B33 wird teils zur Kreisstraße
: Darum sorgen fünf Kilometer Straße in der Ortenau für dicke Luft

Die Herabstufung des B33-Abschnitts zwischen Willstätt und Offenburg zur Kreisstraße hat im Umwelt- und Technikausschuss für dicke Luft gesorgt. Insbesondere CDU-Kreisrat Stefan Hattenbach kritisierte den Schritt – und warnte vor hohen Folgekosten für den Kreis.
Von
Marco Armbruster
Offenburg
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Rund um die Abstufung der B33 zwischen Offenburg und Willstätt - unser Foto zeigt den Abschnitt zwischen Offenburg und dem Ortsteil Bühl - gab es Wirbel.

Rund um die Abstufung der B33 zwischen Offenburg und Willstätt - unser Foto zeigt den Abschnitt zwischen Offenburg und dem Ortsteil Bühl - gab es Wirbel.

Armbruster
  • B33 zwischen Willstätt-Sand und Offenburg wird zum 1. Januar 2027 zur Kreisstraße 5375.
  • Kreis übernimmt rund fünf Kilometer, Offenburg knapp drei – inkl. Unterhaltung und Sicherung.
  • Bund zahlt dem Kreis rund 1,5 Millionen Euro Ablöse, Stadt und Kreis befürworteten den Schritt.
  • CDU-Kreisrat Hattenbach warnt vor hohen Folgekosten und kritisiert fehlenden Widerstand.
  • Kreis verweist auf Autobahn-parallelen Verlauf und günstiges Zeitfenster für Vollausbau-Finanzierung.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Eigentlich ging es im Ausschuss nur um eine Kenntnisnahme: Die B33 zwischen dem Willstätter Teilort Sand und Offenburg wird zur Kreisstraße 5375. Es handelt sich um rund acht Kilometer Straße, die – in etwa parallel zur Autobahn – den nördlichen Zipfel der Bundesstraße Richtung Bodensee bilden. Angekündigt hatte das Regierungspräsidium Freiburg den Schritt bereits im Februar 2023. Nun steht die Herabstufung zum 1. Januar 2027 kurz bevor, weswegen die Kreisverwaltung das Thema auf die Agenda des Umwelt- und Technikausschusses (UTA) setzte.

Durch die Herabstufung geht auch die Straßenbaulast auf den Kreis (rund fünf Kilometer) respektive die Stadt Offenburg (knapp drei Kilometer) über – sowie die Unterhaltung und die Verkehrssicherungspflicht. Für den Kreis zahlt der Bund eine Ablösesumme in Höhe von rund 1,5 Millionen Euro.

Abstufung war laut Kreis zwingend erforderlich

„Wenn Straßen an Verkehrsbedeutung verlieren, dann ist es die zwingende Folge, dass eine Umstufung erfolgt“, erläuterte Infrastruktur-Dezernentin Alexandra Roth. Der Kreis werde dabei angehört, die Entscheidung liege aber bei der höheren Straßenbaubehörde – in diesem Fall sei das Regierungspräsidium Freiburg.

Als Gründe für die Abstufung gab die Dezernentin unter anderem an, dass die B33 in diesem Abschnitt parallel zur Autobahn und zur B3 verlaufe. „Die Stadt Offenburg und wir haben den Schritt befürwortet“, so Roth unter anderem mit Verweis auf die Entlastung der beiden Ortschaften, durch die die bisherige Bundesstraße führt.

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Kreisrat rechnet mit enormen Kosten für den Kreis

„Ich würde sie nicht mal für fünf Millionen nehmen“, kommentierte CDU-Kreisrat Stefan Hattenbach. Die Herabstufung des Straßenabschnitts werde über Jahrzehnte Kosten erzeugen. „Das ist ein sehr schlechtes Geschäft für den Ortenaukreis“, konstatierte der Bürgermeister der Gemeinde Kappelrodeck. Er rechnete vor, dass bei einer „Oberbausanierung“ mit Kosten von einer bis zwei Millionen Euro zu rechnen sei – pro Straßenkilometer.

Hattenbach äußerte dabei auch Kritik an der Kreisverwaltung: „Dass man diese Straße ohne Gegenwehr übernimmt – es sogar befürwortet – finde ich schade.“ Für ihn sei auch nicht nachvollziehbar, wieso der Abschnitt zwischen Willstätt direkt von der Bundes- zur Kreisstraße herabgestuft wird.

Straße soll bereits seit Jahren abgestuft werden

Zumal er das Argument des Autobahn-parallelen Verlaufs nicht verstehe, da das auch für die B3 gelte. „Ich hätte mir gern etwas mehr Kampfgeist gewünscht“, betonte er.

„Ausgangslage für die Umstufung war ein Schreiben des Bundes vor zehn oder 15 Jahren“, erläuterte daraufhin Roland Gäßler, Chef des Straßenbauamts im Landratsamt. Damals seien alle Autobahn-parallelen Straßen infrage gestellt worden. So sei etwa die B36 zwischen Lahr und Rastatt herabgestuft worden.

Auch der nun Abschnitt der B33 sei damals bereits zur Disposition gestanden. Denn der übergeordnete Verkehr von Straßburg/Kehl nach Offenburg verlaufe ohnehin über die B28 bis Appenweier und dann weiter über die B3. Bislang habe der Kreis bezüglich dieser Abstufung auf die Bremse getreten. Zudem werden die beiden Offenburger Ortsteile Griesheim und Bühl über die Straße an Bundesstraßen angeschlossen – was laut Gäßler die Definition einer Kreisstraße sei.

Für den Kreis ergibt sich günstige Gelegenheit

Laut Gäßler habe sich dann aber ein günstiges Zeitfenster geöffnet: Der Kreis habe den kompletten Vollausbau der Straße als Ablöse bezahlt bekommen. „Es kann sein, dass sich das in zwei Jahren wieder geändert hätte.“ Für den Kreis war es demnach eine günstige Gelegenheit, den Widerstand gegen die langfristig unvermeidliche Abstufung aufzugeben. Zumal nach dem Wechsel der Trägerschaft die Erschließung des im Bau befindlichen Groß-Klinikums im Offenburger Norden dann keine Abstimmung mit dem Bund mehr nötig sei.

„Wichtig ist festzuhalten: Das Straßenbauamt hat sich mit der Ablösesumme nicht über den Tisch ziehen lassen“, erklärte Landrat Thorsten Erny abschließend.

120 Kilometer vom Rhein zum Bodensee

Die 120 Kilometer lange B33 verbindet die Oberrheinische Tiefebene mit der Bodenseeregion und überquert dabei den Schwarzwald. Sie reicht bislang von Willstätt bis nach Ravensburg. Zwischen Staad und Meersburg ist die B33 durch eine Fährverbindung über den Bodensee unterbrochen. Die Ursprünge der Fernstraße reichen dabei zurück bis ins 18. Jahrhundert.