Rottweiler Baustelle: Aktueller Stand am Heiligkreuzort – so geht der Innenstadt-Umbau voran

Vor Ort machen sich Oberbürgermeister Christian Ruf (rechts) und Landtagsabgeordneter Stefan Teufel ein Bild vom Fortschritt der Sanierungsarbeiten im Heiligkreuzort. Gemeinsam werfen sie einen Blick auf die weiteren Planungen für die Neugestaltung des historischen Quartiers.
Bossert- Rottweil gestaltet den Heiligkreuzort in mehreren Abschnitten neu – Abschluss bis Ende 2027.
- Bruderschaftsgasse wurde fertiggestellt: neues Pflaster, mehr Grün, Sitzplätze und Radständer.
- Zweiter Abschnitt: Schulgasse, Pfarrgasse und Münsterplatz weitgehend neu, mit Freitreppe und Begrünung.
- Dritter Abschnitt fokussiert Oberamteigasse und Boltengäßle, inkl. Brückensanierung und Grünflächen.
- Finanzierung: Abschnitt zwei rund 2,7 Mio. Euro, Abschnitt drei rund 1,17 Mio. Euro, Fördermittel fließen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
„Hier entsteht Stück für Stück ein völlig neues Gesicht des Heiligkreuzorts. Was vor wenigen Jahren noch nach einer großen Vision ausgesehen hat, wird jetzt ganz konkret sichtbar“, sagt Christian Ruf. „Wir investieren damit nicht nur in eine Erneuerung der Infrastruktur, insbesondere der Ausbau eines Nahwärmenetzes, sondern ganz wesentlich in die Aufenthaltsqualität, die Barrierearmut, mehr Grün und damit in Summe für die Zukunft unserer historischen Innenstadt.“
Der erste Abschnitt
Die umfassenden Sanierungsarbeiten im Heiligkreuzort werden in mehreren Bauabschnitten umgesetzt. Der erste Bauabschnitt, die Bruderschaftsgasse, wurde im vergangenen Jahr fertiggestellt und für die Öffentlichkeit freigegeben.
Die Gasse präsentiert sich mit neuen Pflasterflächen, zusätzlichen Bäumen und Grünbereichen, Sitzmöglichkeiten und Fahrradabstellplätzen aufgewertet. Alte Ver- und Entsorgungsleitungen wurden ebenso wie die Hausanschlüsse ersetzt. Mit der Erweiterung des bestehenden Nahwärmenetzes wird angestrebt, allen Anliegern in den historischen Gassen diese Möglichkeit der Wärmeversorgung zu ermöglichen.
Nummer zwei
Die Schulgasse und die Pfarrgasse sind ebenfalls weitgehend fertiggestellt. Die Arbeiten wurden dort zwischen März und Oktober 2025 umgesetzt. Parallel wurden weitere Bereiche rund um das Münster neu gestaltet.
Besonders prägend ist die Neugestaltung des Münsterplatzes. Die neue Freitreppe schafft einen großzügigen Zugang zum Platz und verbindet ihn stärker mit dem Alten Rathaus und der Oberen Hauptstraße. Zusätzliche Begrünung, Sitzmöglichkeiten und eine verbesserte Wegeführung erhöhen die Aufenthaltsqualität.
Die Gasse am Münsterplatz ist nahezu fertiggestellt. Der Münsterplatz und seine angrenzenden Bereiche gehören zum zweiten Bauabschnitt, dessen Gesamtvolumen bei rund 2,7 Millionen Euro liegt. Davon werden 888.000 Euro aus Mitteln der Städtebauförderung finanziert.
Und Nummer drei
Mit dem dritten und letzten großen Bauabschnitt konzentrieren sich die Arbeiten nun auf die Oberamteigasse und ihre Anschlussbereiche. Dazu gehören insbesondere die Hintere Höllgasse, das Boltengäßle und die Schlachthausstraße.
Die Oberamteigasse erhält dabei eine neue Gestaltung mit Natursteinpflaster und Asphaltflächen. Vorgesehen sind unter anderem zusätzliche Grünflächen und mehrstämmige Gehölze, Sitzmöglichkeiten, Flächen für Außengastronomie sowie Fahrradabstellplätze.
Ein besonderer Bestandteil des dritten Bauabschnitts ist das Boltengäßle. Dort wird nicht nur die Oberfläche neu gestaltet, sondern auch das bestehende historische Brückenbauwerk saniert. Bei der Gewölbe- beziehungsweise Bogenbrücke sind im Vorfeld Schäden untersucht worden.
Blick auf die Finanzierung
Für den dritten Bauabschnitt sind nach der aktuellen Kostenberechnung rund 1,17 Millionen Euro für Bau- und Baunebenkosten vorgesehen. Davon entfallen rund 350.000 Euro auf Fördermittel aus dem Sanierungsgebiet, der städtische Eigenanteil beträgt rund 820.000 Euro.
Der Bauablauf ist so angelegt, dass die Arbeiten an der Oberamteigasse und den Anschlussbereichen bis Ende 2027 abgeschlossen werden sollen. Damit soll der gesamte Heiligkreuzort rechtzeitig zur Landesgartenschau 2028 in seiner neuen Gestaltung erlebbar sein.
Eine zentrale Grundlage für die umfangreiche Neugestaltung ist die Städtebauförderung von Bund und Land. Das Sanierungsgebiet „Stadtmitte“ besteht seit 2016 und wurde inzwischen verlängert. Allein für das Jahr 2026 konnte Rottweil eine hohe Finanzhilfe von 3,5 Millionen Euro für das Sanierungsgebiet mobilisieren. Bereits 2025 waren 2,8 Millionen Euro bewilligt worden.
Bedeutung der Städtebauförderung
Die Besonderheit der Städtebauförderung liegt darin, dass Bund und Land die Förderung gemeinsam tragen. Im Sanierungsgebiet „Stadtmitte“ werden die Fördermittel zu 60 Prozent von Bund und Land getragen, während die Stadt Rottweil die verbleibenden 40 Prozent aufbringt.
„Die Städtebauförderung ist für Rottweil ein enorm wichtiger Hebel. Sie ermöglicht uns, Projekte umzusetzen, die unsere historische Innenstadt dauerhaft stärken und gleichzeitig private Investitionen anzustoßen“, betont OB Ruf. „Dass wir 2026 erneut 3,5 Millionen Euro Finanzhilfe für das Sanierungsgebiet erhalten haben, ist alles andere als selbstverständlich. Das Programm ist stark nachgefragt.“
Aufwertung der Innenstadt
Beim Rundgang dankte der Oberbürgermeister dem Landtagsabgeordneten für seinen Einsatz für Rottweil und die Unterstützung des Landes bei der Städtebauförderung. Stefan Teufel betonte die Bedeutung der Investitionen für die Entwicklung der Stadt: „Rottweil nutzt die Möglichkeiten der Städtebauförderung sehr konsequent. Was hier im Heiligkreuzort entsteht, ist eine nachhaltige Aufwertung der historischen Innenstadt. Das ist gut für die Bürgerinnen und Bürger, für Handel und Gastronomie und nicht zuletzt für die vielen Gäste, die Rottweil künftig – insbesondere im Umfeld der Landesgartenschau 2028, aber auch darüber hinaus – besuchen werden.“
