Wahlkreis Rottweil-Tuttlingen
: AfD-Kandidat Bloch wohl im Bundestag

Es gibt wie im Bundestrend zwei klare Sieger im Wahlkreis Rottweil-Tuttlingen: die CDU und die AfD. Die FDP stürzt dramatisch ab.
Von
Corinne Otto
Oberndorf
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CDU-Kandidatin Maria-Lena Weiss bei der Stimmabgabe in ihrer Heimatgemeinde Mühlheim. Sie sagt am Abend klar: „Wie sind die Sieger dieser Wahl.“

Nädele

Die große Frage, ob Maria-Lena Weiss für die CDU trotz des neuen Wahlrechts wieder den Einzug in den Bundestag schafft, ist bis zum Redaktionsschluss nicht definitiv geklärt. Man gehe davon aus, dass es reicht, so ein Sprecher kurz vor 23 Uhr mit Blick auf die anderen Wahlkreise. Überraschend zeigt sich allerdings dies: Joachim Bloch von der AfD wird nach Stand der Dinge am Sonntag wohl neuer Bundestagsabgeordneter.

Wie sehr die politische Lage die Menschen bewegt, zeigt die Wahlbeteiligung: 82,9 Prozent der Bürger im Kreis Rottweil haben ihre Stimme abgegeben.

Klar ist: Die CDU bleibt mit 38,9 Prozent der Erst- und 34,4 Prozent der Zweitstimmen erneut stärkste Kraft im Wahlkreis. Die SPD muss weiter Federn lassen und kommt nur noch auf 10,8 Prozent.

AfD zweitstärkste Kraft

Massiv zugelegt hat abermals die AfD. Sie lag 2021 noch auf Platz vier und geht jetzt mit 27,1 Prozent als zweitstärkste Kraft aus der Wahl hervor. Und der vor vier Jahren noch gefeierte Wahlsieger FDP stürzt ab und wird mit 6,1 Prozent abgestraft. Das ist ein Minus von mehr als zwölf Prozent. Dagegen sehen die Verluste der Grünen harmlos aus. Sie kommen auf 7,8 Prozent.

Die Reaktionen

CDU-Kandidatin Maria-Lena Weiss betont am Wahlabend in einer ersten Reaktion: „Wir haben mit Abstand das beste Ergebnis und sind damit Sieger dieser Wahl.“ Dennoch hätte sie sich schon bei der ersten Hochrechnung einen Sprung „über die 30 Prozent“ erhofft, räumt sie ein. Und wenn es zu einem Zweierbündnis mit der SPD reiche, sei man zufrieden.

„Besser als befürchtet, schlechter als erhofft“, sagt SPD-Kandidat Witkowski in einer ersten Stellungnahme. So wirklich überrascht sei man nicht vom Ergebnis – und auch auf Wahlkreisebene natürlich abhängig vom Bundestrend. Man habe im Wahlkampf alles gegeben. Nun sei der Auftrag, mit dem Ergebnis der Wahl eine stabile Regierung zu bilden.

Für Grünen-Kandidat Andreas Ragoschke-Schumm ist das Ergebnis „natürlich nicht so ausgefallen, wie ich es mir gewünscht habe“. Man habe auf Bundesebene leichte Verluste, im ländlich geprägten Wahlkreis selbst habe man als Grüne ein schwieriges Pflaster – da habe man 2021 vom Rückenwind auf Bundesebene profitiert. „Besorgniserregend“ sei das Abschneiden der AfD, immerhin sei auch deren Abschneiden nicht ganz so gut wie in manchen Prognosen erwartet.

Bloch: Den Rückstand im Kreis aufholen

Grund zum Jubeln hat AfD-Kandidat Bloch, der sich für das große Vertrauen der Wähler bedankt. Jetzt werde er den „Rückstand“, der sich im Wahlkreis aufgestaut habe, anpacken. Er glaubt, dass die neue Regierung nicht lange im Amt sein wird. Es würden nun Parteien zusammengezwungen, die nicht zusammen passen. In einem Jahr oder spätestens 24 Monaten, so seine Prognose, werde es Neuwahlen geben.

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