Jubiläumsausstellung in Schonach
: Was es unter dem Motto „Zeitgeschichte(n)“ zu entdecken gibt

Endlich war es am Freitagabend so weit: Nach monatelangen Aufbauarbeiten begann die große Jubiläumsausstellung im Schonacher Haus des Gastes.
Von
Claudius Eberl
Oberndorf
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Schonach und die Welt in den 1980er- und 1990er-Jahren – das ist einer der Themenbereiche, die Teil der Ausstellung sind.

Claudius Eberl

Bürgermeister Jörg Frey begrüßte zur Eröffnung im Foyer des Hauses zahlreiche Helfer, Vertreter der Vereine und der Hochschwarzwald-Tourismus GmbH (HTG). Ein einmaliges Erlebnis sei diese Ausstellung, versicherte er, das Haus des Gastes sei nicht wiederzuerkennen. Überwältig sei er vom Ergebnis, das eine einmalige Reise in die Geschichte der Gemeinde zeige.

Ganz besonderen Dank sprach er Silvia, Clemens und Mike Hettich, den maßgeblichen Ideengebern und Köpfen hinter den Planungen und Aufbauarbeiten. Danken wollte Frey aber allen, die beteiligt waren: Helfern, Bauhof, Spender von Materialien, Vereine und auch dem Gemeinderat, der die Finanzmittel freigab.

Die Ausstellung sei ein weiteres Highlight zum 750. Geburtstag der Gemeinde. Entstanden durch ein unglaubliches gemeinschaftliches und ehrenamtliches Engagement, zeige die Ausstellung Auszüge aus der Geschichte der Gemeinde. Rund 100 Helfer werkelten unzählige Stunden, um das Haus des Gastes und Außenflächen in ein einmaliges Gesamtkunstwerk zu verwandeln.

„Das macht die Schonacher aus, sie packen zusammen an“, freute sich Frey. Er sei stolz und dankbar, in einer solchen Gemeinde Bürgermeister sein zu dürfen. Zehn Tage lang bleibe die Ausstellung nun geöffnet, zeige Rückblick und Ausblick, Realität und Fantasie, das Gestern, Heute und Morgen. „Wer die Ausstellung nicht sieht der verpasst etwas“, ist er sich sicher.

Silvia Hettich, zusammen mit Ehemann Clemens und Sohn Mike Projektleiterin der Ausstellung, bedankte sich ebenfalls bei allen Helfern. Hier sei ein tolles Miteinander gewachsen. „Es erfüllt mich mit Stolz, was hier gemeinsam geschaffen wurde.“ Sie betonte, dass jeder einzelne Helfer wichtig gewesen sei. Es sollte ein Gemeinschaftsprojekt für das Dorf entstehen – und das, so zeigte sie sich sicher, sei gelungen.

Dann wurden endlich die Bänder am Eingang zerschnitten – und die Ausstellung war offiziell eröffnet. Das Band durchtrennten Bürgermeister Frey, Silvia Hettich, Guido Kaltenbach und Fritzi Rheiner, unterstützt durch ihre Mutter Lena. Kaiser ist mit 95 Jahren einer der ältesten Bewohner Schonachs, Fritzi Rheiner ist am 1. Januar 2025 geboren, war also die erste neue Schonacherin im Jubiläumsjahr.

Vielfältige Themenwelten

Silvia Hettich führte die Gäste anschließend durch die Ausstellung. Und die ist wahrlich grandios. Es lässt sich mit Worten kaum beschreiben, was da in ehrenamtlichem Engagement geschaffen wurde. So vielfältig wie die Gemeinde und ihre Einwohner selbst zeigt sich die Ausstellung.

Wer erst einmal in das Haus des Gastes eingetreten ist, der verliert schnell die Orientierung, denn die Räume – inklusive Saal, Empore und Foyer – wurden in kleinere Räume und Gänge unterteilt.

Während im Außenbereich Uhren, die Strohhutfabrik und das Werk von Klaus Ringwald behandelt werden, findet sich im Konferenzraum das „Waldpeterle“. Ein kleines Kino mit Filmen über Schonach wurde im Spielbereich der Tourist-Info aufgebaut, davor wird die bunte Welt der 80er- und 90er-Jahre behandelt. Schonacher Künstler, ehemalige Geschäfte im Ort, die Winterzeit, Fastnacht und Weihnachten, Handwerk und Industrie werden gezeigt.

Im Außenbereich präsentiert sich die HTG, Moosis Kiosk und Verpflegungsstände haben geöffnet und beim Kollektiv High Five gibt es Merchandise zu kaufen. Außerdem wird Wissen zu alten Bildern für einen neuen Bildband abgefragt. Im Pavillon wird die Historie der aktuell in Schonach bestehenden Vereine gezeigt.

Bleibt das jetzt so?

Bereits im Vorfeld kamen viele Anfragen von Bürgern, ob die Ausstellung nach Ende der Öffnungszeiten zurückgebaut werden wird, oder ob man zumindest Teile davon belassen könne. Vor allem die Zeit-Bar „Time Out“ im Foyer sorgte für Begeisterung, verwandelte sie das eher kühle Foyer in eine gemütliche Kneipe mit Holzofen, alten Bildern und gemütlichen Bänken. „Ja, das wäre schon eine Überlegung wert“, verriet Bürgermeister Frey bei der Eröffnung. Allerdings müsse man auf den Brandschutz achten. Aber man werde mal schauen, was machbar wäre.

Rahmenprogramm

Öffnungszeiten
Die Ausstellung ist am kommenden Wochenende am Freitag, 3. Oktober, 10 bis 22 Uhr, Samstag, 4. Oktober, 14 bis 22 Uhr, und Sonntag, 5. Oktober, 10 bis 22 Uhr, geöffnet. An diesem Montag, 29. September, findet ab 19.30 Uhr ein Vortrag zum Thema Organspende statt. Am Dienstag, 30. September, ist von 15 und 19 Uhr „Zit zum Musik loose“ mit Harald und Thomas. Abends wir Andreas Hör ab 19.30 aus seinem neuen Buch vorlesen. Am Mittwoch, 1. Oktober, wird zwischen 15 und 19 Uhr mit dem Bärt-Team Cego gespielt. Abends hält Antina Beutel ab 19.30 Uhr den Vortrag „Ich ticke anders – na und?“. Am Donnerstag, 2. Oktober, werden ab 20 Uhr Cocktails mit Julian Hirschmann gemixt. Die Zeitbar im Foyer ist an den Ausstellungstagen bis 24 Uhr geöffnet. Von Montag bis Donnerstag ist sie zwischen 15 und 23 Uhr geöffnet.

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