Muslime feiern Fastenbrechen: Islamische Gemeinde Triberg gibt Einblick in Regeln des Ramadans

Gebetszeit während des Fastenmonats Ramdan in der Kuba-Moschee in Triberg: Imam Ramazan Akan betet mit den Gläubigen der Islamischen Gemeinde.
Hans-Jürgen KommertFür die Muslime ist derzeit eine harte Probe im Gange: Bereits seit Anfang Februar ist für sie Ramadan. Auch Muslime aus der Region Triberg fasten derzeit bis zum Sonnenuntergang. Ihrem Glauben nach ist der Monat Ramadan derjenige, in dem der Koran erstmals zu den Menschen herab gesandt wurde.
In diesem Jahr stimmt er zum großen Teil mit der christlichen Fastenzeit überein – er begann am Aschermittwoch und endet am 19. März – er endet mit dem so genannten Zuckerfest, das 2026 vom 20. bis zum 22. März gefeiert wird. Der Islamische Kalender richtet sich nach dem Mondkalender.
Von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang wird gefastet. Ausnahmen gibt es, beispielsweise für Schwangere oder bei medizinischer Begründung. Aber auch dann, wenn man sich auf Reisen befindet. Ein gläubiger Moslem fastet bis zum letzten Tag des Fastenmonats mit Beginn der Morgendämmerung, bis die Sonne untergeht, also bis gegen 18 Uhr, zur Zeit des Maghrib-Gebetes.
In dieser Zeit wird weder gegessen noch getrunken, nicht einmal Wasser, erläuterte der Vorsitzende der Islamischen Gemeinde Triberg, Ali Ildir. Zum ersten gemeinsamen Fastenbrechen habe die Islamische Gemeinde sowohl den katholischen Pfarrer Andreas Treuer als auch seinen evangelischen Kollegen Markus Ockert eingeladen – bei Treuer kollidierte der Termin allerdings mit der Samstagabendmesse. Auch Bürgermeister Sven Ketterer sei eingeladen, der sich im Gespräch offen gezeigt habe.
Zunächst gibt es Wasser und eine Dattel
Nach einer Zeit des gegenseitigen Kennenlernens begann für die Gemeindemitglieder die erste Gebetszeit, dann wurde in der Kuba-Moschee das Fastenbrechen gefeiert. Traditionell wird zunächst Wasser getrunken und eine Dattel gegessen. Im Vorfeld waren die Teller gefüllt worden.
Auffallend ist die Trennung der Geschlechter – ausschließlich Männer waren beim Fastenbrechen anwesend, die Frauen waren in separaten Räumen. Gegen 19.30 Uhr zogen sich die Gemeindemitglieder in den Gebetsraum zurück zum vorgeschriebenen fünften und letzten Tagesgebet. „Wir laden in diesen Tagen auch unsere Glaubensbrüder ein, die geflüchtet sind, beispielsweise aus Syrien oder Afghanistan“, erklärte Ildir am Rande.
Zuckerfest „Bayrami“ beendet den Ramadan
In gut drei Wochen werden die Muslime dann einen ihrer wenigen großen Feiertage begehen: Das Fastenbrechen, das den Ramadan beendet, das Zuckerfest „Bayrami“ (sprich Bayram). Nach dem Opferfest, an dem vier Tage lang Abrahams gedacht wird, der bereit war, seinen Sohn zu opfern, ist dies der zweithöchste Feiertag.