Eröffnung der Neckarline: Große Freude, viel Adrenalin – das sind die Reaktionen zur Hängebrücke

Der Gang über die Hängebrücke wird für die Festgäste zum Erlebnis.
OttoNach dem großen Festakt im Festzelt auf dem Berner Feld in Rottweil wird es an diesem sonnigen Donnerstag gegen 12.30 Uhr ernst: Das rote Band zur Neckarline wird durchschnitten, die Hängebrücke ist eröffnet und die Festgäste strömen auf das Bauwerk. Auf 606 Metern geht es übers Neckartal direkt in die Stadt.
Die einen können es kaum erwarten, die Stahlkonstruktion zu betreten, die anderen zögern. Soll ich wirklich drüber? Einige wenige bleiben lieber auf dem Beobachterposten, bei anderen hilft gutes Zureden, eine starke Schulter der Begleitung – und dann geht es los.
„Alleine würde ich es nicht schaffen“, sagt ein Premierengast schmunzelnd nach den ersten Metern, und hält sich bei jedem Schritt am Handlauf fest. Das ist auch nötig, denn: Bei rund 300 Menschen, die nahezu gleichzeitig über die Brücke laufen, wackelt es in 60 Metern Höhe doch ordentlich.
360-Grad-Rundumblick
Vielen macht die Höhe aber auch nichts aus, sie genießen den 360-Grad-Rundumblick mit Testturm, Stadtkulisse und Vidadukt. „Alles gut, es ist toll“, sagt IHK-Präsidentin Birgit Hakenjos und schwärmt nicht nur von der Brücke, sondern von dem gelungenen Event zur Einweihung. Auch der frisch gewählte neue Landrat Christoph Keckeisen ist begeistert und geht sicheren Schrittes über die Neckarline.
Während die „Symbadische Senfoniker“ die Brückengeher beim Start auf dem Berner Feld mit flotten Rhythmen ermutigen, sind dann auf halber Strecke Klänge von der anderen Seite zu hören: Der Bockshof kommt in Sicht, wo die Stadtkapelle die Festgäste empfängt.
Gute Kombi mit Testturm und Landesgartenschau
Unter den Gästen ist auch der frühere Rottweiler Oberbürgermeister Ralf Broß, jetzt geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Städtetags, der die Anfänge des Projekts begleitet hat. „Sehr gut!“, sagt er zur Frage, wie er denn nun war, der Gang über die Brücke. Er ist sich sicher, dass das Bauwerk der Stadt nun in Kombination mit dem Testturm und der Landesgartenschau 2028 wichtige Impulse bringt.
Und er freut sich, dass man bei der Planung auch dabei geblieben ist, die Barrierefreiheit auf der Brücke zu gewährleisten. Denn kurz nach ihm ist auch die Behindertenbeauftragte der Stadt, Ruth Gronmayer, mit ihrem Rollstuhl auf der anderen Seite angekommen. „Es hat gut geklappt“, freut sie sich. Sie habe für die Steigungen zwar einen kleinen Hilfsantrieb, aber es sei auch ohne machbar.
Mit weichen Knien, aber glücklich
Letztlich haben sich viele an diesem besonderen Tag über die Hängebrücke gewagt, die sich das vorher selbst gar nicht zugetraut hätten – so wie Buchhändlerin Sabina Kratt oder die frühere Stadträtin Heide Friedrichs, die beide mit weichen Knien, aber glücklich, auf der anderen Seite ankommen.
Investor Günter Eberhardt steht derweil etwas erhöht im Bockshof und blickt auf die Neckarline und den Trubel. „Mit so vielen Menschen auf der Brücke, das ist jetzt ein ganz neues Bild. Toll, oder?“, sagt er. Wie er sich fühlt? Das lässt der Investor wie immer nicht so recht raus. Er beobachte jetzt einfach die Menschen, und freue sich, wie groß die Freude ist, die die Neckarline bringt.
Neckarliner ist startklar
Weil es aber auch Gäste gibt, die den Rückweg dann doch lieber mit weniger Adrenalin außenrum antreten, rollt Sohn Korbin mit einem großen Golfkart an. Und am Wochenende wird der Neckarliner 1, ein Bähnle mit Waggons, zwischen Stadt und Berner Feld hin und her rollen. Auch dieses Geheimnis ist damit gelüftet.
