CDU-Stadtverband Schramberg: Die Wirtschaft schlägt Alarm

IHK-Hauptgeschäftsführer Thomas Albiez im Gedankenaustausch mit der CDU Schramberg über die Situation der Wirtschaft in der Region
King- IHK-Chef Thomas Albiez warnt in Schramberg vor einer Strukturkrise der Region.
- Die Standortqualität gilt nur noch als durchschnittlich – Aufschwung gilt als nötig.
- Albiez fordert Reformen: Rückkehr zur Sozialen Marktwirtschaft und stärkere Mittelständler.
- Schramberg sei besonders betroffen, zudem brauche es die Talstadtumfahrung.
- CDU nennt Haushaltslage angespannt: Gewerbesteuer von 31 auf 16 Mio. Euro erwartet.
Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.
„Entweder die Einsicht kommt oder der Schmerz muss noch größer werden.“ Mit deutlichen Worten beschrieb IHK-Hauptgeschäftsführer Thomas Albiez die wirtschaftliche Lage der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg. Als Gastredner bei der Mitgliederversammlung des CDU-Stadtverbandes Schramberg im Gut Berneck warnte er vor einer Entwicklung, die deutlich kritischer sei, als es auf den ersten Blick scheine.
Mit zahlreichen Folien und fundierten Einblicken in die mittelständisch geprägte Wirtschaftsstruktur der Region machte Albiez deutlich: „Wir sind nicht nur in einer Konjunktur-, sondern in einer Strukturkrise.“ Die Wirtschaft dümpelte vor sich hin, die Standortqualität werde nur noch durchschnittlich bewertet. „Dabei müssten wir eine Eins mit Stern haben! Wir sind Mittelmaß geworden“, kritisierte er. „Wir leben von der Wirtschaft, wir brauchen den Aufschwung.“ Andernfalls seien die Zukunft der Region und des Kreises Rottweil gefährdet.
Hilfe zur Selbsthilfe
Albiez appellierte laut Mitteilung an die mittelständischen Unternehmen, ihre Interessen stärker zu vertreten: „Wir Mittelständler müssen lauter werden.“ Zugleich forderte er grundlegende Reformen. Sein Rezept sei die Rückbesinnung auf die Soziale Marktwirtschaft mit vier Säulen: Eigentum und die Anerkennung von Leistung, ein starkes Bildungssystem, ein Staat, der sich auf seine Kernaufgaben konzentriert, sowie soziale Hilfe zur Selbsthilfe. Trotz seiner deutlichen Kritik zeigte sich Albiez grundsätzlich optimistisch. „Wir dürfen das Feld nicht den Ideologen überlassen“, sagte er.
Besonders betroffen von der wirtschaftlichen Entwicklung sei Schramberg mit seiner hohen Industriedichte. Deshalb müsse auch das Umfeld mitgedacht werden. Dazu zählte Albiez einmal mehr die Talstadtumfahrung als notwendige Infrastrukturmaßnahme.
Wie angespannt die Lage bereits ist, zeigte zuvor CDU-Fraktionssprecher Thomas Brantner in seinem Bericht aus dem Gemeinderat. Er rechnet mit einem Rückgang der Gewerbesteuereinnahmen von 31 auf 16 Millionen Euro. Die Folge ist eine Haushaltssperre. „Wir werden unsere vier Großprojekte Gymnasium, Halle Tennenbronn, Schulcampus und Feuerwehr nicht alle realisieren können, müssen Priorisierungen vornehmen“, erklärte Brantner.
Auch CDU-Schatzmeisterin Annette Fuchs verwies auf den enger werdenden finanziellen Spielraum des Stadtverbandes: „Es dürfen keine größeren finanziellen Forderungen auf uns zukommen.“
Ehrungen
Zu Beginn der Versammlung hatte Vorsitzende Alexandra Zink-Colacicco in ihrem Rechenschaftsbericht auf ihr erstes Amtsjahr zurückgeblickt und das Engagement der ehrenamtlich Aktiven gewürdigt. Zudem erinnerte sie an die langjährigen Mitglieder, die nicht anwesend sein konnten: Hans-Peter Marte (25 Jahre), Xaver Hilser (40 Jahre), Walter Haberstock (60 Jahre), Hubert Haas (61 Jahre) und Volker Reuss (63 Jahre).