Forschung an Furtwanger Hochschule: Wenn Frauen mit ihren Beschwerden allein bleiben

Carina Johnssen, Kirsten Steinhausen und Ulrike Lindwedel (von links) widmen sich an der HFU verstärkt dem Thema Frauengesundheit. Ein Studierendenkongress im Dezember soll neueste Erkenntnisse zu dem aktuellen Thema vorstellen.
Hochschule Furtwangen- HFU rückt Frauengesundheit in Lehre und Forschung stärker in den Fokus.
- Wahlpflichtveranstaltung gestartet, großer Andrang und Warteliste – Kongress im Dezember.
- Masterarbeit zeigt: Frauen fühlen sich in den Wechseljahren oft schlecht beraten.
- Befragte recherchieren selbst, meist über social media, da fachliche Plattformen fehlen.
- Ärzte sehen Zeitdruck durch hohe Auslastung, HFU plant Poster, Vorträge und Workshops.
Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.
„Frauengesundheit ist ein wichtiges Thema, auf das wir uns in Lehre und Forschung künftig noch mehr konzentrieren werden“, sagt Kirsten Steinhausen, die an der Hochschule Furtwangen (HFU) im Fachbereich Gesundheit lehrt.
Abgesehen davon, dass Studenten am Campus Furtwangen den Beruf der Hebamme erlernen können, spielt Frauengesundheit auch in den anderen Studiengängen wie in den Angewandten Gesundheitswissenschaften oder dem Master Angewandte Gesundheitsförderung eine immer größere Rolle.
Auch Vertretungsprofessorin Ulrike Lindwedel widmet sich schon seit Jahren diesem Gebiet und betreute beispielsweise zahlreiche Bachelorarbeiten, die sich mit verschiedensten Ansätzen zum Thema Frauengesundheit beschäftigten. „Wir haben zum Beispiel beim Thema Menstruation in einem internationalen Projekt interkulturelle Unterschiede untersucht“, berichtet sie. Länderunabhängig bestehe ein riesiger Bedarf an wissenschaftlicher Arbeit, um Frauengesundheit besser zu verstehen.
Die beiden Professorinnen sind im Oktober in das neue Wintersemester gestartet, für das sie sich eine ganz besondere Wahlpflichtveranstaltung ausgedacht haben. Die jungen Leute sollen die Möglichkeit bekommen, das Thema Frauengesundheit wissenschaftlich zu untersuchen. „Wir sind sehr gespannt, welche Aspekte sich in der Veranstaltung ergeben und wie die Studierenden ihr jeweiliges Thema empirisch untermauern werden“, sagt Kirsten Steinhausen. Im Dezember sollen die erarbeiteten Ergebnisse auf einem Studierendenkongress „Frauengesundheit“ der Öffentlichkeit vorgestellt werden. „Das Thema brennt – für die Wahlpflichtveranstaltung gab es solchen Andrang, dass wir ein strenges Auswahlverfahren und eine lange Warteliste einrichten mussten“, erklärt Ulrike Lindwedel.
Wissenschaftliche Hilfskraft unterstützt Professorinnen
Bei der Umsetzung der Lehrveranstaltung ist auch Carina Johnssen fest eingeplant. Sie unterstützt die beiden Professorinnen als wissenschaftliche Hilfskraft und ist selbst dabei, zur Expertin für Frauengesundheit zu werden. Für ihre Masterarbeit an der HFU, die sie im vergangenen Semester mit der Traumnote 1,0 abschließen konnte, untersuchte sie das Thema „Ärztliche Versorgung in den Wechseljahren im ländlichen Raum“. Für ihre Erhebung befragte Johnssen 14 Frauen nach ihren Erfahrungen und wertete deren Antworten aus.
Das Ergebnis ist ernüchternd: Frauen in den Wechseljahren fühlen sich von ihren Fachärztinnen und -ärzten mangelhaft beraten und mit dem Thema allein gelassen – allerdings unabhängig davon, ob sie auf dem Land oder in einer Stadt wohnen. „Viele beginnen, auf eigene Faust zu recherchieren – aber da es keine fachlichen Plattformen gibt, auf denen sich betroffene Frauen austauschen können, geschieht dies meist über social media“, berichtet Carina Johnssen von ihren Erkenntnissen aus den Gesprächen mit Probandinnen. Auch deshalb seien Veranstaltungen wie Kongresse besonders wertvoll.
Zeitdruck bei Ärzten wegen hoher Auslastung
Johnssens Fazit aus ihrer Arbeit ist, dass sich Frauen oft weniger wertvoll und weniger leistungsstark empfinden und die Phase der Wechseljahre mit großer Unsicherheit durchleben. Die Gynäkologinnen und Gynäkologen, die für die Erhebung befragt wurden, zeigten Verständnis für diese Lage – der Zeitdruck bei Behandlungen sei allerdings der hohen Auslastung und den engen Vorgaben bei der Abrechnung geschuldet. „Es war spannend, die verschiedenen Perspektiven herauszuarbeiten“, sagt Carina Johnssen, die bereits während des Masterstudiums und nun neben ihrem Job für die Professorinnen bei einem Hersteller für Medizinprodukte arbeitet.
Das Dreierteam Frauengesundheit steckt schon mitten in der Vorbereitung des Studierenden-Kongresses. Unter den von den Studenten eingereichten Themen aus der Wahlpflichtveranstaltung wird bewertet, welche als wissenschaftliche Poster, in Form von Vorträgen oder Workshops beim Kongress umgesetzt werden sollen.
Kongress im Dezember geplant
Einzelne Teams und Themenvorbereitungen für den Kongress wird die Hochschule auf ihren Social Media-Kanälen begleiten. Die Veranstaltung ist für Freitag, 18. Dezember, geplant. Details werden rechtzeitig vorher auf der Hochschulwebseite veröffentlicht: www.hs-furtwangen.de.

