DRK Todtnau: 112-Jahre – Ehrenamtliche Retter feiern Blaulicht-Jubiläum

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Schwarzwälder Bote„112 Jahre im Zeichen der Menschlichkeit“ – unter diesem Motto und passend zur lebenswichtigen Notrufnummer lädt der DRK-Ortsverein Todtnau zu seinem sogenannten „Blaulicht-Jubiläum“ ein. Am Sonntag, 14. Juni, wird dieses in der Kleinen Halle Todtnau gefeiert. Dann will der Ortsverein auf über ein Jahrhundert ehrenamtliches Engagement zurückzublicken und die Zukunft der Hilfsorganisation feiern.
Was am 2. August 1914 mit 18 engagierten Männern als Sanitätskolonne begann, hat sich zu einer tragenden Säule des örtlichen Vereinslebens entwickelt. Aus genau dieser Sanitätskolonne entstand der heutige Bereitschaftsdienst, also die älteste Abteilung des Ortsvereins. Auch heute sind hier 18 Ehrenamtliche aktiv, wie Vorsitzender Dominik Kaiser im Gespräch mit unserer Redaktion berichtet. Zu den Aufgaben der Bereitschaft zähle etwa der Sanitätsdienst an Veranstaltungen wie dem Städtlefest oder dem Ultra-Bike-Marathon – und auch außerhalb von Todtnau werden die Ehrenamtlichen an Events gerufen.
Notarzt wird von Ehrenamtlichen unterstützt
Und die Helfer-vor-Ort, die ebenfalls zur Bereitschaft gehören, hatten allein im vergangenen Jahr 80 Einsätze. Sie sind immer dann im Einsatz, wenn der Rettungswagen (RTW) aus Schönau nicht verfügbar ist. Denn: „Das nächste Hilfsfahrzeug hätte einen Anfahrtsweg von 30 Minuten“, erklärt Kaiser. „Wir rücken dann zur Unterstützung des Notarztes aus.“ Manchmal – vor allem bei größeren Einsätzen – , werden die Ehrenamtlichen des DRK auch zur Unterstützung des RTW alarmiert. Die ganze Bereitschaft sei bei Großlagen vor Ort, etwa um die anderen Einsatzkräfte zu versorgen oder für sie die sanitätsdienstliche Absicherung zu übernehmen – zuletzt sei dies beim Brand in Wieden der Fall gewesen.
Im Notfall auch per Knopfdruck zur Stelle
Seit Dezember 2025 – also noch nicht allzu lange – übernehmen die Todtnauer DRK-Ehrenamtlichen auch den Einsatz bei Hausnotrufen. Ältere oder pflegebedürftige Personen, die sich dafür beim Landesverband registrieren ließen, können im Notfall ihren Hausnotruf-Knopf drücken. Dabei werde dann die Leitstelle alarmiert. Über eine Freisprecheinrichtung nimmt diese Kontakt mit dem Patienten auf – und je nachdem, was passiert ist, kontaktiert sie dann einen Angehörigen oder eben das DRK. Bei leichten Stürzen oder kleineren Blessuren könnten somit die Einsätze des RTW verringert werden, der dann für größere Lagen wiederum verfügbar sei, erklärt Kaiser. Da in Todtnau noch wenige das Angebot nutzen, wolle die Ortsgruppe ihr Jubiläumsfest auch dafür nutzen, dies zu bewerben und darüber zu informieren.

Der Bereitschaftsdienst bei einer Veranstaltung im Einsatz.
Foto: DRK TodtnauAngebote für Senioren
Eine weitere Abteilung der Ortsgruppe ist der Sozialdienst. Hierbei schon legendär und seit über 50 Jahren etabliert: Der 14-tägige Senioren-Mittagstisch, der von Sophia Bauer organisiert wird. Auch das Küchenteam bei den Blutspenden, Seniorennachmittage sowie drei Gymnastikgruppen für Senioren stellt der Sozialdienst. Dies seien alles Dinge, die nicht direkt mit dem DRK in Verbindung gebracht würden. „Wir sind breit aufgestellt“, sagt Kaiser stolz.
Es braucht mehr Nachwuchs
Noch dazu gebe es das Jugendrotkreuz, in dem derzeit zehn Kinder zwischen sieben und 14 Jahren an den Sanitätsdienst herangeführt werden. Mit 15 könnten sie dann in das Probejahr in der Bereitschaft wechseln. Doch nicht viele Jugendliche würden hier „hängen bleiben“. Die Jugend würde dann den Fokus auf andere Interessen legen, sagt Kaiser. Deshalb sei es schwierig, genug Leute für die Bereitschaft zu finden. Somit sucht die Ortsgruppe auch dringend Unterstützung und werde am Jubiläum auch dafür die Werbetrommel rühren.

Eine Übung von Rettern.
Foto: DRK TodtnauVon einer Familie sind aber einige hängen geblieben aus der Jugendgruppe – und zwar von den Kaisers. Im Durchschnitt besteht der Vorstand aus einem recht jungen Team. Nur einer sticht heraus: Vize-Vorsitzender und Sozialdienst-Leiter Wolfgang Geis, der schon seit über 40 Jahren im Team ist und selbst lange Vorsitzender war. Und auch heute noch kennt man ihn quasi als das Todtnauer DRK-Gesicht. Er war es auch, der die Schulsanitäter der Gemeinschaftsschule ins Leben gerufen hat und diese federführend in erster Hilfe ausbildet.
Das Jubiläumsfest bietet einen guten Einblick hinter die Kulissen der wichtigen und breit aufgestellten ehrenamtlichen Arbeit der DRK-Ortsgruppe.
Das Jubiläumsfest
Wann und Wo:
Das Fest wird in und rund um die Kleine Halle in Todtnau am Sonntag, 14. Juni, von 10.30 bis 17 Uhr, gefeiert.
Das Programm:
Bei der großen Fahrzeugschau werden moderne Rettungsfahrzeuge und historische Ausrüstung gezeigt, es gibt Mitmach-Aktionen wie das Bärenhospital vom Jugendrotkreuz, die Rettungshunde-Staffel stellt sich vor, es gibt eine Hüpfburg, die Trachtenkapelle Brandenberg sorgt ab 11 Uhr für Unterhaltung, die Formation Blächforest spielt am Nachmittag, die Trachtengruppe Todtnau zeigt ab 13.30 Uhr ihre Tänze. Die Schulsanitäter der Gemeinschaftsschule Oberes Wiesental führen um 14, 15 und 16 Uhr die Reanimation mit dem AED vor. Darüber hinaus können sich die Besucher für die Knochenmarkspenderdatei der DKMS registrieren lassen.
