Der leidenschaftliche Hobby-Meteorologe Andreas Wilbs betreut die gemeindeeigene Wetterstation. Aus praktischen Gründen steht sie auf seinem Grundstück in der Dunninger Ortsmitte. Nächste oder übernächste Woche soll das neue Gerät die ersten Wetterdaten liefern. Foto: Schönfelder

Andreas Wilbs rüstet auf: Bald wird man das Dunninger Wetter in Singapur oder New York ablesen können. Scharfe Wetterkontraste statt kreisübergreifendem Wetter-Einheitsbrei hat er sich vorgenommen. Schon bald soll es losgehen.

Dunningen - Das Wetter ist eines der großen Steckenpferde von Andreas Wilbs. Er beobachtet es seit 18 Jahren und seine Ergebnisse sind seitdem in der Dunninger Jahresschrift "Die Brücke" nachzulesen.

Gemeinde macht Wetterbeobachtung zum öffentlichen Anliegen

Darüber hinaus erreichen den Hobby-Meteorologen auch Nachfragen seiner Mitbürger. Wie stark war der Wind im gerade vorüber gezogenen Sturm? Wie viel Regen ist gefallen? Im Versicherungsfall durchaus relevante Angaben.

Indes, seine Wetterstation stieß an Grenzen, etwas Neues sollte her, und die Gemeinde machte die Wetterbeobachtung zum öffentlichen Anliegen.

Die neue Wetterstation, die die Gemeinde jetzt angeschafft habe, sei mit der Wetterwarte Süd mit Sitz in Bad Schussenried vernetzt, erläutert Wilbs. Und die war von seiner Anfrage mitzumachen einigermaßen begeistert. Denn das Wetter kommt im Regelfalle aus Westen. Damit wäre Dunningen eine Art "Vorposten" im Schwarzwald für den Beobachtungsraum der Wetterwarte. Aber dazu bedarf es genauer Daten.

In Echtzeit auf die Homepage der Gemeinde

Was er gerade auf seinem Grundstück aufbaut, geht, so Wilbs, "in Richtung Profistation". Und so etwas ist nicht billig. Rund 1500 Euro wendet die Gemeinde für das Gerät auf Wilbs’ Grundstück in der Ortsmitte auf.

In dem Gerät läuft beispielsweise ein 24-Stunden-Lüfter, um die Daten über den Tag vergleichbarer zu machen. Das zur Station gehörende Windrad wird hoch über dem Dachfirst angebracht, denn Verwirbelungen würden das Ergebnis verfälschen.

Die Wetterstation hat einiges zu tun. Sie misst die Windgeschwindigkeit, die Windspitzen, die Temperatur, die Luftfeuchte, den Luftdruck und natürlich die Niederschlagsmenge. Nur mittelbar abzulesen ist allerdings die Schneehöhe. Das kalte Nass wird nämlich automatisch geschmolzen und in Millimetern angezeigt. Nun, das scheint eher was für Experten zu sein.

Die gemessenen Werte werden dann in Echtzeit auf die Homepage der Gemeinde übertragen, so dass man der Wetterentwicklung quasi zuschauen kann. Und man stelle sich einen Dunninger in Singapur vor, der nachsehen kann, ob es bei der Oma an der Eschach gerade schneit.

Andreas Wilbs erwartet sich für die Gemeinde Dunningen eine nicht unbeträchtliche Werbewirkung. Mit dem "eigenen" Wetter hebe sie sich von vielen Gemeinden in der Umgebung ab. Auch manche Unternehmen seien durchaus am Wetter interessiert. Wenn die Entscheidung einer Umsiedlung in die Eschachgemeinde anstehe, sei es durchaus nicht unwichtig, ob es oft regnet oder viel schneit, oder eben die Sonne scheint.

Wilbs ist gerade bei der Installation der Wetterstation. Ob das Gerät schon nächste Woche oder doch etwas später ans Netz geht, kann er noch nicht sagen. Es ist wie beim Wetter – Unwägbarkeiten lassen sich nicht ganz ausschließen.

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