeichnete sich ab, dass der Neubau an der B 33 künftig wohl überdimensioniert sein würde.

2022 hat Wahl den Neubau an der Bundesstraße 33 bezogen. Mittlerweile ist jedoch klar: Perspektivisch sind die Räume zu groß, da die Produktionsaktivitäten an diesem Standort eingestellt und Stellen abgebaut werden sollen. (Archivfoto)
Foto: Helen MoserOb der Weg zurück nach Unterkirnach in die einst zu klein gewordenen Räume führen würde? Das hatte eine Wahl-Sprecherin auf Anfrage unserer Redaktion zuletzt offengelassen. „Der Zeitplan sowie die Festlegung des zukünftigen Standortes des Unternehmens stehen aktuell noch nicht fest“, erklärte sie Anfang des Jahres.
Aktuell möchte sich das Unternehmen nicht öffentlich zum aktuellen Stand der Themen Umzug und Stellenabbau äußern, erklärt Wahl-Sprecherin Birgit Holz, „da wir uns noch mitten im laufenden Prozess befinden“.