Erste Angebote in St. Georgen: Damit Begabte nicht mehr in ein Loch fallen

Freuen sich über neuen Schwung für die Begabtenförderung: Ralf Schneider vom staatlichen Schulamt (hinten, von links), Juliane Schartel von der Kinder- und Jugendakademie und Martin Friedrich von der PE-Stiftung sowie Thorsten Fitzon von der Kinder- und Jugendakademie und Evelyn Mohrland vom Bildungsbüro.
Helen MoserKinder mit besonderer Begabung sollen besonders gefördert werden – diese Devise verfolgt man im Schwarzwald-Baar-Kreis bereits seit vielen Jahren. Und zumindest für Kinder im Grundschulalter stand dieses Prinzip mit der Hector-Kinderakademie auch auf einem stabilen Fundament.
Doch danach? Für Kinder und Jugendliche, die weiterführende Schulen besuchen, fristete die Begabtenförderung in den vergangenen Jahren ein eher stiefmütterliches Dasein. Das soll sich nun ändern. Dafür spannt sich ein Netz aus Kooperationspartnern über den Landkreis. St. Georgen kommt dabei eine besondere Rolle zu.
Der Grund: Es ist die PE-Stiftung, die ihr Engagement im Bereich der MINT-Förderung für Kinder und Jugendliche ausweitet – und damit dazu beiträgt, dass die Begabtenförderung für Schüler weiterführender Schulen neu aufgelegt werden kann. Themen aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik – kurz als MINT zusammengefasst – stehen dabei im Fokus, was genau ins Profil der St. Georgener Stiftung passt, wie deren Stiftungsvorstand Martin Friedrich erklärt.
Neben der PE-Stiftung gehören das staatliche Schulamt Donaueschingen, das Bildungsbüro des Kreises und die Kinder- und Jugendakademie Schwarzwald-Baar zu den Kooperationspartnern. Letztere bringt bereits einiges an Erfahrung mit, wenn es um die Begabtenförderung jenseits der Grundschule geht.
Hülse füllt sich mit Leben
Denn der Förderverein der Kinder- und Jugendakademie hatte diese Aufgabe in den vergangenen Jahren übernommen – auf Grundlage ehrenamtlichen Engagements und mit geringen zeitlichen und finanziellen Ressourcen, wie Thorsten Fitzon erklärt. Er ist Vorsitzender des Fördervereins, der sich vor allem aus Eltern zusammensetzt.
Beim Landratsamt ruhte die Kinder- und Jugendakademie in den vergangenen Jahren. „Nun soll diese Hülse wieder mit Leben gefüllt werden“, freut sich Fitzon. Das soll ein Problem lösen, das bislang bestand: Bei den Angeboten, welche der Förderverein auf die Beine stellte, blieb es meist bei „Eintagsfliegen“, wie Juliane Schartel sagt.
Hector endet – aber nicht die Begabung
Die Rektorin der Rupertsbergschule, die auch die Hector-Kinderakademie im Kreis leitet und seit vielen Jahren Mitglied im Förderverein der Kinder- und Jugendakademie ist, kennt die Folge bestens: „Das Problem war immer, dass Hector nach der vierten Klasse endet und es kein richtiges, intensives Anschlussangebot gibt. Aber mit der Grundschule endet natürlich nicht die Begabung.“
Über Schartel kam auch der Kontakt zwischen Kinder- und Jugendakademie und PE-Stiftung zustande. Mit einem Anruf von Friedrich nahm alles seinen Anfang – da habe sie gerade im Lissabon-Pfingsturlaub auf der Terrasse gesessen, erinnert sich Schartel.
Erste Angebote im TZ-Campus
Nun wird das Loch in der Begabtenförderung gestopft – mit regelmäßigen Angeboten. Los geht es mit Workshops im TZ-Campus in St. Georgen – auch wenn künftig durchaus auch außerhalb der Bergstadt Angebote stattfinden können, wie Friedrich betont. Die Themenpalette reicht zum Start von Fahrzeugbau über 3D-Druck bis hin zum Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI).
Auch die Region soll profitieren
Das Ziel ist klar: eine durchgängige Förderung Begabter von der Grundschule bis ins Erwachsenenalter. „Das ist nicht nur für die Kinder von Vorteil, sondern für die ganze Region“, ist sich Fitzon sicher. Immerhin werden so – das ist die Intention – Menschen mit besonderen Begabungen an die Region gebunden.
Ein Mehrwert für alle Beteiligten ist das Ziel – kein Wunder, dass auch das Bildungsbüro im Landratsamt und das staatliche Schulamt sich freuen, die Kinder- und Jugendakademie „wieder aufleben zu lassen“, wie Evelyn Mohrland, Leiterin des Bildungsbüros, erklärt.
Das Netzwerk
Interessierte
Das Netzwerk für die Begabtenförderung im Schwarzwald-Baar-Kreis soll weiter wachsen. Dafür werden stetig auch Menschen oder Organisationen gesucht, die sich mit Workshops beteiligen möchten. Diese können sich bei Evelyn Mohrland, Leiterin des Bildungsbüros, melden unter 07721/9 13 31 08 oder 0173/2 98 67 10.
