180 Jahre Stadtmusik: Die Zeller Musiker blicken auf eine spannende Geschichte zurück

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Schwarzwälder BoteIn 180 Jahren Vereinsgeschichte kann so einiges geschehen – wie auch ein Blick in die Geschichte der Zeller Stadtmusik zeigt. Und schon auf die Ursprünge kann man mit einem Schmunzeln blicken. Denn: Eigentlich ging man davon aus, dass die Stadtmusik erst 16 Jahr später gegründet worden sei, im Jahr 1861. Der Zeller Ehrenbürger Hans Fräulin war es dann, der im Stadtarchiv die Statuten des Musikvereins Zell entdeckte und erfuhr, dass dieser bereits am 8. August 1845 anerkannt worden war.
Als erster Dirigent fungierte Oberlehrer Motsch, 21 aktive und 19 passive Mitglieder haben die Gründungsurkunde unterschrieben. In den folgenden Jahrzehnten erfreute sich die Feuerwehrmusik, wie sie damals noch hieß, großer Beliebtheit.
Erst um die vorletzte Jahrhundertwende entstand dann er Name Stadtmusik Zell. 1937 erfolgte der Zusammenschluss der Feuerwehrmusik und der Cäcilia-Musik zur neuen Stadtmusik Zell. Die letzte Hauptversammlung vor dem Zusammenschluss war zugleich auch Rückblick auf die großen Verdienste des langjährigen musikalischen Leiters Rudolf Schneider, der sich mit der Komposition des Zeller Narrenmarsches ein bleibendes Denkmal geschaffen hat.
Zeller Stadtmusik steht für Beständigkeit
Alle diese Informationen stammen aus der Festansprache von Thomas Kaiser zum Jubiläum beim Neujahrskonzert in diesem Jahr. Dabei blickte dieser auch auf die vielen Vorsitzenden und Dirigenten des Vereins zurück und hob ihr reges Wirken hervor.
Dazu sagt einer der heutigen Vorsitzenden, Philipp Kaiser, im Gespräch mit unserer Redaktion: „Das ist eine Besonderheit unseres Vereins, dass wir in mehr als 60 Jahren nur drei Dirigenten hatten.“ Und: „Die Stadtmusik Zell ist bekannt für ihre Kontinuität in allen Bereichen.“ Denn nicht nur bei den Dirigenten, auch bei den Vorsitzenden habe es diese Beständigkeit gegeben. „Das zeigt auch, dass es immer sehr gut funktioniert hat“, so Kaiser.

Bereits 2017 gab die Filarmonica di Borgofranco ein Konzert in Zell. In diesem Jahr wird sie erneut auftreten.
Foto: MT-Archiv/Paul BergerViele internationalen Kontakte
Zu den weiteren Besonderheiten der Zeller Stadtmusik gehören Philipp Kaiser zufolge gute Kontakte zu Vereinen im Ausland. So wurden zum Beispiel vor vielen Jahren Kontakte zur tschechischen Blaskapelle „Mistrinanka“ geknüpft, die sodann zum 150-jährigen Vereinsjubiläum engagiert wurde. Seit fast 55 Jahren pflegen die Musiker aus der Schwanenstadt außerdem Freundschaften zur Feldmusik Zell bei Luzern. Vor fast 40 Jahren begannen die Beziehungen zur Filarmonica di Borgofranco in Italien. Daraus entstand sogar die Ehe zwischen Chiara Ganio und Philipp Kaiser. „Und wir pflegen auf musikalischer Ebene auch sehr gute Beziehungen zu unserer Partnerstadt Embrun“, sagt Kaiser im Gespräch.
Aktuell besteht die Stadtmusik aus 51 Aktivmitgliedern, die seit Ende 2024 von Thomas Schmid dirigiert werden. Kaiser lobt die Zusammenarbeit mit dem neuen Dirigenten. Und er lobt auch die „sehr tolle Jugendarbeit, bei der alle begeistert dabei sind“. Seit 2018 gibt es erstmals ein Vorstandsteam, in dem sich Philipp Kaiser, Karl Welte und Daniel Kummerer die Aufgaben aufteilen.
Dreiländerkonzert im Zeichen von Europa
Das Jubiläum wird das ganze Jahr hindurch begangen, ab diesem Wochenende wird das große Musikfest gefeiert. Dann ist für Samstag, 18. Oktober, ein Dreiländerkonzert geplant. „Dabei wollen wir unser musikalisches Zusammenwirken über Grenzen hinweg darstellen“, sagt Kaiser. Die Stadtmusik, die Filarmonica die Borgofranco sowie die Feldmusik aus Zell bei Zürich wollen dabei Stücke aus ganz Europa präsentieren. Am Sonntag soll dann gemeinsam gefeiert werden.
