Hochschule Furtwangen
: Vom Nivea-Marketing in den Hörsaal

Lucina Odoi unterrichtet Internationales Marketing. Warum die Professorin ihre internationale Konzernkarriere gegen die HFU tauschte – und wie sie Nachhaltigkeit zum Unterrichtsthema macht.
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(red/pm)
Furtwangen
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Lucina Odoi Hochschule Furtwangen

Lucina Odoi, Professorin in der Hochschule Furtwangen, wandte sich nach einer internationalen Karriere im Konsumgüterbereich ganz bewusst der Lehre zu – am liebsten in Verknüpfung mit ihrem Herzensthema Nachhaltigkeit.

Hochschule Furtwangen
  • Lucina Odoi lehrt Internationales Marketing an der Hochschule Furtwangen – Fokus Nachhaltigkeit.
  • Nach Konzernkarriere bei Beiersdorf und Mars wechselte sie bewusst in die Academia.
  • Bei Nivea verantwortete sie Marketing, inklusive erster Männer-Kampagne mit Jogi Löw.
  • Promotion über die „Zero-Waste“-Bewegung, Einstieg in die HFU über eine Vertretungsprofessur.
  • In ihren Kursen nutzt sie challenge-based learning: Studierende entwickeln eigene Nachhaltigkeitsprojekte.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

„Den Weg in die Academia hatte ich eigentlich schon immer in Erwägung gezogen“, sagt Lucina Odoi, wenn man sie nach ihrer Entscheidung fragt, aus einer internationalen Karriere in die Lehre zu wechseln. Schon während ihres Studiums zur Diplom-Kauffrau an der Universität Mannheim habe sie gewusst, dass dies ein spannender Karriereweg sein könnte.

„Ich konnte mich zunächst nicht entscheiden, ob ich den akademischen Weg weitergehen oder in die Praxis starten möchte“, wird die heutige Professorin in einer Pressemitteilung der Hochschule Furtwangen (HFU) zitiert. Also bewarb sie sich für beides – und beides wurde ihr angeboten. „Da war ich so schlau wie zuvor“, lacht Odoi. „Aber ich habe dann gespürt, dass ich mein Marketing-Wissen doch erst einmal in der Praxis anwenden möchte.“

Jogi Löw als Markenbotschafter

Lucina Odoi startete in eine Karriere, die sie sehr schnell international ausrichten konnte. Für den Konzern Beiersdorf durfte sie das Marketing der Marke Nivea übernehmen – „ein Jackpot“, wie sie heute noch schwärmt. Ihr Team entwickelte die erste Männer-Kampagne, mit dem damaligen Bundestrainer Jogi Löw als Markenbotschafter. „Das hat solchen Spaß gemacht. Oft haben wir uns für Meetings im Stadion getroffen und haben anschließend ein Spiel gesehen – davon war auch mein Mann begeistert“, lacht die Professorin.

Praktikum bei dm-Markt

Als nächste Station stieg sie bei Beiersdorf in die Großkundenbetreuung ein und war für Beiersdorfs größten Kunden in Deutschland, den dm-Drogeriemarkt verantwortlich. „Ich habe sogar ein Praktikum in einer dm-Filiale gemacht, um den Kunden wirklich zu verstehen“, berichtet sie. Als dann die persönliche Entscheidung heranreifte, mit ihrem Mann von Hamburg nach München zu ziehen, stieg sie auch in der neuen Heimat wieder in die internationale Konsumgüterbranche ein – diesmal als Marketing-Managerin bei Wrigley’s unter dem Dach des Mars-Konzerns.

Sie ist Mutter von drei Kindern

Während der zehn Jahre bei Mars bekam Lucina Odoi auch ihre drei Kinder – und besann sich in den Elternzeiten auf den Wunsch, der die ganze Zeit über in ihr geschlummert hatte: ihre Promotion. „Ich werde oft gefragt, wie ich das alles gleichzeitig geschafft habe“, sagt sie und schüttelt den Kopf: „Ehrlich gesagt, ich weiß es selbst nicht. Aber ich würde es auch nicht weiterempfehlen.“ Thematisch stellte sich Odoi für die Dissertation ganz neu auf: „Ich glaube, es hat mich verändert, Mutter zu werden“, überlegt sie. „Ich war auf der Suche nach Sinnhaftigkeit und habe mich viel mit Nachhaltigkeit beschäftigt. Letztlich habe ich über die ‚Zero-Waste‘-Bewegung geschrieben“, sagt sie. Gleichzeitig zu Job, Familienzeit und Promotion war Odoi in der Zwischenzeit auch ins Unterrichten eingestiegen, und als dann schließlich an der Hochschule Furtwangen eine Professur für Internationales Marketing ausgeschrieben wurde, wusste sie: Zeit für einen Wechsel.

„Ich bin extrem dankbar dafür, dass ich zunächst in Form einer Vertretungsprofessur an der HFU beginnen durfte. So konnte ich noch meine Dissertation fertig schreiben und bin jetzt nach meiner Berufung so richtig und endgültig hier angekommen.“ Inzwischen lebt sie mit ihrer Familie in Friedrichshafen am Bodensee, wo sie selbst aufgewachsen ist, und pendelt zur Hochschule.

Odoi betritt den Vorlesungsraum mit forschem Schritt. Rund 70 Studierende warten hier auf sie, aus sämtlichen Studiengängen und verschiedenen Semestern der HFU Business School. „Das ist meine Lieblingsvorlesung“, hat sie die Veranstaltung angekündigt – denn hier geht es um die Verknüpfung des Themas Nachhaltigkeit mit Marketing.

Studenten widmen sich eigenen Projekten

Lucina Odoi setzt auf „challenge-based learning“, das heißt, dass ihre Studierenden mehrere Wochen an ganz konkreten eigenen Projekten arbeiten dürfen. Nachhaltigkeit und Marketing sollen verknüpft werden – eine Gruppe möchte vegane Ernährung ausprobieren und dann darüber auf Social Media berichten. Strom sparen, Upcycling, Müllvermeidung oder auch der Verzicht auf KI – die Ideen sind vielfältig. Professorin Odoi strahlt: „Ich finde es toll, wie ernsthaft die Studierenden an die Aufgabe herangehen und sich mit dem eigenen Konsum auseinandersetzen.“

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