Jugendherberge Todtnauberg
: Michelle Drobny hat als neue Leiterin viele Ideen

Michelle Drobny ist leidenschaftliche Gastronomin und die neue Herbergsmutter in Todtnauberg. Ihr Ziel ist ein echtes Miteinander.
Von
Ulrike Jäger
Todtnau
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Michelle Drobny ist die neue Leiterin der Jugendherberge in Todtnauberg

Ulrike Jäger

„Gastfreundschaft ist für mich Herzenssache“ ist der Leitsatz von Michelle Drobny. Seit Anfang April leitet sie die Jugendherberge in Todtnauberg. Die 36-Jährige ist gelernte Restaurantfachfrau, die ihre Ausbildung und langjährige Gastronomieerfahrung durch ein Management-Trainee-Programm beim Deutschen Jugendherbergswerk Baden-Württemberg vervollständigt hat.

In Oberfranken ist sie groß geworden und zur Schule gegangen. Durch den Beruf ihres Vaters, einem ehemaligen Eishockeyprofi, zog die Familie ständig um. Das habe ihre Kindheit geprägt, sagt Drobny, habe ihre Liebe zum Reisen und zur Begegnung mit immer neuen Menschen geweckt. Ihre Ausbildung absolvierte sie in Bremerhaven und Oberfranken, im Jahr 2009 nach der Ausbildung arbeitete sie in Luzern und bis 2018 an anderen Stationen in der Schweiz, wie in Basel und Interlaken.

Während der Corona-Pandemie sei sie weg von der Gastronomie, habe als Tagesmutter ein kleines Mädchen betreut, was sie sehr erfüllt habe. Doch die „Gastro“ habe ihr schon bald gefehlt. „Ich bin leidenschaftliche Gastronomin“ erzählt sie strahlend, Gastgeberin zu sein, Menschen willkommen zu heißen und ihnen eine unvergessliche Zeit zu bereiten, sei für sie Herzenssache.

Die Leitung der Jugendherberge ist für sie weit mehr als nur ein Beruf – es sei die Chance, mit Herz und Verstand etwas aufzubauen, das Gästen und den Menschen im Ort zugutekommt. Es ist ihr wichtig, dass die Jugendherberge kein isolierter Ort ist, sondern ein lebendiger Teil von Todtnauberg.

Bereits im vergangenen Jahr habe sie einige Monate in der Jugendherberge gearbeitet und habe sich sofort in den Ort und das Haus verliebt. „Das war Liebe auf den ersten Blick“, ergänzt sie lachend. Die Natur, die Ruhe, der Ausblick – das alles sei doch traumhaft, schwärmt sie, während sie durch die großen Panoramafenster blickt. Die neue Herbergsmutter will Brücken bauen, wie sie sagt, zwischen Gästen und Einheimischen, zwischen Jung und Alt, zwischen Tradition und neuen Ideen. „Dabei geht es mir um Herzlichkeit, Vertrauen und ein echtes Miteinander“ erklärt sie.

Sie steckt voller Ideen, so könne sie sich zum Beispiel Kooperationen mit Vereinen, Gastgebern, Skischulen und Outdoor-Anbietern vorstellen. Sie will regionale Produkte einsetzen und könnte sich Ferienprogramme für Familien ebenso vorstellen wie kreative, sportliche und kulturelle Aktivitäten.

Jugendherberge als Ort der Gemeinschaft

„Eine Schwarzwald-Kreativwerkstatt, ein Escape Room in der Herberge, eine Backwerkstatt, Filmabende im Liegekino, Wellness-Tage im Schwarzwald-Stil oder Tanz- und Fitness-Workshops“ zählt sie Beispiele auf.

„Mein Ziel ist es, die Jugendherberge zu einem Ort zu machen, an dem Menschen Gemeinschaft erleben, unvergessliche Erinnerungen sammeln und sich willkommen fühlen – und gleichzeitig einen Ort, auf den die Bewohner von Todtnauberg stolz sein können“.

Von der ehemaligen Herbergsmannschaft hat Michelle Drobny eine Person übernommen. In der Küche wirkt Küchenchef Jörg Kiri zusammen mit Chris Teichert, es gibt eine Reinigungskraft und eine Minijobberin, und Drobny selbst – als „Herbergsmutti“ - wie sie selbst sagt, kann alle Bereiche abdecken. Und doch würde sie sich über weitere Mithilfe freuen.

Internationale Gäste

Eine Powerfrau ist sie, die auch nachts um kurz vor Mitternacht noch an der Rezeption sitzt und Anfragen beantwortet. „Ich wohne ja hier im Haus, da kann man nicht immer den Abstand finden, den es eigentlich bräuchte“, sagt sie. Sie nimmt auch Buchungen für nur eine Nacht an, denn gerade Wanderer auf der Durchreise würden nie länger bleiben wollen.

Eine internationale Gästeschar war in diesem Jahr schon bei ihr: Schulklassen, Studenten oder Musikvereine kommen ins „Fleinerhaus“ oberhalb von Todtnauberg am Radschert, auch viele Angehörige oder Freunde von Patienten der benachbarten Eltern-Kind-Kurklinik Tannenhof.

Voraussetzung: Mitgliedschaft im DJH

35 Zimmer mit 145 Betten gibt es in der Jugendherberge, vier Zimmer haben jeweils ein eigenes Bad, zwei Zimmer teilen sich eins. Eine Disco gibt es ebenso wie eine Feuerstelle, einen Basketballkorb und ein Open-Air-Schachspiel.

Voraussetzung für die Unterkunft in der Jugendherberge ist die Mitgliedschaft im DJH (Deutsche Jugendherbergen).