Asbest-Alarm in Rottweil: Schock – jetzt muss das ganze Berufsschulzentrum gesperrt werden

Sowohl die Nell-Breuning-Schule als auch die Erich-Hauser-Gewerbeschule sind betroffen.
Otto- Asbest-Alarm in Rottweil: Das gesamte Berufsschulzentrum wird bis Ende der Woche gesperrt.
- Betroffen sind die Nell-Breuning-Schule und die Erich-Hauser-Gewerbeschule.
- Messungen ergaben teils erhöhte Werte, vermutete Quellen liegen an den WC-Kernen.
- Unterrichtsräume werden vorsorglich mitgesperrt – regulärer Betrieb ist nicht möglich.
- Ein Fachbüro erstellt ein Gutachten, Fernunterricht soll für die Schließungszeit organisiert werden.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Am Dienstagabend gegen 18 Uhr teilt das Landratsamt Rottweil die Hammer-Nachricht mit: Nach der zunächst vorgenommenen Teilsperrung vergangene Woche muss jetzt das ganze Berufsschulzentrum in der Heerstraße bis Ende der Woche vorsorglich geschlossen werden. Die Nell-Breuning-Schule und die Erich-Hauser-Schule sind betroffen.
Wohin mit knapp 2000 Schülern? Wie groß war die Gesundheitsbelastung? Und wie kann das Ganze überhaupt behoben werden? Viele offene Fragen gibt es zum Asbest-Alarm im Berufsschulzentrum Rottweil. Klar ist: Die weiteren umfassenden Raumluftmessungen, die nach den ersten erhöhten Werten in Ebene eins der Nell-Breuning-Schule nun im ganzen Gebäude vorgenommen wurden, sind besorgniserregend.
Spur führt zu den WC-Kernen
Wie das Landratsamt mitteilt, liegen die Messwerte in den Ebenen 1, 3 und 5 im Gebäudeteil Altbau der Nell-Breuning-Schule sowie im angrenzenden Gebäudeteil der Erich-Hauser-Gewerbeschule teilweise über dem vom Fachbüro definierten Referenzwert. „Wichtig dabei: Nach derzeitigem Kenntnisstand befinden sich die vermuteten Asbestquellen nicht in den Unterrichtsräumen. Sie werden im Bereich der WC-Kerne gegenüber den Treppenhäusern verortet. Die Unterrichtsräume werden im Zuge der erweiterten Vorsichtsmaßnahmen mit gesperrt“, so die Mitteilung.
Der Landkreis folge damit der Empfehlung des beauftragten Fachbüros und sperrt die betroffenen Bereiche vorläufig bis Ende der Woche. Zusätzlich sollen vorsorglich die Treppenhäuser zu den Ebenen 2 und 4 sowie unmittelbar angrenzende Räume und Flurbereiche gesperrt und überprüft werden. „Da durch diese Sperrungen unter anderem keine Toiletten mehr erreichbar wären, ist ein regulärer Schulbetrieb im Gebäude vorübergehend nicht möglich“, heißt es.
Wann dies wieder der Fall sein wird, diese Frage kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht beantwortet werden.
Das Landratsamt als Schulträger erklärt weiter: „Die Messwerte innerhalb der betroffenen Gebäudeteile fallen unterschiedlich aus. Raumluftmessungen bilden jedoch jeweils die Situation zum Zeitpunkt der Messung ab und können Schwankungen unterliegen. Einzelne Räume lassen sich deshalb nicht dauerhaft anhand eines einzelnen Messergebnisses beurteilen. Landkreis und Schulleitungen tragen die vorsorglichen Sperrungen gemeinsam mit, um für Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Mitarbeitende größtmögliche Sicherheit zu gewährleisten.“
Gutachten soll Klärung bringen
Wie geht es nun weiter? Laut Behörde erstelle das beauftragte Fachbüro derzeit ein Gutachten, in dem die Messergebnisse fachlich eingeordnet und Handlungsempfehlungen für das weitere Vorgehen gegeben werden. Gleichzeitig sollen die zusätzlich gesperrten Bereiche überprüft werden. Auch darüber hinaus seien in regelmäßigen Abständen weitere Messungen vorgesehen. „Auf Grundlage der fachlichen Bewertung wird der Landkreis über die nächsten Schritte entscheiden“, so die Mitteilung.
Der Erste Landesbeamte Hermann Kopp hatte am Montagnachmittag im Kreistagsausschuss noch Hoffnung, dass das zu dem Zeitpunkt noch nicht vorliegende Ergebnis der weiteren Messungen anders ausfällt. Man nehme das Thema ernst, wolle aber „sachlich rangehen“, betonte Kopp. Klar ist, dass auf die Verwaltung mit dieser zusätzlichen Baustelle – derzeit läuft immerhin auch der Landratsamt-Neubau – eine weitere Mammutaufgabe zukommt.
Fernunterricht soll stattfinden
Das gilt natürlich auch für die betroffenen Schulen. Die Sperrung des Gebäudekomplexes stelle diese vor „organisatorische Herausforderungen“, wie das Landratsamt mitteilt. „Die Schulleitungen stimmen derzeit ab, wie der Unterricht für die Dauer der Schließung als Fernunterricht organisiert werden kann. Sobald die Planungen abgeschlossen sind, informieren die Schulen ihre Schulgemeinschaft direkt über die konkrete Organisation und die Auswirkungen auf den Schulbetrieb.“
Für Schüler, Lehrer und Eltern bleibt vorerst einiges ungewiss. Erst recht, was die reklamierten Werte eigentlich konkret für die Gesundheit bedeuten könnten.
