Bewegte Geschichte
: So feierte die Hochschule Offenburg 20 Jahre Partnerschaft mit Olsztyn

Was mit Hilfslieferungen nach Polen begann, ist heute eine enge Zusammenarbeit zwischen zwei Hochschulen. Bei den Feierlichkeiten wurde Jerzy A. Przyborowski zum Ehrensenator ernannt.
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red/ld
Offenburg
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Rektor Prof. Dr. Stephan Trahasch (3. von links) überreichte seinem polnischen Amtskollegen Prof. Dr. Jerzy A. Przyborowski (4. von links) im Beisein von Vertreterinnen der Georg und Maria Dietrich-Stiftung (1. und 2. von links), dem Offenburger Oberbürgermeister Marco Steffens (4. von rechts), dem ehemaligen Rektor der Hochschule Offenburg Prof. Dr. Winfried Lieber (3. von rechts) sowie Vertreter*innen der Universität Ermland-Masuren (1. und 2. von rechts) die Ernennungsurkunde zum Ehrensenator.

Rektor Stephan Trahasch (3. von links) überreichte seinem polnischen Amtskollegen Jerzy A. Przyborowski (4. von links) die Ernennungsurkunde zum Ehrensenator.

Hochsschule Offenburg
  • Hochschule Offenburg feierte 20 Jahre Partnerschaft mit der UWM Olsztyn – Fokus auf Nachhaltigkeit.
  • Festakt mit Rektoren Trahasch und Przyborowski, Workshops, Laborführungen und Alumni-Treffen.
  • Start der Zusammenarbeit: Hilfslieferungen „Weihnachtsbrücke“, später gemeinsame Masterprogramme.
  • Process Engineering begann 2006, Biotechnologie folgte im akademischen Jahr 2018/19.
  • Jerzy A. Przyborowski wurde zum Ehrensenator ernannt, beide Hochschulen sind in ChallengeEU.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Zwei Tage lang drehte sich an der Hochschule Offenburg alles um 20 Jahre deutsch-polnische Zusammenarbeit und nachhaltige technische Lösungen. Zum Auftakt begrüßten die Rektoren Stephan Trahasch (Hochschule Offenburg) und Jerzy A. Przyborowski (Universität Ermland-Masuren, UWM) sowie Andreas Kiesel vom baden-württembergischen Umweltministerium die Gäste.

Andreas Wilke, Leiter des Institute for Circular Bioeconomy in Offenburg, blickte auf zwei Jahrzehnte gemeinsamer Konferenzen, wissenschaftlicher Austausche und Forschungsprojekte im Bereich Bioökonomie zurück. In vier Wissenschaftssessions ging es um nachhaltige Prozessführung, Biogas- und Power-to-Gas-Technologien, Umweltanalytik und CO₂‑Vermeidung. Poster-Sessions, Workshops, Laborführungen und ein Treffen ehemaliger Studenten mit aktuellen Studenten ergänzten das Programm.

Hilfslieferungen unterstützten den Austausch

Bei einem von Kai Wißmann moderierten Festakt mit Oberbürgermeister Marco Steffens wurde die Partnerschaft gefeiert. Ehemalige und aktuelle Hochschulvertreter erinnerten an ihre Anfänge. Seit den 1980er-Jahren hatte der Offenburger Speditionsunternehmer Georg Dietrich über die „Weihnachtsbrücke“ Hilfslieferungen nach Olsztyn unterstützt und den Austausch zwischen den Städten gefördert. 1998 entstand bei einem Besuch Offenburger Hochschulvertreter an der UWM die Idee eines gemeinsamen Masterstudiengangs Process Engineering. Nach der Überwindung unterschiedlicher Lehrpläne, Bildungsabschlüsse und sprachlicher Barrieren startete dieser 2006. Im akademischen Jahr 2018/19 kam der gemeinsame Masterstudiengang Biotechnologie hinzu.

                               Studenten, Alumni, Forscher und Lehrende kamen bei der Veranstaltung in Offenburg zusammen

Studenten, Alumni, Forscher und Lehrende kamen bei der Veranstaltung in Offenburg zusammen.

Hochschule Offenburg

Die Zusammenarbeit habe beiden Hochschulen zu großem Ansehen in Europa verholfen, betonte die ehemalige Institutsleiterin Irena Wojnowska-Baryła in einer Videobotschaft. Die UWM-Vertreterinnen Agnieszka Cydzik-Kwiatkowska und Justyna Żulewska verwiesen auf das Engagement der Lehrenden und Rektorate sowie auf das gewachsene Vertrauen und persönliche Freundschaften.

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Im zweiten Teil des Festakts ging es um die weitere Entwicklung der Partnerschaft. Tobias Hagen, Prorektor für Internationalisierung, verwies auf die Bedeutung gemeinsamer Studienprogramme und europäischer Hochschulallianzen wie ChallengeEU, der beide Hochschulen angehören. Künftig könnten auch europäische Abschlüsse und praxisnahe Micro-Credentials für lebenslanges Lernen an Bedeutung gewinnen. Prorektor Thomas Eisele sieht zudem bei Bioinformatik und Digitalisierung wachsenden Lehrbedarf. Die UWM-Vertreter Katarzyna Bernat und Mariusz Gusiatin sowie die ehemalige Biotechnologie-Studentin Nele Schulte betonten den Wert internationaler Teams, doppelter Abschlüsse und interkultureller Kompetenzen.

Kommende Generationen sollen profitieren

Zum Abschluss wurde UWM-Rektor Jerzy A. Przyborowski zum Ehrensenator der Hochschule Offenburg ernannt. Rektor Stephan Trahasch würdigte ihn als jemanden, der mit Geduld und Vertrauen die Grundlage für eine Partnerschaft gelegt habe, von der auch kommende Generationen profitieren würden. Inzwischen sei diese fest verwurzelt und wachse weiter, etwa durch die europäische Hochschulallianz ChallengeEU.

Gerade in einer Zeit, in der der Wert Europas infrage gestellt werde, sei die Partnerschaft ein positives Zeichen, sagte Trahasch. Sein Wunsch für die kommenden 20 Jahre lautete: „Lasst uns weiterpflanzen!“ Anschließend überreichte er Przyborowski die Ernennungsurkunde und betonte: „Jerzy, ab heute bist Du einer von uns. Nicht als Gast, sondern als Mitglied der Hochschule Offenburg.“

Die Partneruniversität

Die Universität Ermland-Masuren in Olsztyn wurde am 1. September 1999 aus der Fusion der Technisch-Landwirtschaftlichen Akademie, der Pädagogischen Hochschule und dem Hohen Geistlichen Seminar gegründet. Die Universität befindet sich auf dem Gelände der ehemaligen Provinzial-Heil- und Pflegeanstalt Kortau.