Austausch über hybride Bedrohungen: Strack-Zimmermann zu Gast bei Debatte über Drohnen und KI

Gerhard Schreiber, Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Tobias Kreilos und Gernot Meier (von links) diskutierten mit dem Publikum.
Hochschule Offenburg- Hochschule Offenburg diskutierte über Drohnen, KI und hybride Bedrohungen mit rund 100 Teilnehmenden.
- Auf dem Podium: Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Gerhard Schreiber und Tobias Kreilos.
- Strack-Zimmermann betonte Bildung gegen Manipulation, klare Kontrolle bleibt offen.
- Schreiber forderte ethische Prüfungen in Entwicklung, Erprobung und Beschaffung.
- Kreilos erklärte die Vermischung ziviler und militärischer Drohnennutzung – geringe Kosten als Treiber.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
„Wer kontrolliert den Krieg von morgen? – Drohnen, KI und hybride Bedrohungen zwischen Verteidigung, Eskalation und Verantwortung“ lautete der Titel der Diskussionsveranstaltung, bei der am Montag etwa 100 Teilnehmer in der Hochschule Offenburg zusammenkamen. Gernot Meier, Leiter der Evangelischen Akademie Baden, hatte die Vorsitzende des Ausschusses für Sicherheit und Verteidigung im EU‑Parlament, Marie-Agnes Strack-Zimmermann, und den evangelischen Theologen und Professor für Sozial- und Technikethik an der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg, Gerhard Schreiber, dazu eingeladen. Für eine technische Einordnung sorgte bei der Veranstaltung in Kooperation mit dem Institute for Machine Learning and Analytics der Hochschule Offenburg Tobias Kreilos vom Institute for Unmanned Aerial Systems.
„Wir gestalten KI- und Drohnentechnologien mit, damit wächst unsere Verantwortung“, erklärte Rektor Stephan Trahasch in seiner Begrüßung die Rolle der Hochschule. Wer Algorithmen schreibe und autonome Systeme entwickle, müsse sich auch mit ethischen Fragen auseinandersetzen und Regeln mitbestimmen. Daher sei Ethik immer auch Teil der Lehre.
Gesellschaftliche Verantwortung rückt in den Mittelpunkt
In einem Einspieler verdeutlichte ein ukrainischer Militärangehöriger anschließend, wie rasant sich die Drohnentechnologie im Lauf des Kriegs entwickelt und welche Bedeutung das für ganz Europa hat. In ihrem Impulsreferat zeigte Marie-Agnes Strack-Zimmermann laut einer Mitteilung der Hochschule danach auf, wie kompliziert es geworden ist, die Frage nach dem Kontrolleur des Kriegs von morgen zu beantworten. Sie könne es auch nicht sagen, erklärte die Europaabgeordnete gleich zu Beginn. Gesellschaftliche Verantwortung höre aber nicht am Gartenzaun auf. Daher sei es wichtig, dass Menschen vom Tag ihrer Geburt an durch Information und Bildung in die Lage versetzt würden, Manipulationen zu erkennen. Und so sei es eben wichtig, dass das Thema auch an Hochschulen diskutiert werde.
Gerhard Schreiber betonte, dass sich die technische Entwicklung nicht mehr zurückdrehen lasse. Eine ethische Prüfung aller Schritte bei Entwicklung, Erprobung und Beschaffung sei daher unerlässlich – der Sicherheitsgurt sozusagen. Dafür gelte es, Menschen zu befähigen, die entsprechenden Entscheidungen zu treffen und Verantwortung zu übernehmen. Denn im Gegensatz zu Aufgaben, ließe sich Verantwortung nicht automatisieren. Tobias Kreilos machte in seinen Erläuterungen zu Drohnentechnik und -forschung auch klar, dass sich militärische und zivile Nutzung heute nicht mehr trennen lassen. Grund seien die geringen Kosten und die öffentliche Zugänglichkeit von Hard- und Software, Steuerung und Einplatinenrechnern.
Publikum diskutierte über ethische Fragen
In der abschließenden, aufgrund der fortgeschrittenen Zeit kurzen Diskussion ging es dann unter anderem um die Fragen, ob die günstige Verfügbarkeit von Drohnen die ethischen Grenzen absenke oder ob Demokratien im Konfrontationsfall im Nachteil seien. Weitere Meldungen aus dem Publikum bezogen sich laut Mitteilung auf technische Einzelheiten und die Notwendigkeit eines anderen sprachlichen Umgangs mit dem Thema.
Drohnen im modernen Krieg
Autonome Waffensysteme, Roboter und unbemannte Fahrzeuge haben die Art der Kriegsführung in den vergangenen Jahren stark verändert. Die Technologien entwickelten sich rasant weiter und sorgten für eine neue Art der Kriegsführung, besonders deutlich zu beobachten in der Ukraine. Die automatisierten Militärdrohnen finden gegnerische Truppen zuverlässig durch ihre Sicht von oben, Nahkampfdrohnen werden auch selbst als Waffen eingesetzt.