Empfang im Furtwanger Rathaus
: Florian Dorer wird geehrt – und überrascht mit seinen Zukunftsplänen

Silber bei der Weltmeisterschaft in Shanghai, ein begeisterter Empfang in der Heimat und nun Glückwünsche vom Bürgermeister: Florian Dorer hat einiges erlebt. Beim Besuch im Furtwanger Rathaus spricht der 22-Jährige über seine Erlebnisse und verrät, wie es für ihn weitergeht.
Von
Leroy Behrens
Furtwangen
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Florian Dorer hat sich einen Traum erfüllt: Er hat bei den WorldSkills Shanghai die Silbermedaille im Zimmererhandwerk erreicht. Bürgermeister Florian Merz (links) gratuliert dem jungen Handwerker.

Florian Dorer hat sich einen Traum erfüllt: Er hat bei den WorldSkills Shanghai die Silbermedaille im Zimmererhandwerk erreicht. Bürgermeister Florian Merz (links) gratuliert dem jungen Handwerker.

Stadtverwaltung Furtwangen
  • Empfang im Rathaus: Bürgermeister Merz gratuliert Florian Dorer zur WM-Silbermedaille.
  • WorldSkills in Shanghai: Dorer holte 726 Punkte, vier Punkte hinter dem französischen Sieger.
  • Eindrücke aus China – riesige Dimensionen, strenge Regeln beim Fahnentragen des deutschen Teams.
  • Aufgabenstellung enttäuschte, doch Dorer fokussierte sich vier Tage und lieferte ab.
  • Ausblick: Er bleibt vorerst im Nationalteam, beendet aber die Wettkampfkarriere und arbeitet weiter.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der große Empfang in seiner Heimat liegt bereits hinter ihm. Familie, Freunde und Arbeitskollegen haben Florian Dorer nach seinem Erfolg bei den WorldSkills in Shanghai ordentlich gefeiert. Schließlich kommt ein Vize-Weltmeister im Zimmererhandwerk nicht alle Tage aus Furtwangen. Nun gab es für den 22-Jährigen aus Neukirch auch noch Glückwünsche von offizieller Seite.

Furtwangens Bürgermeister Florian Merz empfing den jungen Handwerker dieser Tage persönlich, gratulierte ihm zur Silbermedaille und überreichte ihm ein Präsent. Dabei hatte Dorer einiges zu erzählen. Denn die Reise nach China war für ihn nicht nur wegen seines zweiten Platzes ein Erlebnis, das er wohl so schnell nicht vergessen wird.

„Es war einfach nur der Wahnsinn, alles riesig und beeindruckend“, berichtete der Vize-Weltmeister bei seinem Besuch. Auch Merz zeigte sich laut Mitteilung der Stadt beeindruckt von den Erzählungen des jungen Furtwangers.

Eine besondere Ehre in Shanghai

Vor allem die Dimensionen der chinesischen Metropole haben bei Dorer Eindruck hinterlassen. „Alles ist dort sehr viel größer, einfach riesig. Die Stadt, aber auch die Messe selber – unbeschreiblich“, schwärmt er im Gespräch mit dem Bürgermeister.

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Gemeinsam mit einem großen Fanclub war der Zimmerer nach Shanghai gereist. Dort wartete neben dem eigentlichen Wettbewerb auch ein umfangreiches Rahmenprogramm auf die Teilnehmer. Eine Welcome-Party gehörte ebenso dazu wie der Besuch großer chinesischer Gärten.

Besonders in Erinnerung geblieben sein dürfte Dorer allerdings die Eröffnungszeremonie. Denn ausgerechnet ihm wurde eine besondere Aufgabe übertragen: Er durfte als Fahnenträger das deutsche Team anführen. Ganz so einfach, wie es auf den ersten Blick vielleicht aussieht, war das allerdings nicht. „Hier gab es ganz strenge Regeln, wann die Fahne wie geschwenkt werden sollte“, erzählte Dorer beim Empfang im Rathaus.

Trotz Enttäuschung zur Silbermedaille

Natürlich ging es beim Gespräch mit Merz auch um den Wettbewerb selbst. Schließlich hatte sich Dorer über Jahre hinweg auf die Weltmeisterschaft vorbereitet. Seit seinem Sieg bei der Deutschen Meisterschaft 2023 gehört er zur Nationalmannschaft der Zimmerer. Unzählige Trainingsstunden hatte er investiert, um in Shanghai gegen die internationale Konkurrenz bestehen zu können.

Doch ausgerechnet bei der Bekanntgabe der Aufgabenstellung folgt zunächst eine Enttäuschung. Statt der komplizierten Konstruktionen, mit denen sich der Furtwanger intensiv vorbereitet hatte, sollten die Teilnehmer eine vergleichsweise alltägliche Aufgabe bewältigen. „Wir waren alle sehr enttäuscht, denn mit solch einer alltäglichen Aufgabe hätte niemand gerechnet“, berichtet Dorer.

Bei der Weltmeisterschaft in Shanghai räumte Florian Dorer die Silbermedaille ab.

Bei der Weltmeisterschaft in Shanghai räumte Florian Dorer die Silbermedaille ab.

Stadtverwaltung Furtwangen

Davon ließ sich der junge Zimmerer allerdings nicht aus der Ruhe bringen. Vier Tage lang konzentrierte er sich auf seine Arbeit. Was um ihn herum geschah, nahm er dabei kaum noch wahr. „Ich habe gar nicht mehr viel vom Drumherum mitbekommen, denn ich war einfach auf die Arbeit fokussiert“, erzählt er.

„Ich habe gar nicht mehr viel vom Drumherum mitbekommen, denn ich war einfach auf die Arbeit fokussiert.“
Florian Dorer
Vize-Weltmeister im Zimmererhandwerk

Der Einsatz zahlte sich aus. Dorer sicherte sich mit 726 Punkten die Silbermedaille (wir berichteten). Lediglich vier Punkte trennten ihn vom französischen Weltmeister Benjamin Blegean. Wie knapp die Entscheidung ausfiel, zeigt auch ein Blick auf die übrigen Platzierungen: Zwischen den ersten fünf Teilnehmern lagen gerade einmal zehn Punkte. Für Dorer selbst steht fest, dass er alles aus sich herausgeholt hat. „Ich hätte nicht mehr geben können“, sagt er rückblickend beim Besuch im Rathaus.

Wie geht es für den Vize-Weltmeister weiter?

Bürgermeister Florian Merz zeigte sich von dieser Leistung beeindruckt. Schließlich hatte Dorer nicht nur gegen die besten jungen Zimmerer aus aller Welt bestanden, sondern dabei auch seine Heimat Furtwangen auf internationaler Bühne vertreten.

Für den 22-Jährigen dürfte die Silbermedaille allerdings zugleich den Abschluss eines besonderen Kapitels markieren. Denn obwohl er vorerst Mitglied der Nationalmannschaft bleibt, möchte er seine erfolgreiche Wettkampfkarriere nun beenden.

Statt sich auf den nächsten großen Wettbewerb vorzubereiten, will sich Dorer künftig wieder ganz auf seinen Beruf konzentrieren. Das Zimmererhandwerk hat er bei Holzbau Faller in Neukirch gelernt, inzwischen arbeitet er bei der Zimmerei Fürderer in Titisee-Neustadt. Dabei hat er nach eigenen Worten ohnehin das Glück, sein Hobby zum Beruf gemacht zu haben. Langfristig kann er sich vorstellen, noch den Meister oder Techniker zu machen.

Für Florian Dorer geht es nach dem großen Erfolg in Shanghai also zunächst zurück in den Arbeitsalltag. Die Erinnerungen an die Weltmeisterschaft und die Silbermedaille bleiben. Und nach dem begeisterten Empfang durch Familie, Freunde und Arbeitskollegen gab es nun auch von seiner Heimatstadt die verdiente Anerkennung.