Vereine in Rottweil: Ab 2025 gelten beim Stadtfest neue Regeln und Gebühren für Vereine

Das Rottweiler Stadtfest lebt zum großen Teil vom Engagement der Vereine.
SiegmeierVereine und Service-Clubs wie etwa der Rotary Club können sich freuen: Bei nächsten Stadtfest könnte am Ende mehr Geld in den Vereinskassen hängen bleiben. Schmälerten bislang in der Kalkulation in der Regel 300 Euro Standmiete und gegebenenfalls nochmals 35 Euro für eine Schankgenehmigung das, was von den Einnahmen übrig bleibt, sollen diese Ausgaben ab dem nächsten Stadtfest, also ab 2025, reduziert werden, teilweise sogar wegfallen – wenn der Verein gewisse Kriterien erfüllt.
Der politische Wille steht im Grundsatz
Über den politischen Willen dazu haben die Stadträte sich schon vor gut einem halben Jahr im Grundsatz ausgetauscht, nun hat die Stadtverwaltung für die Sitzung des Kultur-, Sozial- und Verwaltungsausschusses (KSV) am Mittwochabend die konkreten Vorschläge ausgearbeitet.
Gibt der Gemeinderat grünes Licht, empfiehlt sich für die Vereine und Service-Clubs, künftig die Bedingungen genau anzuschauen und abzuwägen, welche Variante für sie am besten passt.
Im Grunde: Ein Zuschussfürs Bewirten
40 Prozent der Standmiete und der Gebühren fallen für Vereine ab 2025 schonmal auf jeden Fall weg, wenn sie am Stadtfest teilnehmen. Mehr noch: Beide Posten können sogar ganz entfallen, wenn „eine dem Standort und der Standgröße angemessene Anzahl an Sitzgelegenheiten und/oder Stehtischen“ gesorgt ist. Für diesen Vorschlag liegt nun von Seiten der Stadtverwaltung vor, was denn für angemessen gehalten wird.

Je nachdem, wie viele Biertischgarnituren ein Verein aufstellt, fällt die Standmiete mitunter sogar ganz weg.
Foto: GranerSo soll bei einem Stand oder einem Verkaufshäuschen bis fünf Meter Größe die Standgebühr bei 180 Euro liegen, über fünf Meter Größe bei 255 Euro. Wenn dann allerdings für die herkömmliche Größe mindestens vier Biertischgarnituren, also vier Tisch und acht Bänke oder eine Bestuhlung in vergleichbarem Umfang, oder mindestens acht Stehtische vorhanden sind, entfallen für den Verein die 180 Euro. Bei größeren Ständen sollen mindestens sechs Biertischgarnituren oder eine Bestuhlung in vergleichbarem Umfang, oder mindestens zwölf Stehtische vorhanden sein. Dann müssen auch die 255 Euro nicht bezahlt werden.
Für die Sitzung am Mittwochabend ab 17 Uhr im Neuen Rathaus macht Patrik Rau als zuständiger Sachbearbeiter in den Beratungsunterlagen auch darauf aufmerksam, dass die bereitgestellten Haushaltsmittel von 48 000 Euro „für ein Fest dieser Größenordnung und in Anbetracht der allgemeinen Kostenentwicklung schon mehrere Jahre nicht mehr ausreichen“. Sprich: Schon 2015, 2017 und 2019 musste die Stadt überplanmäßig drauflegen. Wobei 2019 wegen der Feierlichkeiten zum „Ewigen Bund“ eh einmalig 4000 Euro zusätzlich bereitgestellt worden waren.

Zündstoff? Der Abmangel für das Rottweiler Stadtfest fällt seit Jahren immer größer aus, als geplant.
Foto: SiegmeierMaximal 8500 Euro, so die Kalkulation der Stadtverwaltung, fielen bei den Einnahmen aus dem Stadtfest durch die neuen Kostenstruktur der Standmieten und Gebühren für Vereine und Service-Clubs weg. Zwischen 2015 und 2019 pendelte der Abmangel zwischen 62 500 und 66 000 Euro. 2022 waren es dann sogar fast 88 800 Euro. Und das, ohne dass es gravierendere Veränderungen an der Konzeption gegeben hätte. Die allgemeinen Preissteigerungen schlagen sich hier nieder, aber auch eine eher rückläufige Bereitschaft der Vereine, sich am Bühnenprogramm zu beteiligen.
Das Budget soll 2025 mehr als verdoppelt werden
Soll die Qualität des Stadtfestes nicht leiden, geht Rau davon aus, dass das Budget für 2025 mehr als verdoppelt werden muss. Sprich: Statt 48 000 Euro sollen 98 500 Euro im Haushalt eingestellt werden. Ab 2027, so der weitere Ausblick, soll alle zwei Jahre eine vierprozentige Kostensteigerung eingepreist werden.
