Global Forest in St. Georgen
: Von Zeichnungen bis zu Audio-Arbeiten

Ein Kooperationsprojekt mit dem Künstlerkollektiv „Field Narratives“ und unter dem Titel „Gehen, Bleiben, Werden, Überqueren“ fand kürzlich bei Global Forest in St. Georgen statt.
Von
Stephan Hübner
St. Georgen
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Andreas Doepke, hn. Iyonga und Sascia Bailer stellen im Dialogfenster von Global Forest Kunstwerke aus.

Andreas Doepke, hn. Iyonga und Sascia Bailer stellen im Dialogfenster von Global Forest Kunstwerke aus.

Stephan Hübner
  • Global Forest in St. Georgen zeigte „Gehen, Bleiben, Werden, Überqueren“ mit Field Narratives.
  • Das Kollektiv arbeitet seit 2022 zusammen und nutzt die Residenz für Fragen zu Gemeinschaft und Heimat.
  • Es gab ein offenes Erzählcafé zu Familie, Mehrsprachigkeit, Migration und Zugehörigkeit.
  • Autorinnen lasen zweisprachig aus „Heimweh. Ein Delfin kehrt heim“ – Thema Wert von Sprachen.
  • Zeichnungen, Gedichte, Audio und Kurzfilme entstanden und sind im Dialogfenster am Marktplatz ausgestellt.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Das Kollektiv arbeitet laut Kuratorin Sascia Bailer seit 2022 zusammen. Neben ihr selbst sind daran Andreas Doepke, hn. Iyonga und Lene Markusen beteiligt. Da die Mitglieder in Hamburg, Berlin und der Nähe von Freiburg leben, war die Gruppe bisher vor allem im digitalen Raum aktiv.

Für die Residenz bei Global Forest habe man sich bewusst beworben, um einen Ort zu haben, wo man sich physisch mit Fragen zu Gemeinschaft, Hiersein und Heimat beschäftigen könne.

Ein Grund für das Thema war, dass alle Künstler in ländlichen Räumen aufwuchsen und zum Teil noch dort leben, was in offiziellen Biografien oft ausgeklammert werde. Gefördert wird das Projekt vom Zentrum für kulturelle Teilhabe Baden-Württemberg.

Offenes Erzählcafé

Im Rahmen der Residenz war das Kollektiv schon im Juli und August in St. Georgen, bekam über Global Forest Kontakt zur Klosterbergfabrik Hansjörg Weissers und Einzelpersonen wie Angela Hackbarth. Der jetzige Projektabschnitt stand unter dem Motto „Vom Gehen und Ankommen, vom Bleiben und Weiterziehen“.

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Dazu fand in der Klosterbergfabrik ein offenes Erzählcafé für alle Generationen vom Kind bis zum Senior statt mit Themen wie Familie, Mehrsprachigkeit, Migration und Zugehörigkeit. Dazu passend lasen die Autorinnen Hackbarth und Nazlihan Özdemir aus dem in Türkisch und Deutsch gehaltenen Kinderbuch „Heimweh. Ein Delfin kehrt heim“ vor. Thematisiert wurde so auch, dass türkischstämmige Kinder die Erfahrung machen, dass in der Schule ihre Sprache nicht so viel wert ist.

Gesprochen wurde darüber hinaus über Verlust, Tod und die Erfahrungen von Kriegs- und Nachkriegsgenerationen. Daraus ergaben sich laut Bailer berührende Gespräche und die Erkenntnis, dass es solche Räume mit Gesprächen über Traumata im Alltag nicht gibt. Bei diesen könnten Künstler als eine Art Seelsorger dienen.

Später am Freitag luden Global Forest und Field Narratives zum Offenen Atelier ein, und zum Betrachten von Kunstwerken, die im Rahmen der Residenz entstanden. Die Künstler widmeten sich mit Gedichten, Zeichnungen und Audio-Arbeiten, persönlichen Geschichten und Erinnerungen der Ambivalenz der ländlichen und urbanen Räume.

Im Dialogfenster am Marktplatz

Gäste konnten Kurzfilme der Künstler anschauen oder gemeinsam zeichnen und ins Gespräch kommen. Vom Künstler Chris Freudenberger gab es fermentierte Getränke. Die dafür nötigen Bakterien und Mikrobiome seien eine Metapher dafür, wie sich Kulturen gegenseitig befruchteten und so Neues kreierten, so Bailer.

Aus den beiden Veranstaltungen am Freitag entstanden Zeichnungen, Gedichte und Erzählungen, die am Samstag im Dialogfenster am Marktplatz präsentiert wurden und dort für die nächsten Wochen ausgestellt sind. Unter den Werken findet sich auch ein Banner, das im Lauf der Zeit um weitere Texte ergänzt werden soll.