Bürgermeisterwahl in Furtwangen
: Fraktionen hoffen auf weitere Bewerber

Die Vertreter des Furtwanger Gemeinderats können nicht nachvollziehen, dass ein solch geringes Interesse am Amt des Bürgermeisters besteht.
Von
Stefan Heimpel
Oberndorf
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Die Fraktionsvorsitzenden aus dem Furtwanger Gemeinderat gaben auf Nachfrage ihrer Enttäuschung Ausdruck, dass sich aktuell lediglich zwei Kandidaten öffentlich für das Amt des Bürgermeisters bewerben. Unser Bild zeigt (von links) Manfred Kühne, Karin Jäger, Heinz Guhl und Rainer Jung.

Stefan Heimpel

Am 19. Oktober wird der Nachfolger des Furtwanger Bürgermeister Josef Herdner, der nicht wieder kandidiert, gewählt.

Bis Sonntag, 7. September, gab es mit Mario Ketterer nur ein einzigen offiziell genannten Kandidaten. Das war Anlass für die Redaktion für ein Gespräch mit den Fraktionsvorsitzenden im Gemeinderat, die auch gespannt sind auf den neuen Bürgermeister als Vorsitzenden des Gemeinderats.

An dem Treffen nahmen die Fraktionsvorsitzenden Karin Jäger von der Unabhängigen Liste (UL), Manfred Kühne, CDU, Heinz Guhl, SPD, und Rainer Jung von den Freien Wählern. Nicht anwesend war Guido Seng, Einzelkandidat der Initiative für Furtwangen (IFF), der aber per Mail von seinem Urlaubsort Stellung bezog.

Am Montag, einen Tag vor diesem geplanten Treffen, hatte überraschend Isolde Grieshaber von der UL-Fraktion ihre Kandidatur bekanntgegeben, allerdings unabhängig, also nicht für die UL. Ihre Fraktion erfuhr selbst erst an diesem Tag von der Kandidatur.

Stadt wie Furtwangen bietet viele Möglichkeiten und Aufgaben

Bei der Wahl von Josef Herdner vor 16 Jahren standen in Furtwangen vier Kandidaten auf der Liste, darunter der amtierende Bürgermeister. In dem Gespräch machten die Fraktionsvorsitzenden deutlich, dass sie bei einer Stadt wie Furtwangen mit viel Möglichkeiten und Aufgaben eigentlich ein deutlich größeres Interesse an dem Amt erwartet hätten.

Sie hoffen nun, dass nach diesem Aufruf in den letzten Tagen bis zum Ende der Frist für die Einreichung der Bewerbung am Montag, 22. September, doch noch mögliche Kandidaten ins Rennen um diesen interessanten Posten gehen.

„Mir als Gemeinderat blutet das Herz, wenn der Bürger keine Wahl hat. Und dies war auch bis gestern der Fall“, eröffnete Rainer Jung die Runde. Zum Glück habe man nun zumindest zwei Kandidaten für das Amt. Furtwangen habe ein größeres Interesse verdient als Hochschulstadt und Industriestadt.

Auf mehr Resonanz gehofft

Auch Heinz Guhl zeigte sich enttäuscht und wunderte sich, dass es keine Bewerbungen von außerhalb für diesen interessanten Posten gibt. Auch Karin Jäger hatte gedacht, dass Furtwangen für einen künftigen Bürgermeister eine attraktivere Stadt sei. Zwei Kandidaten und dazu ein unbekannter Dritter sei mager. Aber zumindest stehe jetzt auch eine Frau auf der Liste. Sie hofft weiter bis zum letzten Tag, dass sich doch noch weitere Kandidaten melden. In seiner Stellungnahme aus dem Urlaub begeisterte sich auf jeden Fall Guido Seng, dass sich nun doch offiziell ein Kandidat und eine Kandidatin für das Amt bewerben. Der Bürger habe jetzt zumindest wirklich eine Wahl.

Manfred Kühne wies auf die Bedeutung dieses Amtes hin und hätte mit einem überregionalen Interesse gerechnet. „Furtwangen hat Klasse“, auch die Bezahlung für den Bürgermeister in einer Stadt wie Furtwangen sei attraktiv.

Erfahrung in Menschenführung gefragt

Einig waren sich die Gesprächspartner auch, dass ein Bewerber kein Verwaltungsbeamter sein muss, aber in Menschenführung Erfahrung haben sollte. Vor allem aber erwarte man neue Ideen und neuen Wind für die Stadt. Furtwangen habe eine junge und kompetente Verwaltung, auf die jeder Bürgermeister problemlos zurückgreifen könne. Der Kandidat finde „viele interessante Baustellen, aber auch viele neue Möglichkeiten sich im Sinn der Stadt zu entfalten“.

Gemeinderat als gutes Team

Nicht zuletzt hat Furtwangen im Rahmen der Verwaltungsgemeinschaft mit Gütenbach (aktuell Ordnungsamt, Standesamt und Kämmerei) viele weitere interessante Verpflichtungen außerhalb der Stadt. Der Gemeinderat sei ein gutes Team über die Grenzen der Fraktion hinweg. Er werde jeden Bürgermeister, unter anderem mit vier Stellvertretern, jederzeit in allen Bereichen unterstützen. Nicht zuletzt boten die Fraktionen auch jedem neuen Kandidaten an, sofort für einen Austausch zur Verfügung zu stehen.

Die Wahl

Ablauf
Die Furtwanger Bürgermeisterwahl steht am Sonntag, 19. Oktober an. Bewerbungen können noch bis 18 Uhr am Montag, 22. September, schriftlich bei der Stadt Furtwangen abgegeben werden. Die öffentliche Vorstellung der Bewerber erfolgt am Dienstag, 7. Oktober in der städtischen Festhalle. Falls bei dieser Wahl kein Bewerber die absolute Mehrheit erhält, folgt am Sonntag, 9. November, die Stichwahl, bei der die einfache Mehrheit ausreicht.

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