Konzert in Königsfeld
: „Guillaume Artus and Friends“ brillieren beim Bergstadtsommer

Mit Virtuosität und Spielfreude begeisterten „Guillaume Artus and Friends“ das Publikum im Kirchensaal in Königsfeld im Rahmen des Bergstadtsommers.
Von
Siegfried Kouba
Oberndorf
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Als außergewöhnliches Konzerterlebnis darf man den Auftritt von „Guillaume Artus and Friends“ bewerten – im Vordergrund der Solocellist. Der Auftritt wurde mit viel Beifall bedacht.

Siegfried Kouba

Das Konzert „Guillaume Artus and Friends“ des Bergstadtsommers fand im Kirchensaal statt. Grandios war die Fraternisation von Virtuosität, Technik, aufmerksamen Zusammenwirkens und der Entstaubung vom Ballast gängiger Interpretationen.

Impulsgeber war der Cellist Guillaume Artus, der in der Region längst bekannt ist, weltweit mit Orchestern zusammen arbeitet und international als Solist gefragt ist. In Gesa Jenne-Dönneweg (Violine), Simone Riniker (Violine), Ingrid Philippi (Viola), Karsten Dönneweg (Violoncello), Hanno Dönneweg (Fagott), Richard Munteanu (Kontrabass) und Bernhard Fackelmann (Cembalo) hatte er ausgezeichnete Mitwirkende an seiner Seite.

Vivaldi und Haydn

Werke von Antonio Vivaldi (1648 bis 1741) und Joseph Haydn (1732 bis 1809) standen auf dem Programm. Beide konnten sich nicht begegnen, aber was sie eint, ist ihr Bestreben nach Originalität und Bedeutung. Und die kamen bereits beim e-Moll-Konzert Vivaldis zum Tragen. Leichter Schmerz und dahineilende Beschwingtheit sowie ein bedeutungsvolles Crescendo und Decrescendo bestimmten den Kopfsatz. Führungsstärke bewies das Cello im zweiten Satz, wozu großartig das begleitende Fagott erklang. Von der Sonne durchschienen strahlte das Finale.

Auffallend waren perfekte Aufmerksamkeit der Akteure, das engagierte Musizieren und die markante Bogentechnik von Solist und Tutti. Gleiches galt auch beim Doppelkonzert RV 531, wobei sich Karsten Dönneweg als gleichwertiger Partner zeigte. Artus und er ergänzten sich bestens und steigerten die Lust, Cello-Musik des Eingangs-Allegros wirkungsvoll zu transportieren mit lebendig-kräftiger Rasse und Klasse bei Dynamik, die keine Langeweile duldete. Im Adagio wurde Schönklang vermittelt, wobei besonders das Cembalo in seiner Feinheit zur Geltung kam und vor allem das Echo der Solistenbeiträge wirkte.

Geigerischer Höhepunkt

Beim Wetteifern der beiden Celli und der Tuttimusiker wurde das Schluss-Allegro zu einem packenden Erlebnis. Ein bewunderndes Raunen des Publikums ging danach durch den Saal – und das mit Recht.

Für den geigerischen Höhepunkt sorgte Vivaldis „Herbst“. Der Komponist spielte selbst Violine und stellte somit hohe Anforderungen an die Interpreten. Hier konnte erneut Gesa Jenne-Dönneweg glänzen und zusammen mit den Kollegen programmatische Inhalte vermitteln. Diese wurden durch das entsprechende Sonett Vivaldis vorgegeben und der Zuhörer konnte sich an Bauerntanz, mediterraner Luft, Morpheus Armen, Jagd und derber Rustikalität (effektvolles Trampeln der Akteure) erfreuen.

Es gehört zu den schönsten und beliebtesten Cello-Konzerten: Haydns D-Dur-Werk (Hob.VIIb/1). Hier bewies Artus Eleganz, Schwung und Esprit, wobei die Kadenzen von tadellosen Saitenübergängen bis zum hellen Flageolett leuchteten. Als Bonbon wurde Tschaikowkys Cello-Nocturne serviert.

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