Ausstellung in Dunningen: Preisgekrönte Bilder fordern zum Innehalten auf

Vernissage in Dunningen
Fritz Rudolf- Dunningen zeigt ICONIC in den Katakomben der St.-Christophorus-Kapelle.
- Gezeigt werden 21 Pressefotos und eine Winners' Wall mit Siegerbildern seit 1955.
- Bürgermeister betont Bedeutung unabhängigen Journalismus und der Pressefreiheit.
- Führungen sind gefragt – über 15 Sonderführungen mit mehr als 250 Teilnehmenden.
- INFO: Ausstellung bis 18. Oktober, Eintritt frei, mehrere Öffnungstage 11 bis 18 Uhr.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Ausgerechnet mit einem Motorradunfall beginnt die Reise durch 70 Jahre Pressefotografie. Das erste „World Press Photo of the Year“ zeigt 1955 einen Motocross-Fahrer beim Sturz von seiner Maschine. Kein Krieg, keine politische Krise, kein gesellschaftlicher Konflikt.

Bürgermeister Peter Schumacher und HKV-Vorsitzender Christian Weimar
Fritz RudolfNur wenige Schritte weiter sieht die Welt schon anders aus. Krieg, Flucht, Protest und Unterdrückung, aber auch Mut und Hoffnung bestimmen viele der 21 Fotografien, die derzeit in den Dunninger Katakomben zu sehen sind. Manche kennt man aus Zeitung, Fernsehen oder Internet. Doch wer länger vor ihnen stehen bleibt, entdeckt Details und Geschichten, die sich dem schnellen Blick entziehen.
Genau das taten die Besucher, die zur Vernissage gekommen waren. Nach den Eröffnungsreden verteilten sie sich in den Räumen des ehemaligen Wasserreservoirs. Es wurde betrachtet, gelesen und diskutiert.
Wie sehr die Bilder nachwirkten, zeigt ein Eintrag im Gästebuch: „Berührend, beängstigend, ermahnend und doch beeindruckend!“
Sieben Jahrzehnte Pressefotografie
Bürgermeister Peter Schumacher bezeichnete ICONIC als weit mehr als eine Rückschau auf sieben Jahrzehnte Pressefotografie. Gerade in einer Zeit, in der Bilder in Sekundenschnelle verbreitet, aber auch manipuliert oder aus ihrem Zusammenhang gerissen werden könnten, gewinne unabhängiger Journalismus an Bedeutung. „Pressefreiheit ist kein abstraktes Gut. Sie ist eine tragende Säule unserer Demokratie“, betonte Schumacher.
Fast ein Jahr haben Heimat- und Kulturverein und Kapellenverein die Ausstellung vorbereitet. Zusätzliche Beleuchtung und neue Ausstellungsflächen wurden geschaffen. Vereinsvorsitzender Christian Weimar erläuterte das Konzept: Auf einer „Winners' Wall“ begegnen den Besuchern zunächst Siegerbilder aus sieben Jahrzehnten. 21 ausgewählte Aufnahmen werden anschließend mit ihren Geschichten und historischen Hintergründen ausführlicher vorgestellt. Auch die angebotenen Führungen sollen diese Geschichten erzählen. Das Interesse ist schon jetzt groß: Mehr als 15 Sonderführungen mit über 250 Teilnehmern sind angemeldet – von Schulklassen bis zu Seniorengruppen. Nach dem offiziellen Teil blieb bei einem Glas Sekt und Häppchen der Ratsstube Dunningen Zeit für Gespräche und für den einen oder anderen zweiten Rundgang durch die Ausstellung.
Sonderführung für CDU Dunningen
In der Sonderführung für den CDU-Ortsverband Dunningen taten die jeweiligen Erläuterungen durch Christian Weimar, der die Ausstellung organisiert hatte, ein Übriges, um das Grauen deutlich zu machen, das mit den jeweiligen Fotos verbunden ist. „Was Sie hier sehen, sind keine Aufnahmen aus dem Mittelalter, sondern halten schmerzliche Momente unserer jüngeren Geschichte fest“, sagte er. Und anders als in oftmals vorbeiflimmernden Nachrichtenclips prägen sich die Fotos auf eindrückliche, schmerzhafte Art ein. Doch es gibt auch Zeichen der Hoffnung. So wenn auf einem Bild ein einziger Mensch zu sehen ist, der es mutig schaffte, eine ganze Panzerkolonne zum Halten zu bringen. Weil der Fahrer davor zurückschreckte, ihn zu überfahren. Eine Spur Menschlichkeit.
Und für Christian Weimar wie für den CDU-Ortsverbandsvorsitzenden Dennis Mauch die mahnende, so aktuelle Erkenntnis, dass aus dem Gestern und dem Heute alle daran mitwirken können, dass solche Fotografien in Zukunft nicht mehr möglich sein werden. Dennis Mauch in seinen Dankesworten: „Wer diese Ausstellung in den Katakomben der Kapelle erlebt und die Erläuterungen dazu gehört hat, der kann nur seinen eigenen Beitrag zu einem menschlichen, friedlichen Miteinander zu leisten versuchen.“ Damit der Abgrund an Verbrechen gegen die Menschlichkeit zum Ende kommen möge.
INFO: ICONIC
Ausstellung bis 18. Oktober | Eintritt frei; Öffnungszeiten:
26./27. September · 11 bis 18 Uhr, 2. bis 4. Oktober · 11 bis 18 Uhr, 9. bis 11. Oktober · 11 bis 18 Uhr, 16. bis 18. Oktober · 11 bis 18 Uhr; 2. Oktober, 18 Uhr: Impulsvortrag Landrat Christoph Keckeisen, 3. Oktober: Rad-/Wandertouren zur ICONIC: Rottweil 10 Uhr, Schwarzes Tor · Seedorf 11 Uhr, Parkplatz Firma Diehl · Lackendorf Treffpunkt 12.45 Uhr, Krone. Keine Anmeldung; Fotowettbewerb „Demokratie“: Einsendeschluss 4. Oktober unter info@heimatkulturverein-dunningen.de, Prämierung 16. Oktober, 18 Uhr.