Lesung in Schonach: Für Andy Hör erfüllt sich ein Traum

Andy Hör (links) interpretierte zusammen mit Wolfgang Schyle den Song „Heimat“ von Johannes Oerding.
Claudius EberlIm Rahmen der „Zeitgeschichten“-Ausstellung im Haus des Gastes stellte der Schonacher Autor Andy Hör sein Erstlingswerk vor.
Im „Waldpeterle“ – dem Konferenzraum des Gebäudes – warteten viele Interessierte auf die Lesung. Hör zeigte sich überwältig ob des riesigen Zuspruchs seiner Lesung. „Toll ist außerdem, dass ich ein Teil der Zeitgeschichten sein darf!“, sagte Hör.
Dass er im „echten Waldpeter“ einen Großteil seiner Jugend verbracht habe, mache die Sache natürlich umso schöner. Eine grandiose Ausstellung sei das, befand er und bat um einen großen Applaus für das Team um Silvia Hettich.
Tja, wie sei er denn nun zum Schreiben gekommen? Vor rund zwei Jahren habe er beschlossen, dass er ein Buch verfassen möchte. Und letzten Winter – im Winter hat der Bauer Zeit, so der Autor und Nebenerwerbslandwirt – sei es dann soweit gewesen. Es sei keine Geschichte, die er erlebt habe, aber sie sei vielfach inspiriert von seiner Jugend.
Kommende Woche nun soll das Buch mit dem Titel „Was ich sehen kann“ in den Handel kommen. „Mal sehen, ob es überhaupt jemand lesen will…“, fragte sich Hör, wobei sein Traum sich schon erfüllt habe: Er habe ein Buch geschrieben, einen Verlag gefunden und stehe hier nun bei seiner ersten Lesung.
Song von Johannes Oerding
Bevor er dann einige Zeilen aus seinem Werk zum Besten gab, gab es eine musikalische Einleitung: Zusammen mit Wolfgang Schyle interpretierte er den Song „Heimat“ von Johannes Oerding.
Um was geht es in seinem Buch? Das verriet Hör in groben Zügen: Es geht um Matti, der in den 1980er-Jahren auf einem Bauernhof in Schönbach aufwächst. Der Junge hat eine ganz besondere Gabe: Er kann spüren, was in Menschen vor sich geht und Ereignisse vorausahnen. Diese Gabe wird ihm allerdings als Jugendlicher fast zum Verhängnis.
Wie Matti auf der hohen Fichte sitzt
40 Seiten las Hör vor einem konzentriert zuhörenden Publikum. Wie es in der elterlichen Stube aussah, als der Hauptakteur des Romans, Matti, sich an Weihnachten in früher Kindheit erinnert, bei einem Gespräch mit einem Landstreicher, der sich bei Mattis Mutter ein Bier und etwas zu essen erbettelt und seine Beute vor dem Eingang verspeist oder wie Matti mit seinem Freund auf der hohen Fichte in ihrem Versteck sitzt und den Blick in die Ferne schweifen lässt. All das ließ Hör mit seinen Worten den Zuhörern nahezu bildlich vor Augen erscheinen. Anschaulich beschreibt er, wie bei ei der Heuernte plötzlich ob des drohenden Regens ganz schnell gehen muss, wie die Spannung beim Einbringen des letzten Wagens in die Tenne auf einen Schlag von allen Akteuren abfällt und sich in gelöste Stimmung wandelt.
„Ab da wird es richtig spannend“
Die Lesung umfasste Teile der ersten drei Kapitel. „Aber ab da wird es dann auch richtig spannend“, triggerte Hör sein Publikum. Mehr wolle er nicht verraten. Das Buch soll ab kommender Woche erhältlich sein, auch beim „Mossi“ in Schonach. Die offizielle Vorstellung des 212 Seiten starken Romans soll übrigens am 6. November im Pfarrzentrum in Schonach stattfinden.
Zum Abschluss gab es einen weiteren Song. Andy Hör, dessen weiteres Talent das Singen ist, hatte dazu „Fields of Gold” umgeschrieben in „Felder um d’Schone“ und sang das Lied im Dialekt, begleitet von Wolfgang Schyle.