Erste Hilfe im Kreis Rottweil
: DRK ruft zu mehr Mut beim Helfen in Notfällen auf

Am kommenden Samstag ist der internationale Tag der Ersten Hilfe. Das DRK zeigt was alle können sollten und ob eine verpflichtende Auffrischung sinnvoll wäre.
Von
Elena Baur
Oberndorf
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Bei Notfällen fühlen sich viele Ersthelfer verunsichert. Das DRK ruft aber zu Mut auf. Schnelles Handeln helfe.

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Bei vielen liegt er wahrscheinlich schon lange zurück – der Erste-Hilfe-Kurs. Denn: Verpflichtend ist eine Auffrischung nicht. Im Zuge des internationalen Tags der Ersten Hilfe am kommenden Samstag, hat sich unsere Redaktion erkundigt, ob eine Verpflichtung nicht sinnvoll wäre.

Laut dem DRK würden die meisten Menschen erst nach einer Notsituation oder zu einem bestimmten Anlass wie Führerschein, Geburt oder der Pflege eines Angehörigen einen Kurs belegen. „Das Thema ist immer präsent, aber wenn es keinen Anlass gibt, schiebt man es oft vor sich her“, erklärt Sven Lotze, Leiter der Breitenausbildung beim DRK. Eine Umfrage zeige aber, dass das Wissen tendenziell ab dem fünften Jahr abnehme.

Durch seltene Anwendung entstehen Ängste

Das sei auch nicht ungewöhnlich, denn viele Menschen bräuchten dieses Wissen im Alltag selten. Dadurch entstehe im Notfall oft eine Überforderung. Die Angst, etwas falsch zu machen, würde meist dominieren. Genau diese Angst möchte das DRK den Menschen nehmen. Ein Auffrischungskurs alle drei bis fünf Jahre hält Lotze daher für sinnvoll.

„Die Schulen sind ein wichtiger Hebel.“ Ein Erste-Hilfe-Kurs sollte bereits in der Grundschule kindgerecht dazugehören. Das Wichtigste daran sei, dass Menschen überhaupt aktiv werden. „Es ist alles einfach, man steht sich oft selbst im Weg“, weiß der Lebensretter.

Ersten Minuten oft die wichtigsten

Dabei seien oft die ersten Minuten wichtig. Zum Beispiel das Auswaschen eines verätzten Auges oder auch die Herzdruckmassage, gibt der Experte ein paar Szenarien an – bei letzterer entscheide die Zeit oft über Leben oder Tod. Denn ohne Sauerstoff würden schnell Teile des Gehirns absterben und ein dauerhafter, starker Schaden bleibt. „Pro Minute sinkt die Überlebenschance um etwa zehn Prozent.“

Laut dem Deutschen Reanimationsregister würden aber nur etwa die Hälfte der Laien mit Wiederbelebungsmaßnahmen anfangen. „Durch Laien-Reanimation werden jedes Jahr Tausende von Menschenleben gerettet und es könnten noch viele Tausend mehr jedes Jahr sein.“

Keine Sorgen etwas falsch zu machen

Daher sollten Menschen sich auch nicht davor scheuen Hilfe zu suchen, zum Beispiel bei Passanten in der Umgebung. „Zusammen ist es immer leichter“, ermutigt Lotze. Wenn die Angstschwelle verändert werde, dann steige die Bereitschaft und die Überforderung sinke. Auch die Angst etwas falsch zu machen, sollten Ersthelfer ablegen, denn das Wichtigste sei die schnelle Hilfe. „Grundsätzlich steckt in jedem ein Ersthelfer drin“, ist er sich sicher.

Dafür gebe es auch ein Projekt mit dem Namen „Region der Lebensretter“. Dort können sich freiwillige Helfer melden. Nach einer Kurs-Ausbildung zum Sanitätshelfer können diese als Ersthelfer an Rettungsstellen gerufen werden, um zu helfen. Die Leitstelle könne diese – auch landkreisübergreifend – anfordern, wenn gerade einer der Lebensretter in der Nähe sei, erklärt Lotze. „Das ist eine echt gute Sache“, wie er findet.

Angebote

Auffrischungskurs
Am Welt-Erste-Hilfe-Tag am kommenden Samstag, 13. September, veranstaltete der DRK Kreisverband und der CDU Kreisverband Rottweil einen Auffrischungskurs. Der kostenlose Kompaktkurs geht von 9 bis 12.15 Uhr und vermittelt die wichtigsten Inhalte. Vorwissen ist nicht erforderlich. Die Kurse werden in verschiedenen Gemeinden uns Städten im Landkreis angeboten. Eine Anmeldung und Übersicht gibt es unter https://www.kv-rottweil.drk.de/kurse/erste-hilfe/kompaktkurs-fit-in-eh.html.

Hier gibt es Hilfe
Praktische Anleitungen zur Ersten Hilfe sind auf der Webseite des DRK zu finden unter https://www.drk.de/hilfe-in-deutschland/erste-hilfe/ und https://www.drk.de/hilfe-in-deutschland/erste-hilfe/erste-hilfe-massnahmen-zur-wiederbelebung-pruefen-rufen-druecken/.

Weitere Infos zum Projekt „Region der Lebensretter“ finden Interessierte hier: https://www.kv-rottweil.drk.de/angebote/engagement/region-der-lebensretter.html.

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