Marodes Dach: Böse Kosten-Überraschung beim Schonacher Musikpavillon

Das Dach des Musikpavillons im Schonacher Kurpark – hier bei einem Feierabendhock vor einigen Jahren zu sehen – ist marode und muss dringend ertüchtigt werden. (Archivfoto)
Gemeindeverwaltung Schonach- Dach des Musikpavillons im Kurpark Schonach ist marode – bei Schneelast droht Einsturz.
- Architekt legte Entwürfe mit ca. 110.000 Euro vor, der Rat forderte genaue Kosten und Statik.
- Ortsbaumeister Paul kalkulierte 220.000 Euro, verkleinert 190.000; eigener Entwurf: rund 145.000.
- Gemeinderat kritisierte die Architektenplanung und favorisierte Pauls filigranere Vorschläge.
- Beschluss: Ausschreibung nach Pauls Entwurf, Fördermittel aus dem LuKIFG sind im Gespräch.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Das Dach des Musikpavillons im Schonacher Kurpark ist in derart desolatem Zustand, dass bei starken Schneelasten ein Einsturz zu befürchten steht. Darüber hatte der Gemeinderat bereits in seiner Juni-Sitzung gesprochen.
Das Architektenbüro Studio 76 hatte dem Gemeinderat Entwürfe vorgelegt, die Kosten mit ungefähr 110.000 Euro beziffert. Das Gremium wollte vor einer Entscheidung aber detaillierte Kosten und eine Prüfung der Statik.
Ortsbaumeister Ansgar Paul hatte nun genauer nachgerechnet und kam dabei auf Kosten von 220.000 Euro, wie er in jüngster Ratssitzung berichtete. Ein verkleinerter Vorschlag des Architekten würde noch immer mit 190.000 Euro zu Buche schlagen.
Ortsbaumeister legt eigene Planung vor
Paul hatte sich dann die Mühe gemacht, einige eigene, stark vereinfachte Entwürfe zu planen, mit rund 40 Quadratmetern weniger Dachfläche und ergo auch weniger Stahl, um die Traglast zu halten. Hier würden aber immer noch Kosten in Höhe von rund 145.000 Euro entstehen.
Da sei nun guter Rat teuer, meinte Bürgermeister Jörg Frey ratlos. Entweder man ziehe das Ganze zügig durch oder man müsse über den Winter den Pavillon sperren. Finanziert werden könnte die Maßnahme mit Geldern aus dem Länder- und Kommunal-Infrastrukturfinanzierungsgesetz (LuKIFG), wie man bereits diskutiert hatte.
Gemeinderat vom Architekten maßlos enttäuscht
Bernd Kaltenbach (CDU) dankte Ansgar Paul für seine Arbeit – zumal er ja eigentlich mit einem Schlüsselbeinbruch gar nicht arbeitsfähig sei. Gleichzeitig zeigte er sich über die Arbeit des Architekten maßlos enttäuscht ob der Vorlage einer mutmaßlich KI-erstellten Planung und der viel zu gering geschätzten Kosten. Er plädierte dafür, die Arbeiten nach einem der Vorschläge Pauls schnellstens durchzuführen. Und sollte das vor dem Winter nicht klappen, müsste man halt das alte Dach schon mal abbauen.
Entwurf kommt an – nicht nur wegen geringerer Kosten
Weitere Meinungen aus dem Gremium machten deutlich, dass die filigraneren Entwürfe Pauls nicht nur wegen der geringeren Kosten besser ankamen. Probleme mit nun fehlendem seitlichem Wind- und Wetterschutz sah man nicht als großes Problem an. Um ein Besteigen des Daches zu verhindern, schlug Paul vor, entweder das Gelände an entsprechender Stelle abzugraben oder mittels Zäunen ein Aufsteigen zu verhindern.
Schlussendlich beschloss der Rat bei einer Gegenstimme, die Arbeiten nach dem Entwurf von Ortsbaumeister Paul auszuschreiben.