Blick hinter die Kulissen: Winterdienst, Gärtnerei, Spielplätze – so arbeitet der Bauhof St. Georgen

Eine Menge Blumen und Pflanzen für die ganze Stadt zieht der Bauhof jedes Jahr heran – aber nicht nur das. Beim Rundgang gibt Bauhofleiter Hanspeter Boye einen Überblick über die vielfältigen Aufgaben.
Helen Moser- Bauhof St. Georgen arbeitet ganzjährig: Winterdienst, Grünpflege, Reparaturen und Neubauten.
- Leiter Hanspeter Boye betont: Jedes Fahrzeug soll zwölf Monate im Einsatz sein.
- Eigenständige Werkstätten am Standort seit 1992 – vom Straßenbau bis zur KfZ-Werkstatt.
- Stadtgärtnerei reduziert Torf und Kunstdünger, setzt notfalls minimal Chemie im Gewächshaus ein.
- Kompost entsteht inzwischen selbst, weil Fremdanlage wegen Plastikresten Grünabfall ablehnt.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Oft sieht man sie nur in ihren charakteristischen orangefarbenen Fahrzeugen durch die Stadt fahren – im Sommer etwa, um Pflanzen zu gießen und Grasflächen zu mähen, im Winter vor allem, um zu räumen und zu streuen. Doch dass zum Aufgabenspektrum des städtischen Bauhofs in St. Georgen noch eine ganze Menge mehr gehört, wissen die wenigsten. Bauhofleiter Hanspeter Boye gewährt einen Blick hinter die Kulissen.
Zu Gast waren die Freien Wähler der Bergstadt – und die stellten fest, wie vielfältig der Bauhof in der Stadt tätig ist. Ausgangspunkt für alles, was die 28 Mitarbeiter in der Stadt leisten, ist das Betriebsgelände in der Industriestraße, wo der Bauhof seit 1992 angesiedelt ist. Und eigentlich ideal angelegt, findet Boye, der den Bauhof seit 2017 leitet: „Wenn mal wieder ein Bauhof gebaut werden sollte, dann bitte wieder genau so."
Denn hier ist alles an einem Ort: An die große Fahrzeughalle, in welcher der gesamte Fuhrpark des Bauhofs untergebracht ist, schließen sich die diversen Werkstätten an: Schreiner-, Maler-, Straßenbau-, Maurer-, Schlosser- und KfZ-Werkstatt – alles in allem bietet der Bauhof einen ziemlichen Allround-Service für technische Dienstleistungen in der Stadt.
Jedes Bauhof-Fahrzeug soll ganzjährig im Einsatz sein
Das wird auch beim Rundgang über das Betriebsgelände deutlich: Viele der Bauhof-Fahrzeuge und auch weitere Arbeitsmaterialien haben die Mitarbeiter so konstruiert oder umgebaut, dass sie perfekt auf ihre jeweiligen Aufgaben ausgerichtet sind – und darüber hinaus multifunktional eingesetzt werden können. Das gilt unter anderem für die Fahrzeuge, die im Winterdienst zum Einsatz kommen. Diese stehen im Sommer nicht etwa herum, sondern sind während der warmen Jahreszeit anderweitig eingesetzt. „Das Ziel ist es, dass jedes Fahrzeug zwölf Monate im Jahr läuft“, erklärt Bauhofleiter Boye.
Denn Aufgaben für den Bauhof fallen an 365 Tagen im Jahr an. „Langweilig wird es hier nie“, sagt Boye in Bezug auf die Arbeiten in der KfZ-Werkstatt. Und doch ist diese Aussage auch darüber hinaus für den Bauhof gültig: Straßensperrungen vornehmen, Spielgeräte auf Spielplätzen reparieren, die Klosterweiher-Tretboote in Schuss halten, neue Bushaltestellenhäuschen bauen, Blumen und Pflanzen heranziehen und die Beete in der Stadt bepflanzen, Sitzbänke in der gesamten Stadt instandhalten und natürlich Schneeräumen im Winter – das und noch viel mehr umfasst der Aufgabenbereich des Bauhofs.
Ganz ohne chemische Keule kommt Stadtgärtnerei nicht aus
Bei einem so großen Handlungsfeld ist es Boye umso wichtiger, Verantwortung für die Umwelt zu übernehmen und so nachhaltig wie möglich zu handeln, wie er betont. Das zeigt sich nicht nur in manchen Grünstreifen in der Stadt, die bewusst nicht regelmäßig, sondern nur einmal im Jahr gemäht werden.

Um die bunten Blumen für die ganze Stadt heranzuziehen, wird so gut wie möglich auf künstlichen Dünger verzichtet. Ganz ohne kommtd er Bauhof aber nicht aus.
Helen MoserZu den Bemühungen um Nachhaltigkeit gehört auch, dass in der Stadtgärtnerei heute viel weniger torfhaltige Erde zum Einsatz kommt als in früheren Zeiten. Und auch vom Kunstdünger wolle man weg, sagt Boye. „Die chemische Keule kommt nur noch ein bisschen im Gewächshaus zum Einsatz. Aber ganz ohne ist leider quasi unmöglich.“
Waldfriedhof: Immer wieder landen Plastikreste im Grünabfall
Und auch sonst ist es nicht ganz einfach, nachhaltige Prinzipien umzusetzen. Ein Beispiel: Am liebsten, berichtet Boye, würde er das Holz, etwa für Sitzbänke in der Stadt, mit Blick auf die Entsorgung gar nicht mehr lasieren oder lackieren. Das wird sich in den kommenden Jahren jedoch nicht ändern. An anderer Stelle jedoch hat sich schon etwas getan: Ein Teil des Bauhof-Fuhrparks fährt mittlerweile mit synthetischem HVO-Diesel, der direkt auf dem Betriebsgelände getankt werden kann.

HVO-Diesel können die Bauhof-Fahrzeuge direkt auf dem Betriebsgelände tanken.
Helen MoserSogar Kompost stellen die Mitarbeiter des Bauhofs selbst her. Wobei das eher aus der Not geboren ist, wie Boye sagt: Denn immer wieder landen Plastikreste in den Kompostboxen auf dem St. Georgener Waldfriedhof – so viel, dass die Kompostanlage in Villingen die Grünabfälle aus der Bergstadt mittlerweile nicht mehr annehme. Der Bauhof hat aus dieser Not eine Tugend gemacht, wie Boye sagt: „Jetzt kompostieren wir eben selbst.“
















