Ortenau Klinikum erneut zertifiziert: Weniger Bluttransfusionen durch gezielte Vorsorge

Freuen sich über die erneute Zertifizierung des Patient Blood Managements am Ortenau Klinikum Offenburg-Kehl: Chefarzt Dr. Friedrich Afflerbach (links) und Oberarzt Dr. Josef Thoma.
Ortenau Klinikum/Christian Eggersglüß- Ortenau Klinikum Offenburg-Kehl erneut für Patient Blood Management zertifiziert.
- Früh erkannte Anämie wird behandelt, um Transfusionen vor und nach OPs zu vermeiden.
- Während OPs senken Verfahren, Gerinnungstherapie und Blutrückgewinnung den Blutverlust.
- PBM reduziert Transfusionen spürbar – Blutkonserven bleiben gezielter einsetzbar.
- WHO forderte 2021 PBM, Leitlinie zur Umsetzung folgte 2025, so das Klinikum.
Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.
Vor einer Operation kann ein Eisenmangel zum Risiko werden: Ist der Hämoglobinwert zu niedrig, kann eine Bluttransfusion während oder nach dem Eingriff wahrscheinlicher werden. Das Ortenau Klinikum Offenburg-Kehl setzt deshalb auf ein Konzept, das die körpereigenen Blutreserven der Patienten möglichst erhält und Transfusionen vermeidet, heißt es in einer Pressemitteilung. Für die Umsetzung dieses sogenannten Patient Blood Managements (PBM) ist das Klinikum nun erneut zertifiziert worden.
Bei den Voruntersuchungen vor einer Operation wird am Ortenau Klinikum bei rund 35 Prozent der Patienten eine Blutarmut festgestellt. Diese wird anschließend behandelt. Häufig steckt ein Eisenmangel dahinter, der sich in vielen Fällen gut ausgleichen lässt. Die frühzeitige Erkennung ist entscheidend: Eine unbehandelte Anämie kann das Risiko für Komplikationen erhöhen und die Wahrscheinlichkeit einer Bluttransfusion steigern.
Doch nicht nur vor dem Eingriff lässt sich ansetzen. Auch während einer Operation können Mediziner den Blutverlust durch geeignete Operationsverfahren, eine optimierte Gerinnungstherapie und die Aufbereitung sowie Rückübertragung des verlorenen Blutes verringern, heißt es weiter. Die Maßnahmen werden individuell auf den jeweiligen Patienten abgestimmt.
Blutkonserven gezielter einsetzen
Dass das Konzept Wirkung zeigt, macht sich nach Angaben des Klinikums auch beim Verbrauch von Blutkonserven bemerkbar: Durch die Umsetzung des Patient Blood Managements konnte die Zahl der Transfusionen bei operierten Patienten deutlich reduziert werden.
Die erneute Zertifizierung durch das deutsche PBM-Netzwerk unter Federführung der Universitätsklinika Frankfurt am Main und Würzburg bestätigt die erfolgreiche Umsetzung des Konzepts.
„Die erneute PBM-Zertifizierung und der dokumentierte hohe Umsetzungsgrad zeigen, dass sich Patient Blood Management bei uns als fester Bestandteil der medizinischen Behandlung etabliert hat“, sagt Dr. Friedrich Afflerbach, Chefarzt der Anästhesiologie am Ortenau Klinikum Offenburg-Kehl.
Eine begrenzte Ressource
Auch mit Blick auf die Versorgungssicherheit gewinnt das Thema an Bedeutung. Blutkonserven sind eine begrenzte Ressource, deren Verfügbarkeit auf Blutspenden angewiesen ist. Während der Bedarf an medizinischer Versorgung angesichts des demografischen Wandels steigt, wächst zugleich der Anteil älterer Menschen. Patient Blood Management soll dazu beitragen, vorhandene Blutkonserven möglichst gezielt einzusetzen.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte ihre Mitgliedsstaaten bereits 2021 aufgefordert, Patient Blood Management einzuführen, und 2025 eine Leitlinie zur Umsetzung veröffentlicht. Für Dr. Josef Thoma, Oberarzt der Anästhesiologie am Ortenau Klinikum Offenburg-Kehl, ist das Konzept deshalb mehr als eine Möglichkeit, Transfusionen zu reduzieren: Es sei auch ein Beitrag zur nachhaltigen Nutzung einer begrenzten medizinischen Ressource und ein wichtiger Bestandteil einer modernen, individuell auf den Patienten abgestimmten Medizin.

