Tagung zum Jubiläum: So feierte die Hochschule Kehl 25 Jahre Europäisches Verwaltungsmanagement

Laudator Julian Osswald (links), Andreas Schwab (Zweiter von rechts) und Rektor Joachim Beck (rechts) gratulieren Bärbel Schäfer zu ihrer Ehrensenatorinnenwürde.
Hochschule Kehl- Jubiläumstagung in Straßburg: 25 Jahre Master „Europäisches Verwaltungsmanagement“.
- Fokus auf Integration, Krisen, grenzüberschreitende Kooperation und nötige Verwaltungskompetenzen.
- Keynotes und Panels beleuchteten EU-Handlungsfähigkeit sowie Rolle von Kommunen als Anker.
- Abend in Kehl: Ehrensenatorinnenwürde für Bärbel Schäfer, Laudatio von Julian Osswald.
- Ausblick: Ergänzende Jubiläumsveranstaltung im Frühjahr 2027 an der Hochschule Ludwigsburg.
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Seit 25 Jahren qualifiziert der Masterstudiengang „Europäisches Verwaltungsmanagement“ (MEPA) Fach- und Führungskräfte für die Herausforderungen einer zunehmend vernetzten europäischen Verwaltung. Zum Jubiläum veranstalteten die Hochschule Kehl und die Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen Ludwigsburg am 8. und 9. Oktober eine wissenschaftliche Tagung im Europäischen Parlament in Straßburg.
Unter dem Leitgedanken „25 Jahre Masterstudiengang – von der Idee zur Institution“ ging es laut einer Mitteilung der Hochschule Kehl um die Entwicklung des Studiengangs und die aktuellen sowie künftigen Anforderungen an die öffentliche Verwaltung in Europa. Im Mittelpunkt standen die europäische Integration, die grenzüberschreitende Zusammenarbeit, die Handlungsfähigkeit staatlicher Institutionen und die Kompetenzen, die Beschäftigte für ihre Arbeit im europäischen Umfeld benötigen.
Kommunen als Anker für Zusammenhalt
Zum Auftakt begrüßten Joachim Beck, Rektor der Hochschule Kehl, und Iris Rauskala, Rektorin der Hochschule Ludwigsburg, die Teilnehmer. Sie betonten die Bedeutung der Absolventen für Europa: „Europa ist nichts Abstraktes, sondern wird von uns allen täglich gelebt, mitgestaltet und mit Sinn erfüllt.“
In seiner Keynote sprach Stephan Grohs von der Deutschen Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer über die Bedeutung der Verwaltung für die europäische Integration. Kommunen seien ein Anker für den Zusammenhalt der EU, weil Bürger dort Europa unmittelbar erlebten. Verwaltungen seien nicht nur Adressaten der EU, sondern auch „Motoren, Filter und Praxisorte“, so Grohs.
Eine anschließende Diskussionsrunde mit dem Europaabgeordneten René Repasi, Grohs, Anne Thevenet, stellvertretende Direktorin des Euro-Instituts, und Beck beschäftigte sich mit der Frage, wie sich politischer Wille in europäische Handlungsfähigkeit übersetzen lässt. Moderiert wurde die Runde von Studiendekanin Annegret Eppler.
Diskussionen über Zeiten der Krise
Ein weiteres Panel beleuchtete Chancen und Herausforderungen des Europäischen Verwaltungsmanagements. Dabei ging es um die Schnittstellen zwischen Verwaltungen in Brüssel, die grenzüberschreitende Zusammenarbeit und die Bedeutung der EU für die Kommunen. Eine Keynote von Cornelia von Loga MdL, Staatssekretärin im Ministerium des Inneren, für Digitalisierung und Europa, schloss das Programm des ersten Tages ab.
Am zweiten Tag standen die Herausforderungen für Verwaltungen in Krisenzeiten im Mittelpunkt. Christoph Schewe von der Fachhochschule für Verwaltung und Dienstleistung Kiel-Altenholz/Reinfeld sprach über globale Krisen und deren Folgen für Europa, Recht und Verwaltung. Die Diskussionen drehten sich darum, wie Verwaltungen und Kommunen die Rechtsstaatlichkeit sichern und gesellschaftliche sowie politische Legitimität stärken können.
Auch die Kompetenzen für Europas Zukunft waren Thema. Alexander Loch von der Hochschule Ludwigsburg hob unter anderem interkulturelle Kompetenz, Methodenwissen und persönliche Fähigkeiten hervor. Weitere Beiträge aus Wissenschaft und Verwaltungspraxis zeigten berufliche Perspektiven nach einer europäischen Ausbildung und verknüpften wissenschaftliche Fragen mit den Anforderungen des Berufsalltags. Ein Autorenworkshop zur wissenschaftlichen Entwicklung und Weiterentwicklung des Studiengangs lieferte Impulse für einen Jubiläumsband.
Dank für jahrzehntelanges Engagement
Ein Höhepunkt der Feierlichkeiten war die Abendveranstaltung am 8. Oktober im Kulturhaus Kehl. Dort verlieh Rektor Joachim Beck der ehemaligen Regierungspräsidentin und früheren Hochschulratsvorsitzenden Bärbel Schäfer die Ehrensenatorinnenwürde der Hochschule Kehl.

Im Europäischen Parlament diskutieren Stephan Grohs (von links), René Repasi, Joachim Beck und Anne Thevenet) über europäische Handlungsfähigkeit.
Hochschule KehlDie Laudatio hielt Julian Osswald, langjähriger Wegbegleiter Schäfers sowie ehemaliges Hochschulratsmitglied. Schäfer sei der Hochschule seit fast 40 Jahren verbunden – zunächst als Lehrbeauftragte, später als Mitglied und Vorsitzende des Hochschulrats. Bei ihren Entscheidungen habe sie stets das Wohl der Menschen in den Mittelpunkt gestellt, die an der Hochschule ausgebildet werden, sagte Osswald. Er dankte ihr für ihr jahrzehntelanges Engagement und ihren Einsatz für eine bürgernahe Verwaltung, heißt es weiter.
In ihren Dankesworten betonte Schäfer die Bedeutung der Verwaltung für das Vertrauen in den Staat: „Die Menschen in der Verwaltung sind das Gesicht des Staates – und ob der Bürger oder die Bürgerin Zuversicht und Vertrauen in ihn haben, hängt von eben jenen Menschen ab, die die Verwaltungshochschulen ausbilden.“ Als überzeugte Europäerin sei sie dankbar, die Ehrung in diesem Rahmen entgegennehmen zu dürfen.
Ausblick auf 2027
Mit der Tagung im Europäischen Parlament und der festlichen Abendveranstaltung in Kehl würdigen die beiden Hochschulen 25 Jahre Europäisches Verwaltungsmanagement – und richten den Blick auf die nächste Etappe europäischer Verwaltungszusammenarbeit. Ergänzend zu den Jubiläumsfeierlichkeiten in Straßburg und Kehl anlässlich des Bestehens des Masterstudiengangs ist für das Frühjahr 2027 eine weitere Jubiläumsveranstaltung an der Hochschule Ludwigsburg geplant. Weitere Informationen hierzu werden zu gegebener Zeit bekannt gegeben.
