Polizei-Statistik für 2025
: Zahl der Ladendiebstähle in St. Georgen explodiert

Wie sicher lebt es sich in St. Georgen? Wie viele Straftaten wurden 2025 bei der Polizei angezeigt? Und wer verübte sie? Antworten auf diese Fragen gab es nun im Gemeinderat.
Von
Helen Moser
Oberndorf
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2025 waren Ladendiebstähle zunehmend ein Problem in St. Georgen. Ihre Zahl stieg gegenüber 2024 stark. (Symbolfoto)

Felix Kästle/dpa

Zwei Jugendliche, die mit einem Auto ins Schaufenster eines Autohauses krachen, ein Raubüberfall auf den Rewe-Markt in der Industriestraße oder auch ein Betrüger, der bei der Geldabholung nach einem Schockanruf geschnappt werden konnte – es waren so einige aufsehenerregende Fälle, mit denen es die Polizei im vergangenen Jahr in St. Georgen zu tun hatte. Und auch sonst gab es für die Beamten des hiesigen Reviers einiges zu tun. Was genau – davon berichtete Revierleiterin Nicole Minge nun im Gemeinderat.

Ihre Ausführungen zeigten: Rein rechnerisch ist die Kriminalitätsbelastung in der Bergstadt leicht gestiegen, nämlich um rund 5,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das besagt die Häufigkeitszahl – also die Zahl der Straftaten, hochgerechnet auf 100.000 Einwohner. Sie lag im vergangenen Jahr bei 2642 Straftaten nach 2507 im Vorjahr.

Wobei diese Veränderung rein statistischer Natur sein dürfte: Ausschlaggebend für die Steigerung der Häufigkeitszahl ist nämlich nicht etwa, dass die Zahl der Straftaten stieg, sondern vielmehr – der Zensus lässt grüßen – der deutliche Abfall der Einwohnerzahl von 2024 auf 2025. Gut 900 Einwohner weniger weist die Statistik der Polizei plötzlich aus.

325 Straftaten insgesamt

Während die rechnerische Kriminalitätsbelastung also stieg, nahm die absolute Zahl der Straftaten sogar ab: 325 davon registrierte die Polizei in St. Georgen im vergangenen Jahr insgesamt. Das sind sechs weniger als im Vorjahr, womit die Zahl nur hauchdünn über dem Fünf-Jahres-Mittel von 327 Straftaten liegt.

Und überhaupt, erklärte Revierleiterin Minge den Räten: Auch eine Häufigkeitszahl von 2642 sei noch längst kein Grund zur Beunruhigung. „Das ist deutlich unter dem, was in anderen Bereichen an Zahlen festzustellen ist“, sagt Minge. Kreisweit wurden 3429 Straftaten pro 100.000 Einwohner registriert; im Bereich des Polizeipräsidiums Konstanz 3580 und landesweit sogar 4643.

Auch die Aufklärungsquote in St. Georgen kann sich sehen lassen, findet Minge: In etwa 72 Prozent der angezeigten Fälle konnten die Beamten den oder die Täter finden.

Polizei zählt 84 Diebstähle

Auch wenn die Gesamtzahl der Straftaten 2025 niedriger war als 2024 – in einigen Bereichen verzeichnete die Polizei doch einen teils enormen Anstieg. Allen voran fällt dabei der Bereich Diebstahl, in dem die Polizei im vergangenen Jahr 84 Taten registrierte. Das sind anderthalbmal so viele wie noch im Vorjahr, als in St. Georgen 56 Diebstähle angezeigt wurden. Die Statistik zeigt: Insbesondere Ladendiebstähle sind ein Problem. 32 Stück weist die polizeiliche Statistik für 2025 aus. Im Jahr zuvor waren es mit 17 Ladendiebstählen nur etwas mehr als die Hälfte gewesen. Und in den Vorjahren lag die Zahl noch etwas niedriger.

Häusliche Gewalt: mehr Fälle oder nur mehr Anzeigen?

Auch die Zahl der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung wuchs leicht – von 13 Fällen im Jahr 2024 auf nun 21. Wobei einen großen Anteil an diesen Straftaten mit 14 Stück im vergangenen Jahr die Verbreitung pornografischer Schriften ausmacht. In Sachen Rauschgiftkriminalität stellte die Polizei einen leichten Anstieg fest: Die Zahl der Delikte stieg von acht in 2024 auf zehn im vergangenen Jahr.

Ebenfalls leicht stieg in der Statistik der Polizei die Zahl der Fälle von häuslicher Gewalt an. 24 stehen 2025 für St. Georgen in der Statistik. 2024 und 2023 waren es 19 Fälle. Dafür hatte Minge zwei mögliche Erklärungen parat: Natürlich sei denkbar, dass es zu mehr Fällen häuslicher Gewalt komme. Gleichzeitig geht die Revierleiterin jedoch auch davon aus, dass durch die erhöhten Aktivitäten im Bereich des Opferschutzes in den vergangenen Jahren mittlerweile schlicht mehr Fälle angezeigt werden, sprich die Dunkelziffer sinkt.

Auch erfreuliche Zahlen

Erfreuliches konnte Minge mit Blick auf Sachbeschädigungen berichten: Ihre Zahl ging in St. Georgen von 2024 auf 2025 deutlich zurück. Im vergangenen Jahr registrierte die Polizei 80 Sachbeschädigungen. In den Jahren zwischen 2022 und 2024 hatte ihre Zahl bei stets knapp über 100 Fällen gelegen. Die Zahl der Vermögens- und Fälschungsdelikte lag 2025 bei 48 – und damit etwa auf Vorjahresniveau.

Die Tatverdächtigen

Geschlecht
212 Tatverdächtige ermittelte die Polizei 2025 in St. Georgen – das sind 23 mehr als im Vorjahr, obwohl die Zahl der Straftaten zurückging. 147 von ihnen waren Männer, 65 Frauen. Die Zahl der weiblichen Tatverdächtigen stieg damit im Vergleich zum Vorjahr deutlich um etwa 44,4 Prozent.

Alter
Mit 172 Tatverdächtigen war der Großteil erwachsen, also 21 Jahre oder älter. Die restlichen Tatverdächtigen – 40 an der Zahl – waren jünger als 21 Jahre. Auch elf Kinder, die unter 14 Jahre alt waren, waren unter ihnen.

Nationalität
Mit 93 Personen war weniger als die Hälfte aller Tatverdächtigen nicht deutsch – eine Steigerung nach 82 nichtdeutschen Tatverdächtigen im Jahr 2024. rückläufig war derweil die Zahl der Geflüchteten beziehungsweise Asylbewerber, die in St. Georgen straffällig wurden: 2025 waren das neun Personen – nach jeweils 16 in den Jahren 2024 und 2023.

Alkoholeinfluss
16 Prozent aller Tatverdächtigen stand nach Angaben der Polizei zum Zeitpunkt ihres Delikts unter Alkoholeinfluss. Insgesamt traf das auf 34 Personen zu – und damit auf 14 mehr als noch 2024.

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