Zeller Stadtjubiläum: Warum eine Künstlerin nicht ausstellen darf

Im Kubus kann die Künstlerin am Stadtjubiläum nicht ausstellen. Aber auch an anderen Orten nicht (Archivfoto).
Peter SchwendeleAlte Fotografien der Stadt Zell sollten mit Herrn und Frau Schwan – auch in Tracht – versehen werden. So die Idee der Zeller Künstlerin Ulrike Jörg, die sie gerne zum Festwochenende zum Stadtjubiläum umgesetzt und dort in einer Ausstellung präsentiert hätte. Zunächst sei sie tatsächlich von der Stadt gebeten worden, sich am Jubiläum zu beteiligen.
Der Unmut der Künstlerin
Auf ihre Anfrage nach einer Ausstellung hin hätte es dann aber geheißen, dass keine Räume dafür zur Verfügung stehen. „Mir wurde es verwehrt“, macht sie im Gespräch mit unserer Redaktion ihren Unmut deutlich. Das Argument mit den Räumen könne sie nicht nachvollziehen. Darüber hinaus hätte sie auch die Idee gehabt, an verschiedenen Orten große Schwäne als Kunstwerke und Hingucker in der Stadt zu platzieren. „Auch dies wurde abgeblockt“, sagt Ulrike Jörg. „Ich hätte mich als Zellerin gerne am Jubiläum beteiligt“, betont sie.
Kubus wird für DRK gebraucht
Wir haben bei der Stadt nachgefragt. Tatsächlich habe es ursprünglich die Idee gegeben, zum Stadtjubiläum mehrere Zeller Künstler zum Stadtjubiläum zusammenzubringen für eine gemeinsame Ausstellung. „Doch dazu gab es zu wenig Resonanz und dann haben wir das wieder verworfen“, sagt Bürgermeister Peter Palme. In Absprache mit seiner Sekretärin Sujay Nodarse sagt er zur Anfrage von Ulrike Jörg, dass das Festgelände sich auf das den Bereich zwischen Hotel Löwen und Rathausplatz beschränke und dort keine Räume verfügbar seien. Es sei von vorneherein klar gewesen, dass Fest nicht über diesen Bereich hinaus ausgeweitet werden soll. Der Kubus, der zunächst als Räumlichkeit im Raum gestanden habe, müsse als Fluchtraum und für den DRK für die Versorgung von Patienten zur Verfügung stehen, macht Palme klar.
Stadt sichert Gespräch mit der Künstlerin zu
Die Stadt sei jedoch immer offen für Ausstellungen und unterstütze ihre Künstler dabei gerne, betont der Bürgermeister. Ulrike Jörg könne gerne zu einem anderen Zeitpunkt ausstellen. Von ihrer Idee, die Schwäne in der Stadt aufzustellen, wisse Palme nichts. Aber dies könnte die Künstlerin auch über einen längeren Zeitraum außerhalb des Festgeschehens machen, so der Vorschlag von Palme. Denn dann seien diese auch sichtbar und würden sich nicht im Trubel verlieren.
Er versicherte, mit der Künstlerin Kontakt aufzunehmen und ein klärendes Gespräch zu führen.
Von Anfrage eines Pianisten nichts bekannt
Unserer Redaktion ist außerdem die Anfrage des Pianisten Felix Wunderle, ursprünglich aus Todtnau, bekannt. Er wollte ein Konzert zu Mozart geben – ebenfalls im Rahmen des Jubiläums. Auf diese hätte es keine Reaktion von der Stadt gegeben. Hierzu sagt Palme, dass ihm diese Anfrage nicht bekannt sei. Es kämen regelmäßig viele Anfragen herein, nicht alle könne man überblicken.
Wer ist denn jetzt der Veranstalter?
Die Stadtmusik und der Fanfarenzug haben das Musikprogramm für das kommende Wochenende auf die Beine gestellt, das Biosphärengebiet beteiligt sich am Sonntag mit dem Biosphärenfest. Doch wer ist denn nun Veranstalter? „Die Stadt ist Veranstalter, organisiert wird das Fest durch Ehrenamtliche der Vereine“, erläutert Palme auf Nachfrage unserer Redaktion. Denn dies hat vermutlich bei manchem für Unklarheiten gesorgt. Sehr wohl betont aber Palme, dass die Stadt sehr viel mit der Organisation zu tun hat: „Das ist eine Heidenarbeit für mich, meine Mitarbeiter, für alle, das Fest so zu stemmen.“ Rund 15 Vereine beteiligen sich am Musikfest. Für dieses, das nun vergleichbar mit dem Städtlifest sei, habe die Stadt viele Vereine mit ins Boot geholt, und auch für Sonntag seien für das Biosphärenfest zahlreiche Absprachen nötig gewesen. Alles zusammen bilde als Gesamtheit das Stadtjubiläum. „Wir sind heilfroh, dass wir es so groß hinbekommen“, sagt Palme stolz.
