Gedenkstätte Grafeneck besucht: Arbeitsgruppen aus St. Georgen und Königsfeld arbeiten NS-Geschichte auf

Gedenkstätte Grafeneck
Scholz- Bildungsreise: Zwei Arbeitsgruppen besuchten Eckerwald und Grafeneck.
- In Eckerwald erklärte Gerhard Lempp die Operation „Wüste“ und ihre Lager.
- Häftlinge leisteten Zwangsarbeit, viele starben – die Anlage blieb unvollendet.
- In Zwiefalten gab es eine Einführung im Münster, danach Grafeneck mit Doku-Zentrum.
- Referent schilderte „Aktion T4“: 1940 wurden in Grafeneck 10.654 Menschen ermordet.
Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.
26 Teilnehmer besuchten die Gedenkstätte Eckerwald sowie die Gedenkstätte und das Dokumentationszentrum Grafeneck.
Bei nasskalter Witterung wurde die Gruppe im Eckerwald von Gerhard Lempp, Mitglied der Initiative Gedenkstätte Eckerwald, erwartet. Er erläuterte die Hintergründe der Operation „Wüste“, mit der die Nationalsozialisten 1944/45 versuchten, aus Schiefergestein Öl zur Treibstoffgewinnung herzustellen. Im Vorland der Schwäbischen Alb waren dafür zehn Produktionsanlagen und sieben dazugehörige Konzentrationslager geplant. Der Eckerwald war Teil des Projekts „Wüste 10“.
Die Häftlinge, überwiegend Menschen aus dem politischen Widerstand der besetzten Länder Europas, mussten unter unmenschlichen Bedingungen Zwangsarbeit leisten. Allein im nahegelegenen KZ Schörzingen starben mehr als 500 Menschen.
Die Produktionsstätte im Eckerwald wurde nie fertiggestellt. Beim anschließenden Rundgang über den Gedenkpfad erläuterte Lempp auch die Kunstwerke des Künstlers Siegfried Haas. Besonders eindrücklich war das Mahnmal „Der Gefangene“.
Weiter ging die Fahrt nach Zwiefalten. Nach einem gemeinsamen Mittagessen besichtigte die Gruppe das Münster, wo Gunther Schwarz von der Arbeitsgruppe aus Königsfeld eine kurze Einführung gab.

Gedenkpfad Eckerwald, Mahnmal „Der Gefangene“
ScholzAm Nachmittag stand die Gedenkstätte Grafeneck auf dem Programm. Referent Rudi Wieserwa-Gerst informierte über die nationalsozialistische „Aktion T4“, die von der Berliner Tiergartenstraße 4 aus organisiert wurde.
In Grafeneck wurden im Jahr 1940 insgesamt 10.654 Menschen mit geistigen oder körperlichen Beeinträchtigungen ermordet. Die Nationalsozialisten hatten sie als angeblich „lebensunwert“ eingestuft. Die systematische Planung und Durchführung dieser Verbrechen erschütterte die Teilnehmer. Nach dem Besuch der Gedenkkapelle und des Namensbuchs erhielten sie im Dokumentationszentrum weitere Einblicke in die Geschichte der Tötungsanstalt.
Sowohl das Bergstädter Projekt „Das Dritte Reich und wir“ als auch die Arbeitsgruppe aus Königsfeld arbeiten die Geschichte und die Auswirkungen des Nationalsozialismus in ihren Heimatgemeinden auf. Sie möchten damit einen Beitrag zur lokalen Erinnerungsarbeit an die Opfer von Euthanasie und Zwangsarbeit leisten. Für St. Georgen ist eine weitere Veröffentlichung geplant, in der auch diese Themen behandelt werden.
