Marode Kanäle – hohe Kosten
: Unter St. Georgens Straßen lauert Unheil

Wie ist der Zustand der St. Georgener Kanalisation? Wo sind Reparaturen nötig? Darüber hält sich die Stadt regelmäßig auf dem Laufenden. Der Blick in die Zukunft ist nicht rosig.
Von
Helen Moser
Oberndorf
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Stück für Stück wird der Zustand der St. Georgener Kanalisation überprüft – aktuell mit besorgniserregenden Ergebnissen. (Symbolfoto)

© U. J. Alexander – stock.adobe.com

Sanierungen im Bereich der Kanalisation könnten die Haushalte der Stadt St. Georgen in den kommenden Jahren verstärkt belasten. Denn der Zustand der Kanäle ist teils deutlich schlechter als erhofft und gedacht.

Darüber informierte Alexander Tröndle, Leiter des städtischen Bauamts, die Mitglieder des Technischen Ausschusses in ihrer jüngsten Sitzung. Über das Budget für die Kanalsanierung werde man im Zuge der Haushaltsberatungen sprechen müssen, kündigte er schon einmal an – das zeichne sich jetzt schon ab.

Doch von Anfang an. Denn eigentlich stand in der Sitzung des Technischen Ausschusses nur ein absoluter Routine-Beschluss auf der Tagesordnung: die Vergabe der grabenlosen und manuellen Kanalsanierungsarbeiten für das laufende Jahr. „Alle Jahre wieder“, kommentierte Tröndle, stehe dieser Beschluss an.

Und an der Vergabe an sich war zunächst auch nichts Besonderes. Bis Ende Juni 2026 sollen im südlichen Teilbereich der Bergstadt diverse Kanalabschnitte – insgesamt rücken etwa 800 Meter in den Fokus – saniert werden, bei denen dies notwendig ist. Grundlage sind die Ergebnisse der optischen TV-Kanalinspektionen in St. Georgen.

2026 etwa im Rahmen der Vorjahre

Kostenpunkt für die Arbeiten, die für das laufende Jahr geplant sind: gut 195 000 Euro. Damit liegt das Angebot fast 20 Prozent unter der Kostenberechnung, wie aus der Sitzungsvorlage für den Technischen Ausschuss hervorgeht. Damit liegen die Kosten zudem etwa im Rahmen der Vorjahre. 2023 und 2025 lagen die Vergabesummen bei rund 194 000 und knapp 192 000 Euro, 2024 etwas höher bei rund 252 000 Euro.

Ingenieurbüro schlägt Alarm

Wie sich diese Summen in den kommenden Jahren entwickeln werden, wird interessant sein, wie in der Sitzung am Rande schon einmal anklang. Denn auch aktuell werden Kanalbefahrungen aus St. Georgen ausgewertet, um das Sanierungsprogramm fürs kommende Jahr zusammenzustellen. Und die, erklärte Tröndle, sähen „verheerend“ aus.

Das Ingenieurbüro, das die Auswertung der Aufnahmen für die Stadt übernimmt, sei aufgrundessen sogar für ein Gespräch ins Rathaus gekommen. „Das war keine schöne Erfahrung“, schilderte Tröndle. Denn das Urteil der Experten ist hart: Auf Grundlage ihrer Erkenntnisse gehen sie davon aus, dass das Budget für Kanalsanierungen in der Bergstadt im kommenden Jahr verdoppelt oder sogar verdreifacht werden muss.

Wie viel Geld schlucken die Kanäle 2027?

In Zeiten ohnehin klammer Kassen und teurer Großprojekte sind das keine guten Nachrichten für die Stadtfinanzen. Immerhin: Noch ist das Thema nicht akut. Die Auswertungen, die derzeit laufen, ziehen frühestens im kommenden Jahr Sanierungsmaßnahmen nach sich. Man müsse also, sagte Tröndle, im Laufe der Haushaltsberatungen für 2027 darüber sprechen, wie viel Geld im kommenden Jahr für St. Georgens marode Kanäle da ist.

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