Neue Anforderungen: Ortenau-Klinikum richtet ein neues Department für Notfallmedizin ein

Der künftige Leiter des Departments Akut- und Notfallmedizin am Ortenau Klinikum, Chefarzt Bernhard Gorißen (Mitte), bei der Versorgung eines Notfallpatienten.
Ortenau-Klinikum- Ortenau-Klinikum richtet ein standortübergreifendes Department Akut- und Notfallmedizin ein.
- Grund sind geänderte gesetzliche Anforderungen an Notaufnahmen mit höheren Personalvorgaben.
- Leitung: Chefarzt Bernhard Gorißen, bisher Zentrale Notaufnahme Offenburg-Kehl – Kreistag stimmte zu.
- Rotationsmodell sichert 24/7-Facharztkapazitäten für Achern, Lahr und Offenburg und stärkt Weiterbildung.
- Wolfach bleibt Spezialversorger mit abgemilderten Vorgaben und ist Teil des Netzwerks der Notaufnahmen.
Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.
Das Ortenau Klinikum organisiert die ärztliche Leitung seiner Zentralen Notaufnahmen in Achern, Lahr und Offenburg neu. Der Kreistag hat am vergangenen Dienstag einstimmig beschlossen, ein standortübergreifendes Department Akut- und Notfallmedizin einzurichten. Die Leitung des Departments übernimmt Chefarzt Bernhard Gorißen, Leiter der Zentralen Notaufnahme am Ortenau Klinikum Offenburg-Kehl. Mit seiner Entscheidung folgte der Kreistag einer Empfehlung des Verwaltungsrats des Ortenau-Klinikums.
Hintergrund sind laut Mitteilung des Klinikums gestiegene gesetzliche Anforderungen an die personelle Ausstattung und ärztliche Leitung von Notaufnahmen. Der Gemeinsame Bundesausschuss unterscheidet zwischen Basis-, erweiterter und umfassender Notfallversorgung. Die Anforderungen an die teilnehmenden Krankenhäuser wurden zum 20. Juni diesen Jahres überarbeitet. Insbesondere ab 2028 müssen Notaufnahmen zusätzliche Vorgaben zur Zahl der Fachärzte mit der Zusatzweiterbildung Klinische Akut- und Notfallmedizin sowie deren 24/7 Erreichbarkeiten erfüllen, wenn sie weiterhin an der Notfallversorgung teilnehmen sollen.
Ein Rotationsmodell soll die Verteilung sichern
Die neuen Vorgaben stellen das Ortenau Klinikum vor Herausforderungen. Entsprechend qualifizierte Fachärzte sind bundesweit nur begrenzt verfügbar, heißt es weiter. Insbesondere in Achern und Lahr ließen sich die künftigen Anforderungen nicht allein mit den vorhandenen personellen Strukturen erfüllen.
„Mit dem standortübergreifenden Department bündeln wir unsere vorhandenen Kompetenzen und schaffen die Möglichkeit, qualifizierte Fachärztinnen und Fachärzte flexibel dort einzusetzen, wo sie gebraucht werden“, sagt Peter Kraemer, Medizinischer Vorstand des Ortenau Klinikums. „Damit wollen wir die Notfallversorgung an allen drei Standorten langfristig sichern und die gestiegenen gesetzlichen Anforderungen erfüllen.“

Die Notaufnahme im Ortenau-Klinikum in Offenburg wird künftig enger mit den übrigen Standorten zusammenarbeiten.
ArmbrusterGorißen übernimmt künftig zusätzlich die chefärztliche Verantwortung für die Notaufnahmen in Achern und Lahr. Unterstützt wird er durch Oberärzte, die standortübergreifend eingesetzt werden. Ein Rotationsmodell soll die bedarfsgerechte Verteilung der Facharztkapazitäten ermöglichen. Zugleich wird die Weiterbildung des ärztlichen Nachwuchses gestärkt.
In der Zwischenzeit liegt die volle Weiterbildungsermächtigung für die Zusatzweiterbildung Klinische Akut- und Notfallmedizin für Gorißen im Team mit seinen Oberärzten Maximilian Koger und Peter Maaser aus Offenburg vor und gilt nun gleichermaßen für die Standorte in Achern, Offenburg und Lahr.
Klinikum Wolfach hat eine besondere Rolle
„Unser Ziel ist es, die klinische Akut- und Notfallmedizin fachlich einheitlich weiterzuentwickeln und zugleich die Anforderungen der einzelnen Standorte zu berücksichtigen“, so Kraemer. „Die strukturierte Weiterbildung des eigenen Nachwuchses ist dabei ein wichtiger Baustein, um die Versorgung dauerhaft auf hohem Niveau sicherzustellen.“ Die Zusatzweiterbildung Akut- und Notfallmedizin können interessierte Fachärzte an den Standorten des neuen Departments erlangen, teilt das Klinikum mit.
Mit der Neuorganisation will das Ortenau-Klinikum die Voraussetzungen schaffen, die unterschiedlichen Notfallstufen in Achern, Lahr und Offenburg auch künftig zu erfüllen und die Zusammenarbeit der Notaufnahmen weiter zu stärken.
Das Ortenau-Klinikum Wolfach erfüllt als Spezialversorger eine besondere Rolle in der regionalen Versorgung und muss lediglich abgemilderte Strukturvoraussetzungen erfüllen. Es ist wie alle Standorte des Ortenau-Klinikums fester Bestandteil des „Netzwerk Ortenauer Notaufnahmen“.
Das Ortenau-Klinikum
Das Ortenau Klinikum ist ein kommunaler Klinikverbund des Ortenaukreises und zählt zu den größten Gesundheitsversorgern in Baden-Württemberg. An mehreren Standorten versorgt es jährlich rund 64.800 Patientinnen und Patienten stationär sowie über 194.000 ambulant.
Mit dem Zukunftsprojekt „Ortenau 2030 – Zukunft Gesundheit“ treibt das Ortenau-Klinikum eine der größten Strukturentwicklungen in der Gesundheitsversorgung in Deutschland voran. Aktuell entstehen Klinikneubauten, Zentren für Gesundheit und neue, sektorenübergreifende Versorgungsstrukturen.
