Gegen Windkraft in Rottweil: AfD-Chef Sänze ist sauer und sagt Termin im ESV-Sportheim ab

Gegen eine große AfD-Veranstaltung im April hatte das Bündnis für Rottweil eine Gegendemo organisiert. (Archivfoto)
OttoNachdem die Wogen am Wochenende hoch schlugen, teilt der Sprecher des AfD-Kreisverbands Rottweil-Tuttlingen und Landesvorsitzende Emil Sänze in einer Mail am Dienstagmittag mit: “Bedauerlicherweise müssen wir unseren Stammtisch/Bürgerdialog „Gegen den Wind“ am 14. November im ESV-Heim in Rottweil absagen.“
Bündnis erinnert an Satzung
Gegen den Ort des Geschehens hatte das Bündnis „Rottweil bleibt bunt“ deutlichen Widerspruch eingelegt und am Wochenende in einer Mail den Eisenbahner Sportverein dazu aufgefordert, die Veranstaltung nicht im ESV-Sportheim stattfinden zu lassen.
Dies sei nicht mit der Satzung des Vereins und dessen Gemeinnützigkeit vereinbar. Der Vorsitzende Jens Kaschuba wiederum hatte argumentiert, die Verpachtung der Gaststätte sei nicht Gegenstand der Gemeinnützigkeit und es sei Sache des Pächters, welche Termine er zusage.
Termin wird nachgeholt
Emil Sänze erklärt nun als Grund für die Absage: „Aus gesellschaftlicher Verantwortung und aus Rücksichtnahme auf den Eisenbahnerverein, als auch auf die gastfreundliche Wirtin, werden wir diese Veranstaltung absagen.“ Dies sei mit dem Versprechen verbunden, diese zeitnah und „in einem größeren Rahmen“ in Rottweil nachzuholen, erklärt Sänze.
Der AfD-Sprecher wendet sich außerdem ausführlich gegen die seiner Meinung nach „selbst ernannten Demokratiehüter des Bündnisses für Rottweil.“ Laut Sänze hätten diese versucht, „ mit unlauteren Mitteln Druck auf den Verpächter der Vereinsgaststätte, den Eisenbahner Sportverein Rottweil, auszuüben.“ Von Gemeinnützigkeit sei aber allgemein die Rede, wenn dem Gemeinwohl gedient wird, definiert es Sänze.
Er schafft es außerdem, Begrifflichkeiten wie „Antifa-Helfer“ und „Sturmtruppen“ in seiner Erklärung unterzubringen und behauptet, das Bündnis „Rottweil bleibt bunt“ wolle die Bürger Rottweils einschüchtern. „Wie man hört, sei eine Gegendemonstration bereits angemeldet, um friedliche Bürger davon abzuhalten, ihr legitimes Recht auf Teilnahme wahrzunehmen“, streut Sänze Gerüchte. Das Bündnis allerdings stellt klar: „Wir haben selbst keine Demonstration angemeldet und wissen auch von keiner anderen Kundgebung.“
Verein distanziert sich
Das Bündnis hatte sich unter anderem darauf berufen, dass unter anderem in der Verbandssatzung des Verbandes Deutscher Eisenbahner-Sportvereine (VDES), der der Rottweiler Verein unterworfen ist, klar definiert ist: „Er ist parteipolitisch neutral und vertritt den Grundsatz religiöser und weltanschaulicher Toleranz.“ ESV-Vorsitzender Jens Kaschuba hatte am Wochenende betont, man distanziere sich von jeglicher parteipolitischen Meinung.
Zur Absage Sänzes sagen die Vertreter des Bündnisses auf Nachfrage: „Wir freuen uns darüber, dass im ESV Sportheim Rottweil diesen Donnerstag keine parteipolitische Veranstaltung stattfindet. Wir hoffen, dass dies auch in Zukunft der Fall sein wird.“
