Abrissarbeiten stehen an: Bald geht’s dem St. Georgener Rathaus an den Kragen

Am Rathaus stehen große Veränderungen an – unter anderem weisen Bauzäune und Container vor dem Gebäude auf die laufenden Arbeiten hin.
Helen MoserDie Container stehen vor dem St. Georgener Rathaus schon seit einigen Wochen bereit, auch die Entrümpelungsarbeiten laufen schon längst. Und schon bald sollen die Veränderungen, mit denen sich die Sanierung des Gebäudes ankündigt, noch viel offensichtlicher werden: In jüngster Sitzung vergab der Gemeinderat die Abrissarbeiten.
Wobei natürlich nicht das gesamte Gebäude abgerissen werde, wie Bürgermeister Michael Rieger sogleich klarstellte. Das Grundgerüst des Gebäudes bleibe erhalten – und doch sind umfangreiche Arbeiten vorgesehen. Unter anderem wird die gesamte Betonhülle des Rathauses entfernt. Die macht Platz für eine komplett neue Fassade.
Darüber hinaus beinhalten die Abrissarbeiten die Demontage technischer Gebäudeausrüstung wie den Müllaufzug im Untergeschoss für das Rathaus und die Tiefgarage. Neben den Arbeiten an der Fassade sind der Sitzungsvorlage für den Gemeinderat zufolge „diverse Abbrucharbeiten im und am Gebäude sowie auf Dach- und Freiflächen“ vorgesehen.
Acht Unternehmen hatten sich für die Ausführung der Arbeiten interessiert und auf die europaweite Ausschreibung hin ein Angebot abgegeben, erklärte Céline Würtz vom Architekturbüro Sutter3, das die Rathaussanierung begleitet. „Allerdings war die Streuung ziemlich groß.“ Die Angebotssummen lagen in etwa zwischen einer halben und zwei Millionen – „das hat uns schon ein bisschen überrascht“.
Von acht Angeboten bleiben nur drei
Also ging das Büro in die Prüfung – und die überlebten nur drei der Angebote. Das günstigste dieser drei Angebote kam von der BTS Bauunternehmung aus Schiltach: Rund 652 000 Euro kosten die Arbeiten. Damit liege man 38 Prozent unter der Kostenschätzung, erklärte Würtz.
Beendet sein sollen die Abrissarbeiten bis Ende des Jahres – danach wird das St. Georgener Rathaus gänzlich anders aussehen als noch heute. Doch auch aktuell „passiert schon einiges“, sagte Würtz angesichts der Entrümpelungsarbeiten. Nicht nur dieser Auftrag ist bereits vergeben – unter anderem sind auch die Arbeiten für Baustelleneinrichtung, Baustromversorgung und Gerüstarbeiten bereits in Auftrag gegeben.
Rüge verzögert Vergabe um vier Monate
Größtenteils liefen die bisherigen Vergaben ohne größere Schwierigkeiten – einzig die Planung der Innenarchitektur sorgte für Aufregung in Rathaus und Gemeinderat. Diese sollte nämlich nach europaweiter Ausschreibung eigentlich bereits im Februar stattfinden. Doch dann handelte sich die Stadtverwaltung eine Rüge und den vorläufigen Stopp der Leistungsvergabe ein.
Und das lief so: Eines der vier Büros, die ein Angebot für die Planung der Rathaus-Innenarchitektur abgegeben hatten, aber nicht zum Zuge kamen, kontaktierte die Stadtverwaltung im Nachhinein per E-Mail – mit einer Rüge und dem Antrag auf ein Nachprüfverfahren bei der zuständigen Vergabekammer in Karlsruhe. „Das Ganze hat uns jetzt vier Monate gekostet“, sagte Stadtbaumeister Alexander Tröndle in der April-Sitzung des Gemeinderats, in welcher der Auftrag schließlich vergeben werden konnte.
Denn immerhin war das Ergebnis der mündlichen Verhandlung aus Sicht der Stadtverwaltung erfreulich: „Wir waren erfolgreich und haben vor der Vergabekammer gewonnen“, fasste Tröndle zusammen. „Wer nichts falsch gemacht hat, muss auch nichts fürchten.“ Lediglich die verlorene Zeit bekommt die Stadt nicht mehr zurück – und auch auf den Anwaltskosten bleibt St. Georgen sitzen. Die Vergabe aber konnte – so wie die weiteren im Zuge der Rathaussanierung – schließlich erfolgen.
