Bergstadtsommer in St. Georgen
: Ein Kontrabassist zwischen Liebe und Verzweiflung

„Der Kontrabass“ von Patrick Süskind wurde in der Klosterbergfabrik aufgeführt. Musiker Josef Semeleder gab dabei einen Kontrabassisten der traurigen Gestalt ab.
Von
Siegfried Kouba
St. Georgen
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Einen gelungenen Abend mit viel Musik, Komik, Dramatik und Hintersinn bietet der Bergstadtsommer in der Klosterbergfabrik. Pianist Lukas Rodharth (links) und Kontrabassist Josef Semeleder begeistern das Publikum.

Einen gelungenen Abend mit viel Musik, Komik, Dramatik und Hintersinn bietet der Bergstadtsommer in der Klosterbergfabrik. Pianist Lukas Rodharth (links) und Kontrabassist Josef Semeleder begeistern das Publikum.

Siegfried Kouba
  • In St. Georgen bot der Bergstadtsommer in der Klosterbergfabrik einen Einakter.
  • „Der Kontrabass“ zeigte Liebe, Frust und Publikumsnähe – mit humorvollen Momenten.
  • Kontrabassist Josef Semeleder und Pianist Lukas Rodharth begeisterten das Publikum.
  • Semeleder verband Klassik und „Karneval der Tiere“, Rodharth ersetzte ein Orchester.
  • Die Frustration des Protagonisten wuchs bis zum Schrei „Sarah!“, das Publikum reagierte.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der Auftritt war eine weitere Perle, die sich in das Programm des Bergstadtsommers 2026 einfügte. Angenehm war die Stimmung einer Kleinbühne und sympathisch war die logistische Leistung von Iris Dönneweg und ihrem Team, das für perfekten Service und umsichtige Platzanweisung sorgte.

Der Künstler Josef Semeleder war schon öfter zu hören und überraschte mit akrobatisch-tänzerischen Aktionen. Sein Vorteil: Er ist ein erfahrener Kontrabassist. Er feilte Carl Ditters von Dittersdorfs E-Dur-Konzert aus, ließ den Elefanten daher tapsen und den Schwan sanft gleiten – beides Figuren aus dem „Karneval der Tiere“ – oder flocht den weißen Hai oder eine Mozart-Arie ein.

Charmant war der begleitende sprachliche „Weaner Sound“ und in Lukas Rodharth hatte er einen ausgezeichneten Pianisten, der mit vielen Klangfarben ein Orchester ersetzte. Der Einakter beleuchtet mehrere Seiten menschlichen Daseins. Da gibt es den perfekten Musiker, der ausgezeichnete Kenntnisse über Musik, sein Instrument, Opernbetrieb mit Dirigent und Super-Sopranistin sowie Literatur hat. Er ist in seinen Kontrabass verliebt, vergleicht ihn mit den Rundungen einer Frau, die gestreichelt gehören und mit denen Sehnsüchte verbunden sind.

Das Blatt wendet sich. Der Namenlose kehrt sich nach innen, beginnt seinen Kontrabass und manchen Komponisten zu hassen, fühlt sich als Tutti-Schwein, als nicht geschätzter Könner, und ertränkt seine Sorgen mangels „Feuchtigkeitsverlust“ in manchem Schluck aus der Pulle.

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Der Frust steigert sich, da die Liebe zu Sarah unerhört bleibt. Die konnte wegen mangelnder Korrespondenz nichts wissen, sondern wirft sich an den technischen Direktor ran, mit dem sie ins Bett steigt und ins Fischrestaurant geht. Da setzte der direkte Kontakt zum Publikum ein, das gefragt wird, ob es Lust auf Seezunge habe. Überhaupt war die Publikumsnähe ein latenter Faktor. Und die Besucher reagierten situationsbedingt. Der Frust wird zu einem Crescendo gesteigert, der sich schließlich im lauten Schrei „Sarah!“ entlädt.