Neckarline in Rottweil: Die Hängebrücke hat sogar Besucher wie aus dem Bilderbuch

Jens und Annett Ritter aus Ludwigsburg sind begeistert von Rottweil und haben den Gang über die Hängebrücke in die Stadt gleich mit einem Einkaufsbummel verbunden.
OttoNach der großen Sause mit geladenen Gästen hat die Hängebrücke Neckarline am Freitag erstmals für zahlende Besucher geöffnet. Klappt alles? Woher kommen die Menschen? Und wie groß ist der Andrang?
Am morgen kurz vor 10 Uhr, zum Start der ganz normalen Öffnungszeiten der „Neckarline“, ist die Lage überschaubar. Gut ein Dutzend Menschen tummelt sich im Bockshof, von Verkehrschaos in der Stadt keine Spur. Die ersten lösen ein Ticket am Automaten. Ein älterer Herr drückt dabei leider ein paar Tasten zu viel und hat plötzlich fünf Karten – zum entsprechenden Preis – in der Hand. Er bleibt gelassen, nimmt alle mit und will sich auf der anderen Seite im Besucherzentrum melden.
Vom Berner Feld drüben kommen derweil schon die ersten Besucher über die Brücke in Richtung Bockshof gelaufen. „Wir sind Rottweiler“, sagen Ines und Hans-Werner Lorenz. Für sie war klar: Die neue Hängebrücke, die müssen sie ausprobieren. Und es habe sich gelohnt.
Besuch von der Blackforestline in Todtnau
Das nächste Paar, Bernhard und Tanja Wunderle, hat eine besondere Verbindung zur Hängebrücke: „Wir kommen von der Blackforestline aus Todtnau“, schmunzeln sie. Bernhard Wunderle ist Hausmeister an der Schwesternbrücke. An der Neckarline waren sie auch während des Baus schon ein paar Mal. „Und wir sind erstaunt, dass es gar nicht so weit nach Rottweil ist“. Später am Nachmittag treffen wir sie wieder – der Tag in Rottweil wird ausgekostet.
Am Nachmittag nimmt der Andrang etwas zu – auf der 606 Meter langen Brücke ist es aber dennoch „luftig“. Und wir treffen wahre „Bilderbuchbesucher“, die genau das verkörpern, was man sich in Rottweil von der Hängebrücke erhofft. Jens und Annett Ritter laufen strahlend über die Neckarline, mit mehreren Einkaufstüten in der Hand.
Hängebrücke, Einkaufen, Eis essen
Sie sind aus Ludwigsburg und haben mit dem Wohnmobil auf dem Berner Feld geparkt. „Eigentlich waren wir im Schwarzwald unterwegs, aber als wir von der Hängebrücke gehört haben, sind wir hergefahren“, berichten sie. Dass die Brücke direkt in die Stadt führt, finden sie einfach toll. „Man ist hier oben in einer anderen Welt, und dann kann man direkt bummeln und ein Eis essen – herrlich“, freut sich Annett Ritter.
In den Läden seien sie sehr freundlich empfangen worden. „Jetzt suchen wir einen Stellplatz für die Nacht, wir wollen die Brücke und die Stadtkulisse auch am Abend sehen.“ Das hört man in Rottweil sicher gern.
Ganz emotional
Regelrecht emotional ist es Monika Schändlinger zumute. Sie war früher Führerin im Testturm und hat die „Brücken-Idee“ schon vor knapp zehn Jahren mitverfolgt. Nach einigen Jahren in Österreich ist sie nun zurückgekehrt und hat sich für die Hängebrücke extra Urlaub genommen. „Es ist noch besser, als ich es mir vorgestellt hätte.“
Und auch Besucher aus der direkten Nachbarschaft sind beeindruckt. „Das ist eine tolle Sache“, sagt ein Ehepaar aus Wellendingen, das dem Enkel aus Nordrhein-Westfalen die neue Attraktion zeigt. Allein die Pylon-Konstruktion zieht sie schon in ihren Bann.
Am Drehkreuz neben dem Besucherzentrum muss derweil hier und da noch ein bisschen assistiert werden. Per Code auf dem Ticket, das auch im Besucherzentrum erworben werden kann, geht es zur Brücke. Für Fragen, oder wenn es mal nicht gleich klappt, stehen Neckarline-Mitarbeiter parat.
Bürgervereinigung serviert Brückenschinken
Am Weg zwischen Testturm und Hängebrücke hat derweil die Bürgervereinigung Göllsdorf groß aufgefahren, um die Besucher zu verköstigen. Es gibt „Brückenschinken“ passend zum Brückenfest, direkt aus dem Smoker und einiges mehr, sagt Vorsitzender Mike Altmann. Eine Woche habe man in die Vorbereitungen gesteckt, für den großen Ansturm am Wochenende ist man auch hier bestens gerüstet. „Das ist schon ein Großereignis, da sind wir natürlich dabei!“
