Gäubahn in Rottweil
: Schlagabtausch – Karrais steht zu „Totengräber“-Aussage

Der Schlagabtausch in Sachen Gäubahn geht weiter: Daniel Karrais reagiert auf den offenen Brief des BUND-Landesgeschäftsführers.
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(red/pm)
Oberndorf
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Die Zukunft der Gäubahn bewegt die Gemüter.

Lück

Der FDP-Landtagsabgeordnete schreibt nun seinerseits zurück und untermauert seine Position in Sachen Gäubahn. An seiner umstrittenen „Totengräber“-Aussage hält er fest.

In seinem offenen Brief an BUND-Landesgeschäftsführer Martin Bachhofer dankt Karrais diesem für das Engagement für den Bahnverkehr und für nachhaltige Mobilität in Baden-Württemberg. Man sei sich darin einig, die Gäubahn „als wichtige Verbindung zwischen Stuttgart, dem Bodensee und der Schweiz endlich zukunftsfest zu machen“.

Karrais betont: „Der Pfaffensteigtunnel ist seit einigen Jahren die einzige, politisch konsensfähige Lösung, zu der auch die maßgeblichen Projektpartner des Bahnprojekts S21 stehen. Die ursprünglich vorgesehene Anbindung über den Planfeststellungsabschnitt 1.3b wurde bereits 2022 beendet und durch die Planung des Pfaffensteigtunnels ersetzt. Eine andere Anbindungsmöglichkeit der Gäubahn an den Tiefbahnhof ist derzeit weder in Planung noch ernsthaft in Erwägung gezogen.“

Pfaffensteigtunnel die einzige Lösung

Ein dauerhafter Weiterbetrieb des alten Kopfbahnhofs oben sei nicht zu erwarten, sobald S21 in Betrieb geht. Darum könne die Gäubahn höchstens während eines vorübergehenden Parallelbetriebs über die Panoramastrecke an den Kopfbahnhof geführt werden. „Für die Zeit danach brauchen wir jedoch dringend eine Lösung.“

Ohne den Pfaffensteigtunnel werde es laut Karrais nach jetzigem Stand keine direkte, leistungsfähige und langfristig gesicherte Anbindung der Gäubahn an den Stuttgarter Hauptbahnhof geben. Zudem sei der Pfaffensteigtunnel eine Lösung, die die Gäubahn in den Deutschlandtakt einfügt. Andere Lösungen könnten nicht im Interesse der Gäubahnanlieger sein, die eine schnelle Anbindung an den Flughafen und insbesondere an den Fernverkehr brauchen.

Stopp wirft um Jahrzehnte zurück

Ein Stopp oder ein erneutes Infragestellen dieser Lösung würde die Gäubahn um Jahre, vielleicht Jahrzehnte, zurückwerfen. „Gerade deshalb bleibe ich mit Überzeugung bei meiner Aussage: Wer den Pfaffensteigtunnel verhindern will, arbeitet als Totengräber der Gäubahn“, schreibt der Landtagsabgeordnete.

Die drohende Unterbrechung ab Stuttgart-Vaihingen mit Umstieg auf die S-Bahn sei keine gute Aussicht und müsse so kurz wie möglich gehalten werden.

Fragwürdiger Test von Pro Gäubahn

Das Bündnis „Pro Gäubahn“ habe einen „methodisch fragwürdigen Test“ des Umstiegs durchgeführt, meint Karrais. Darin sei berichtet worden, dass der Umstieg von S-Bahn zu Fernverkehr am Hauptbahnhof oben etwa 15 bis 20 Minuten dauere. Genau das sei das Problem eines dauerhaften Weiterbetriebs des alten Kopfbahnhofs: „Der Umstieg vom Kopfbahnhof oben zum dann unten verkehrenden Fernverkehr wäre so lang, dass alle Anschlüsse verpasst werden.“

Die Zukunft der Gäubahn liegt laut Karrais „ nicht in der Nostalgie der Panoramabahn, sondern in moderner, leistungsfähiger Infrastruktur mit direkter Anbindung an den Tiefbahnhof“.

Der Abgeordnete schlägt dem BUND-Landesgeschäftsführer vor, sich bei einem Gespräch über die Gemeinsamkeiten der Ziele auszutauschen, um Energien zu bündeln und die so gemeinsamen Ziele besser durchsetzen zu können.

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