Läuferin stammt aus Peterzell
: Über 50 Kilometer zum Weltrekord? Verena Cerna jagt magische Marke

Sie hat einen langen Atem: Verena Cerna, die ihre Wurzeln in St. Georgen hat, will am Sonntag, 1. November, in Ulm den Ultramarathon-Weltrekord in ihrer Altersklasse knacken.
Von
Helen Moser
St. Georgen
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*Weltrekord in Ulm?* So bereitet sich Verena Cerna auf den 50km-Lauf am 1. November vor

Ursprünglich stammt sie aus St. Georgen, mittlerweile lebt Verena Cerna in Ulm - und genau hier startet sie am Sonntag, 1. November, auch ihren Weltrekordversuch.

Matthias Kessler
  • Verena Cerna startet am Sonntag, 1. November, in Ulm zur 50-km-Weltrekordjagd Ü45.
  • Zielzeit für den Rekord: 3:16:59 – den deutschen Frauenrekord will sie ebenfalls unterbieten.
  • Die gebürtige Schwarzwälderin lebt in Ulm, ist Physikprofessorin und läuft für den SSV Ulm 1846.
  • Sie wurde in Neu-Delhi Ü45-Weltmeisterin, bereitet sich mit 30–40-km-Läufen und Pacemakern vor.
  • Start ist um 9 Uhr im Donaustadion, Ziel gegen 12.15 Uhr; Strecke verläuft entlang der Donau.

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Sie ist in der Form ihres Lebens – und will die nutzen, um eine ganz besondere Marke zu knacken. Drei Stunden, 16 Minuten und 59 Sekunden – so schnell müsste Verena Cerna am kommenden Sonntag, 1. November, die 50 Kilometer absolvieren, um den Weltrekord in ihrer Altersklasse Ü45 zu knacken. Und auch den deutschen Rekord der Frauen von drei Stunden, 16 Minuten und 47 Sekunden will sie unterbieten.

Auf die Jagd nach der magischen Marke macht sich Cerna am Sonntag um 9 Uhr im Donaustadion in ihrer Heimat Ulm, wo sie mit ihrer Familie lebt und als Physikprofessorin an der Technischen Hochschule Ulm lehrt. Ursprünglich stammt die heute 45-Jährige jedoch aus dem Schwarzwald, wuchs als Verena Kohnle in Peterzell auf und besuchte das Gymnasium in der Bergstadt.

Ihre Leidenschaft fürs Laufen und für die langen Strecken hatte sich damals jedoch noch nicht entdeckt – das kam erst deutlich später, als Cerna in Lausanne in der Schweiz ihre Doktorarbeit schrieb. Dabei stellte sich eins recht zügig heraus, wie sie einmal im Gespräch mit unserer Redaktion schilderte: „Was ich gut kann, ist lange und schnell laufen“, berichtete sie da. „Ich habe schnell gemerkt, dass ich da ein Talent dafür habe.“

In Indien zum Weltmeistertitel

Mittlerweile ist aus dem Talent eine Leidenschaft geworden – und die ist von zahlreichen Erfolgen gekrönt. Die 50-Kilometer-Strecke, den Ultramarathon, hat Cerna vor noch nicht allzu langer Zeit für sich entdeckt. Dennoch hat sie auf der Distanz schon viel erreicht: Im Februar 2025 knackte sie mit einer Zeit von drei Stunden, 23 Minuten und einer Sekunde bei den deutschen Ultramarathon-Meisterschaften auf Anhieb die Norm für die Weltmeisterschaft – das war die bis dato viertschnellste Zeit einer deutschen Frau über die 50 Kilometer.

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Verena Cerna vom SSV Ulm ist U45-Ultramarathon-Weltmeisterin

Im März krönt Verena Cerna sich in Neu-Delhi zur Ü45-Ultramarathon-Weltmeisterin.

Cerna

Seit März darf sich Cerna zudem Weltmeisterin nennen: Bei der Ultramarathon-Weltmeisterschaft in Neu-Delhi in Indien gewann die Athletin, die für den SSV Ulm 1846 an den Start geht, den Titel in ihrer Altersklasse. Ihre Zeit damals: drei Stunden, 26 Minuten und 21 Sekunden.

Cerna: „Ich bin in der Form meines Lebens“

Zum Weltrekord fehlen also noch ein paar Minuten. Dennoch ist Cerna zuversichtlich. Sie sei zwar aufgeregt, aber auf eine positive Art und Weise, erklärt sie im Vorfeld der Weltrekordjagd. Und sagt: „Wenn ich es versuche, dann jetzt. Ich bin in der Form meines Lebens.“ Bei den Weltmeisterschaften in Neu-Delhi lief es so gut, dass sie sich den Weltrekord als neues Ziel setzte, meint Cerna.

Die volle Distanz über 50 Kilometer ist Cerna übrigens erst drei Mal gelaufen – zwei Mal im Wettkampf und ein Mal im Training. Ungewöhnlich ist das aber nicht, wie die Langstreckenspezialistin sagt: „Das ist ganz normal. Man läuft im Training normalerweise nicht die volle Distanz.“ Stattdessen bereitet sich Cerna mit vielen langen Läufen zwischen 30 und 40 Kilometern vor, bei denen sie viel Strecke in Renntempo absolviert.

*Weltrekord in Ulm?* So bereitet sich Verena Cerna auf den 50km-Lauf am 1. November vor

Verena Cerna will am Sonntag den Weltrekord in ihrer Altersklasse und den deutschen Rekord brechen.

Matthias Kessler

Damit die lange Strecke von 50 Kilometern nicht überwältigend wirkt, macht sich Cerna einen psychologischen Trick zunutze: Sie teilt die Strecke gedanklich in zehn Fünf-Kilometer-Abschnitte auf. „Ich denke immer nur in den fünf Kilometern. Und am Ende jedes Fünf-Kilometer-Abschnitts bekomme ich dann zur Belohnung meine Getränkeflasche.“

Viele Faktoren sollen mitspielen

Am Ende absolviert Cerna die 50 Kilometer so Schritt für Schritt. Dennoch: Über die ganze Distanz bleiben viele Unbekannte – und es könnte viel schiefgehen. Das macht den Weltrekordversuch alles andere als perfekt planbar. Um ihre Chancen zu maximieren, hat Cerna deshalb ein ganzes Team um sich geschart. Einer von ihnen ist Dominik Schrader, der Cerna als einer ihrer „Pacemaker“ – also Tempomacher – unterstützt. Er ist überzeugt: „Verena wird das schaffen.“

Auch die Verpflegung für die Ultramarathon-Strecke ist bis ins letzte Detail geplant. Um diese Distanz möglichst schnell zu überwinden, braucht es unter anderem eines: eine Menge Kohlenhydrate. Wie Cernas Magen das am Tag des Rekordversuchs verträgt – ganz vorhersagen kann man das nicht, ebensowenig wie das Wetter am Sonntag und seine Auswirkungen.

*Weltrekord in Ulm?* So bereitet sich Verena Cerna auf den 50km-Lauf am 1. November vor

Mit vielen langen Läufen bereitet sich Verena Cerna auf die 50 Kilometer vor.

Matthias Kessler

Es wird also spannend, wenn Cerna am Sonntag um die Mittagszeit ins Donaustadion zurückkehrt. Dann wird sie den größten Teil der 50-Kilometer-Strecke, die auf einer Pendelroute entlang der Donau zwischen Ulm und Thalfingen hin und her führt, schon hinter sich haben. Die letzten sechs Runden läuft die Leichtathletin auf der Bahn im Donaustadion. Gegen 12.15 Uhr soll sie ins Ziel kommen – und dann zeigt sich, ob sie den Weltrekord und den deutschen Rekord brechen kann.

Cerna hofft auf viele Unterstützer vor Ort. Wer nicht persönlich dabei sein kann, kann den Lauf jedoch auch im Livestream mitverfolgen.