Sanierung in Schramberg: Fußgängerzone ist fertig – und eine neue Baustelle folgt

Verantwortliche von Planungsbüros, ausführender Baufirma, Bürgerschaft und Stadtverwaltung freuen sich am Donnerstagvormittag über die Fertigstellung des Hirsoner Platzes.
Foto: RiestererSchramberg - An Kosten stünden inzwischen etwas mehr als 1,5 Millionen Euro für die Maßnahmen an der Oberfläche und 915 000 Euro für Kanalarbeiten in den Büchern – "etwas mehr als anfangs avisiert". Erfreulich sei, dass nun auf dem Platz, der namentlich an die Städtepartnerschaft mit dem französischen Hirson erinnere, nun auch die Schweizer Partnergemeinde Lachen beteiligt sei: Etwa ein Drittel des neuen Spielzeugpferds, so Eisenlohr, sei durch eine 2000-Euro-Spende von eben dort zum 150-Jahres-Jubiläum 2017 finanziert worden. Den Anliegern dankte sie abschließend für ihr "gutes Durchhalten".
Es habe sich zu Beginn 2016 gar ein Anwohnerbeirat gegründet, der sich mit wenigen Ausnahmen wöchentlich getroffen und die Maßnahme stets konstruktiv begleitet hätte – für dieses Engagement gab es eine Flasche Wein. Karl Wolf dankte stellvertretend vor allem der Baufirma Bonath aus Oberwolfach, deren Mitarbeiter für die teils betagten Anwohner "viele Mülleimer hin- und hergeschleppt" hätten und stets freundlich und entgegenkommend gewesen seien. Dieses Lob wollte Firmenchef Martin Bonath gerne weitergeben und betonte ebenfalls das gute Miteinander an der Baustelle. Es sei fast schon schade, dass die "viele Arbeit, die unter dem Pflaster steckt" nicht mehr zu sehen sei.
Einblick in die Stadthistorie
Dazu gab Konrad Ginter einen technischen Rückblick – zudem sagte OB Eisenlohr ihm augenzwinkernd "ein bis drei ausgewählte Anekdoten" zu. Nach der Marktstraße 2016/17 seien als zweiter Abschnitt Paradiesgasse, Steige und Co. an der Reihe gewesen, so der Tiefbauamtsleiter. Neben den Arbeiten an der Oberfläche seien die komplette Kanalisation erneuert, neue Leitungen für Gas, Wasser und Strom sowie Leerrohre für Breitband verlegt worden. Vieles sei nach und nach hinzugekommen, sodass die Maßnahme in Umfang, Kosten und Dauer etwas größere Ausmaße als gedacht eingenommen habe.
Für Stirnrunzeln, so Ginter, hätte vielerorts sicherlich das Verschwinden des historischen Goldgrubenbrunnens gesorgt, der irgendwann von einer städtischen Lagerfläche abhanden gekommen und seitdem auch nicht mehr aufgetaucht sei. "Es wäre schön, wenn wir den noch finden würden." Interessant hingegen sei für die Beteiligten gewesen, als die alten Bewässerungsgewölbe des alten Mühlengrabens zutage gekommen seien – ein seltener "Einblick in die Stadthistorie" sei das gewesen und spannend zu sehen, "dass das alte Gewölbe noch immer da unten ist".
Am Hirsoner Platz, hieß es, fehlten nun nur noch eine Sitzgruppe zum Verweilen und einzelne Bäume, deren Quartiere bereits vorbereitet seien – alles sei schon bestellt. Ganz baustellenfrei ist die Innenstadt in der Folge allerdings noch nicht, wie die Verwaltungsvertreter ankündigten. So soll ab November – beziehungsweise, sobald die ausführende Firma Kapazitäten hat – die Zufahrt zum innerstädtischen Parkhaus erneuert werden.
En bis zwei Wochen Dauer
Das rötliche, eher kälteunbeständige Porphyr soll dann, erklärte Fachbereichsleiterin Petra Schmidtmann-Deniz, entfernt werden. Die Pflastersteine links und rechts an "Schlössle" und "Dobler", bleiben. Im Anschluss werde die Fahrbahn asphaltiert. Das alles dauere etwa ein bis zwei Wochen, in denen das Parkhaus gesperrt sein wird. Angesichts des nahenden Weihnachtsgeschäfts hoffen die Verantwortlichen darauf, dass die Maßnahme wie angedacht zeitnah angegangen und umgesetzt werden kann.