Wetterexperte aus Dunningen
: Wird unser Sommer noch gerettet?

Grau und nass starten die Sommerferien. Und auch die Wochen davor gaben kein sommerlicheres Bild ab. Kann der Sommer noch gerettet werden? Ein Wetterexperte aus Dunningen gibt Hoffnung.
Von
Elena Baur
Oberndorf
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Eine Frau hält ihren eingeklappten Regenschirm in der Hand. Werden wir ihn in den nächsten Wochen brauchen? (Symbolbild)

Jonas Walzberg/dpa

Graue Wolken, milde Temperaturen um die 15 Grad und immer mal wieder ein Regenschauer – vermutlich nicht das Bild, dass viele Menschen sich Ende Juli und Anfang August erhoffen. Und das, nachdem der Sommer erst kurz davor mit Temperaturen um die 30 Grad und wärmer erst so richtig losgelegt hatte. Aber wie sieht das Wetter zum Start der Sommerferien aus? Kann der August den Sommer noch retten?

Wetterexperte Andreas Wilbs aus Dunningen klärt diese und weitere Fragen auf. Der Hobby-Meteorologe betreibt die Wetterstation in Dunningen, die sogar in seinem eigenen Garten steht. Dort konnte er eine Durchschnittstemperatur von 17,5 Grad im Juli messen. Im Vergleich: Im Juli 2024 hatte es eine Durchschnittstemperatur von 18,9 Grad. Also geringfügig wärmer.

Juli im Schnitt gar kein schlechter Monat

Die Durchschnittstemperatur im Juli seit dem Jahr 2003 liege bei 18,5 Grad. Dabei gab es den wärmsten Juli im Jahr 2015 mit einem Durchschnitt von 20,7 Grad und den kühlsten im Jahr 2011 mit 15,1 Grad. Somit ist dieses Jahr im Schnitt gar kein so schlechter Monat.

Doch dazu kommt: „In den letzten Tagen haben zahlreiche Menschen über den ,vielen‘ Niederschlag geklagt“, berichtet Wilbs. Dabei liege dieser in Dunningen bei 97,2 Liter je Quadratmeter im Juli und somit fast beim Juli-Durchschnittswert von 101,9 Liter pro Quadratmeter seit dem Jahr 2003. „Es hat also nicht viel geregnet, sondern normal“, so der Wetterexperte.

Hat der Siebenschläfertag etwas damit zu tun?

Und auch die Temperaturschwankungen zwischen den sommerlichen und den milden Temperaturen innerhalb eines Monats seien völlig normal, da sich Tief- und Hochdruckgebiete über längere Zeit in unserer Region halten können. Ähnlich durchwachsene Sommer gab es zum Beispiel auch im Jahr 2021 und 2023 und auch vor 20 Jahren beispielsweise in den Jahren 2004 und 2005, weiß Wilbs.

Der leidenschaftliche Hobby-Meteorologe Andreas Wilbs betreut die gemeindeeigene Wetterstation. Aus praktischen Gründen steht sie auf seinem Grundstück in der Dunninger Ortsmitte. (Archivbild)

Foto: Peter Schönfelder

Und was hat der Siebenschläfertag damit zu tun? Kann er tatsächlich das Wetter vorhersagen oder ist das ein Mythos? In diesem Jahr war der Siebenschläfertag am 27. Juni. Laut dem Hundertjährigen Kalender soll das Wetter an diesem Tag zeigen, wie das Wetter in den kommenden sieben Wochen sein wird.

„Dies ist eine alte Wetterregel, da sich zu dieser Jahreszeit oft eine Großwetterlage festsetzt. Dies kann ein Tiefdruckgebiet sein: ,Ist der Siebenschläfer nass, regnet’s ohne Unterlass.‘ Oder ein Hochdruckgebiet: ,Scheint am Siebenschläfer Sonne, gibt es sieben Wochen Wonne‘. Diese Regel ist also kein Blödsinn, aber natürlich auch nicht immer zutreffend.“

Azorenhoch lässt Hoffnung aufkommen

Doch die wichtigste Frage zum Schluss – wird der August den Sommer noch retten? „Das Azorenhoch – welches entsteht, wenn warme Luft aus den Tropen nach Norden steigt und sich dann auf ihrer Reise nach Norden in Richtung der kalten Luft der Polarregion zwischen dem 25. und 35. Breitengrad absinkt – über dem Atlantik ist in ,Lauerstellung‘ und werde eventuell ab Mitte/Ende nächster Woche hoffentlich die Überhand bekommen und das Tief über West- und Mitteleuropa verdrängen, dann steigen die Temperaturen wieder sommerlich an.  Wie stabil dieses Hoch sein wird bleibt abzuwarten“, gibt Andreas Wilbs eine hoffnungsvolle Prognose. Vielleicht kann der Regenschirm schon bald gegen einen Sonnenschirm getauscht werden.

Wetterdaten

Wetterstation Dunningen
„Das Thema Wetter ist sprichwörtlich täglich in aller Munde, gerät aber schnell wieder in Vergessenheit. Schön, dass es heutzutage zahlreiche Messstationen mit Archivfunktion gibt um nachzuforschen, wie Niederschläge, Temperaturen, Windgeschwindigkeiten und so weiter in Vergangenheit waren. Beispielsweise kann man mit dieser Seite die Wetterstation der Gemeinde Dunningen anklicken und tägliche, monatliche oder jährliche Grafiken und Daten abrufen", zeigt Wetterexperte Andreas Wilbs aus Dunningen.

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